Dienstag, Februar 21, 2017

Kachelmann/Schwarzer (Reprise), Joffe, Yiannopoulos – News vom 21. Februar 2017

1. Vergangene Woche widmete sich Genderama auf Anregung eines Lesers der irreführenden Darstellung von zig Zeitungen, Jörg Kachelmann habe eine Veranstaltung mit Alice Schwarzer "gesprengt" oder "gestört". Inzwischen beschäftigt sich Deutschlands wohl bekanntester Medienkritiker Stefan Niggemeier noch gründlicher damit. Niggemeier stellt klar, dass Kachelmann in der Fragereunde, nachdem Schwarzer in ihrem Vortrag zahlreiche Tatsachen verdreht hatte, auf die tatsächliche Faktenlage hinwies.

Niemand sprengte irgendwas. Niemand unterbrach irgendwen mitten im Vortrag. Der Vorgang ist von überschaubarer Dramatik.

Das würde man aber nicht glauben, wenn die Berichte darüber in den Medien liest.

"Mitten im Vortrag" zum Thema "Sexualgewalt gegen Frauen und Recht" habe Kachelmann das Wort ergriffen, heißt es falsch unter anderem bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und diversen Schwesterblättern, im "Tagesspiegel", bei "Focus Online", "Spiegel Online", n-tv.de, "Der Westen" und "WeltN24".

Dass Kachelmann den Vortrag "gesprengt" habe, behaupten "Focus Online", "Mannheimer Morgen", die Mediengruppe Oberfranken, "Gala", "Express". "WeltN24" lässt Kachelmann in Schwarzers Vortrag "platzen".


Ähnlich wie RP Online hat sich die Hannoversche Allgemeine zwar inzwischen korrigiert – "Moderator hat Alice Schwarzer nicht unterbrochen" –, schaffte es aber in ihrem Ursprungsartikel Niggemeier zufolge tatsächlich,

zu spekulieren, ob Kachelmann trotz Freispruch und Verurteilung seines vermeintlichen Opfers nicht doch schuldig ist. (...) Da hat der Versuch eines unter anderem von Alice Schwarzer vorverurteilten, rechtskräftig freigesprochenen Mannes, weiter an seiner "Rehabilitation" zu arbeiten, fast etwas Anrüchiges.


Ich wünschte mir, die Männerrechtsbewegung hätte wenigstens denselben Einfluss wie Stefan Niggemeier, wenn es darum geht, dass Leitmedien parallel zu ihrem Kampf gegen "Fake News" es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, solange sie den den Feminismus ideologisch unterstützen.



2. Ich muss ja gar nicht immer die Deutung eines bestimmten Artikels vorkauen. Aktuell etwa veröffentlichte die Frauenzeitschrift "Annabelle" ein Interview mit der Filmemacherin Petra Volpe. Sein Titel: "Wer behauptet, dass Gleichberechtigung herrscht, ist schlecht informiert". (Gemeint ist fehlende Gleichberechtigung zu Lasten von Frauen.) "Informieren" Sie sich doch einmal selbst: Welche konkreten Beispiele nennt Volpe dafür, dass Frauen in unserer Gesellschaft weniger Rechte genießen als Männer?



3. Kommen wir zu einer Filmemacherin, die ich für seriöser (und mutiger) halte weshalb wir nicht darauf hoffen dürfen, dass deutschsprachige Medien ihr so wie Volpe eine Plattform bieten, um ihre Ansichten auszubreiten: Cassie Jaye. Die Aufführung ihres Filmes "The Red Pill" in Karlsruhe, daran sei hier noch einmal erinnert, findet nächsten Sonntag statt. Der Veranstalter bittet mich aktuell, darauf hinzuweisen, dass noch Plätze frei sind, sowie vor allem den Vorführungsort zu nennen: Baumeisterstraße 56.



4. In der "Zeit" beschäftigt sich deren Herausgeber Josef Joffe heute wie vor zwanzig Jahren mit der Gefahr der Politischen Korrektheit für unsere Gesellschaft. Ein Auszug:

Ein blöder Spruch über die Oberweite einer Reporterin an der Bar, und Ende der Karriere für den FDP-Hoffnungsträger Rainer Brüderle. Deutschland unterscheidet sich hier nur insofern, als die Entschädigung für Nichtbeförderung oder "sexuelle Belästigung" bescheidener ist. "Frauenfeindlichkeit" ist auch in Deutschland eine probate Waffe, wie eine Episode nach der anderen zeigt. PC an deutschen Universitäten ist keine Erfindung der Medien, sondern in jedem Gremium zu beobachten, wo im Namen des Korrekten symbolische wie materielle Ansprüche angemeldet werden. Auch hier zeugt "Falschdenk" Ächtung und Ausschluss aus der Gemeinde der Rechtgläubigen. "Keine Macht für niemand", die Parole der Achtundsechziger, war vorgestern. Heute heißt es "Mehr Macht für uns!", die wir uns als Opfer der Benachteiligung präsentieren.

(...) Wer "Mikroaggression" brüllt, will seine Gegner mundtot machen. Wer wie an so vielen US-Colleges "trigger warnings" fordert, weil dieser Roman oder jenes Drama posttraumatischen Stress erzeuge, will einen Kokon, keine Bildung, die bekanntlich neue Kenntnisse und Gedanken in die Köpfe bringen soll. Machen wir uns nichts vor: Alles, was in Amerika zusammengerührt wird, landet in Europa, genauso wie es bei der PC passiert ist. PC forderte einst das hohe Gut der Gleichberechtigung; heute kann sie Menschen und Karrieren vernichten.

(...) Das Gegenmodell zur klassischen PC ist die Alt-right-Bewegung, die "alternative Rechte". Das Ziel ist das Gleichdenk, der Angriff gegen den Comment und die Moral, die das "Establishment" hochhält. Die Waffen sind gefälschte Fakten, Verdrehung, Diffamierung und Charaktermord, verpackt in Hass und Verachtung. Was Links kann, können die neuen Ultras allemal, bloß viel besser. Unübertroffen sind Zynismus und Gemeinheit.




5. Wie die New York Times berichtet, kündigte der New Yorker Buchverlag Simon & Schuster dem Feminismuskritiker Milo Yiannopoulos den Vertrag zu seinem kommenden Buch "Dangerous", nachdem Yiannopoulos in den letzten Tagen vor allem von Konservativen für seine Position zum Thema Pädophilie scharf kritisiert wurde.

Eine Leserin schreibt mir hierzu:

Auch auf der Rechten wird man vor die Tür gesetzt, wenn man gegen gewisse Dogmata verstößt. Ich habe mir das fragliche Video angesehen und muss leider zustimmen, dass die Reaktion übertrieben ist. Yiannopoulos hat lediglich beschrieben, dass sexuelle Beziehungen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen auch auf Konsens beruhen können, und dass es schwierig ist generell pro forma zu sagen: Der Erwachsene ist der Täter, der Jugendliche immer das Opfer.


Yiannopoulos bezieht auf Facebook Stellung zu dieser Kontroverse.

In Deutschland berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung. Wie in unseren Leitmedien inzwischen üblich, wird zwischen Nachricht und Kommentar nicht getrennt; die Berichterstattung ist ohne tendenziöse Bewertung des Blattes nicht zu haben. (Der feministische Guardian bekommt eine sachlich-neutrale Berichterstattung übrigens hin.)

Es würde mich nicht wundern, wenn es Yiannopoulos Buch genauso geht wie dem Roman "American Psycho" in den neunziger Jahren. Nachdem der Verlag Simon & Schuster sich wegen Protesten unter anderem von der in den USA führenden Feministin Gloria Steinem von der angekündigten Veröffentlichung zurückzog, machte ein anderer Verlag das Buch (verdientermaßen) zum Bestseller. In Deutschland wurde es für fünf Jahre zum Opfer der Zensur und erst ab dem Jahr 2000 frei im Handel erhältlich. Sein Autor Bret Easton Ellis erhielt zahlreiche Morddrohungen.



6.
The myth of the gender pay gap obscures a multitude of truths.

One such truth is that women under 35 are – believe it or not – paid more than men because they are the privileged beneficiaries of our education system.

Another reality is that men over 40 earn more than women only because they work more hours, for more years without taking a break.

It is also true that the alleged pay gap is, in fact, only an affliction confined to privileged women. Among the less well-off women are paid more than men.

And, again, if you count take home pay, rather than net pay, it is actually women who earn a tad more than men.

They myth of the gender pay gap hides all these truths and realities, but the dirtiest secret it is hiding is what is happening to men.


Hier geht es weiter mit dem Artikel auf "Conservative Woman". Seine Autorin Belinda Brown belegt die oben zitierten Aussagen jeweils durch Links. Rechnen Sie mit keiner Berichterstattung in den Leitmedien über den Gender Pay Gap zu Lasten von Männern. Dabei macht sich auch diese Autorin vor allem Sorgen über das Schicksal des eigenen Geschlechts:

Feminists have succeeded in creating the two tier society which they railed against, but it is not and never has been women at the bottom. It is men.

With each new generation of boys growing up in single parent families, the vicious circle will spiral lower. Women will be trapped with the entire burden of supporting their children. As men increasingly check out, there won’t even be anyone to fund what is largely a women’s welfare state. The men will be happily playing their computer games in the disastrous world that the feminists have created.

The Women’s March people threaten us with a day without feminists. The real threat is that we will increasingly live in a world without men.

Montag, Februar 20, 2017

Massenhafter Kindesmissbrauch an unseren Schulen? – News vom 20. Februar 2017

1. Dem britischen Independent zufolge machen sich Lehrer, die ihre Schüler nicht berühren, des Kindesmissbrauchs schuldig. Solcher Körperkontakt sei für Kinder so wichtig, wie die Luft zum Atmen.

Dieser Erkenntnis zufolge bin ich praktisch meine gesamte Schulzeit hindurch von meinen Lehrern missbraucht worden. (Das erklärt einiges...) Nein, im Ernst: Ich bin wirklich froh, dass ich mich zum Ende meines Studiums dagegen entschieden habe, Lehrer zu werden. Ein männlicher Pädagoge setzt sich heute Missbrauchsvorwürfen aus, wenn er seine Schüler berührt, und er setzt sich solchen Vorwürfen aus, wenn er es nicht tut.

Aber vielleicht bin ich auch zu sarkastisch, und das aktuelle Statement der Psychologen bedeutet eine vielversprechende Abkehr von einem problematischen Denken früherer Zeiten:

Professor Francis McGlone, head of affective neuroscience at Liverpool John Moores University, said that physical contact with students is “absolutely essential” for children’s brain development. (...) "I get very exercised about the demonisation of touch,” he said. “It’s cruel, in my mind. It’s another form of abuse. The scientific evidence is incontrovertible. I’m not just talking psycho nonsense; I’m talking about proper, evidenced neuroscience." (...) At the BPS conference last week, former Prime Minister David Cameron said, in his experience, many headteachers viewed touching a child as an unjustifiable risk.


Vielleicht wird irgendwann auch die Dämonisierung von Männern, die erwachsene Frauen berühren (zum Beispiel beim Ansprechen, bei einem Flirtversuch), ihr Ende finden. Wie wichtig solche Berührungen sind, wenn man eine Frau für sich gewinnen möchte, hat eigentlich erst die Pick-up-Bewegung der letzten Jahre so richtig deutlich gemacht.



2. Apropos: Das maskulistische Blog "Because its 2015" widmet sich in einem aktuellen Beitrag der sexuellen Doppelmoral zu Lasten von Männern und schildert, auf welch unterschiedliche Weise Männer für ihre sexuelle Natur gebrandmarkt und mit Etiketten wie "Player", "Jungfrau", "Creep", "Sexist" oder "Homo" herabgesetzt werden.

Dasselbe Blog enthält übrigens auch einen übersichtlichen Text, der Grundlagen der Feminismuskritik zusammenfasst:

It’s a common misconception (seen from e.g. Emma Watson, Maisie Williams, and the Geek Feminism wiki) that if you believe in gender equality then you must be a feminist. That’s like saying that if you believe in morality then you must be a Christian, or if you care about the working class then you must be a socialist. In reality, feminism doesn’t have a monopoly on gender equality; it’s just one approach (or more accurately, a group of related approaches), whose beliefs and actions are up for debate.

This page provides a critical look at certain feminist beliefs and actions that are inadequate or even harmful for achieving gender equality. The point is not that feminists are bad people or that nothing good has ever come from feminism, but I do hope to establish that people can believe in equality but not be a feminist, and shed light on why so many people make that choice. This is in FAQ format because it’s loosely based on interactions I’ve had with feminists. The four main topics covered are: privilege (sections 2 and 3), power (4 and 5), sexism (6 to 8), and men’s issues (9 and 10).


Hier geht es weiter. Ich werde dieses FAQ womöglich selbst als Abkürzung bei Online-Debatten verwenden. Es erspart einem viel Zeit und Tipperei.



3.
Laut Umfragen wünschen sich Menschen in armen Gesellschaften Söhne, da diese bessere Verdienstaussichten haben. (...) Aber auch in westlichen Gesellschaften haben werdende Eltern lange männliche Nachkommen bevorzugt – dies zeigen die Resultate einer zwischen 1941 und 2011 regelmässig durchgeführten Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup. (...) In US-Kliniken, wo die In-vitro-Fertilisation inklusive Geschlechterwahl möglich ist, wünschen sich 80 Prozent der Kunden ein Mädchen. Und US-Zahlen zu Adoptionen belegen: Mädchen werden 30 Prozent häufiger adoptiert als Jungs, wobei die Adoptiveltern sogar bereit sind, für Mädchen mehr zu bezahlen, wie eine Studie der New York University ergab.


Der Schweizer Tages-Anzeiger berichtet.



4. Mit der Nonsens-Schlagzeile "Bill Maher lässt Milo Yiannopoulos ungehindert weibliche Comedians angreifen" beschäftigt sich Sebastian Wessels generell lesenswertes Blog "Red Pill Berlin", dessen Beiträge durch ihre klare und nachvollziehbare Argumentation oft mit Lucas Schoppes "Man Tau" gleichziehen. Ein Auszug aus dem aktuellen Beitrag:

Darf man weibliche Comedians generell nicht kritisieren oder verbal angreifen?

Das wäre eine gleichzeitig erzkonservative und radikal progressive Position, deren Umsetzung in der heutigen Welt gar nicht denkbar wäre. Es ist Konsens und Stand der Dinge, dass Frauen ebenso wie Männer fähig sind und das Recht haben, gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen und eine Rolle im öffentlichen Leben zu spielen. Ein allgemeines Tabu, Frauen zu kritisieren, wäre damit nicht vereinbar. Es würde sie zugleich auf ein Podest heben und entmündigen. Man würde von ihnen Professionalität erwarten und sie wie Kinder behandeln.

Wenn das also auch nicht ernsthaft gemeint sein kann, was dann?

Die Überschrift ist ein gutes Beispiel für eine weit verbreitete Art von Onlinejournalismus, die zum Boulevard neigt und gleichzeitig dazu beiträgt, die Geltung der politischen Korrektheit als verbindliches Regelwerk durchzusetzen und aufrechtzuerhalten.

(...) Mit seiner Neigung zum Skandal auf der einen Seite und zur sachlichen Unschärfe auf der anderen erfüllt der Boulevard diese Doppelfunktion gut. Das Signalwort "Female" löst einen Schock- und Abwehrreflex aus, ohne dass klar wäre, was genau Milo gesagt hatte – siehe oben -, was genau daran sich zu sagen verbietet und warum es sich verbietet.

Die Überschrift suggeriert anhand der vagen Assoziation Frauenfeindlichkeit, dass etwas Schockierendes passiert sei, dessen schockierende Qualität offensichtlich ist. Damit wird die Geltung einer Regel unterstellt, ohne diese Regel zu artikulieren.

Man fährt in dieser Situation am sichersten, wenn man sich konditioniert, mit Äußerungen über Frauen vorsichtig zu sein. Über Frauen nur Gutes.

(...) Doch die Maschine verliert ihre Kraft. Immer öfter wird sichtbar, dass sie selektiv skandalisiert. Sie scheint in diesen Fällen mehr eigennützig als prinzipiengeleitet zu arbeiten. Das untergräbt ihre Glaubwürdigkeit und Autorität als moralische Instanz.

Das Prinzip Über Frauen nur Gutes fliegt zum Beispiel ganz schnell aus dem Fenster, wenn es etwa um Ivanka oder Melania Trump oder auch Cassie Jaye geht. Sogar das Prinzip, Frauen nicht körperlich anzugreifen, fliegt aus dem Fenster, wenn es politisch opportun ist, etwa bei den konservativen Reporterinnen von Rebel Media oder bei der schwangeren Frauke Petry, wenn auch hier nur in der Fantasie.


Hier findet man den vollständigen Beitrag.

Sonntag, Februar 19, 2017

Bastards, Oscars, London – News vom 19. Februar 2017

1. Mitglieder der Antifa diskutieren darüber, ob man Sprüche wie "All Cops are Bastards" raushauen darf. Natürlich erscheint das nicht deshalb plötzlich als fragwürdig, weil man damit Menschen beleidigt, von denen viele mitunter ihr Leben oder zumindest ihre Gesundheit einsetzen, um das Recht zu schützen, sondern weil der Ausdruck "Bastard" eine rassistische und sexistische Ideologie von Reinheit verteidige. "Hurensohn" und "Schlampe" taugten als Bezeichnung für Polizeibeamte ebensowenig, weil sie bürgerlich-reaktionäre Moralvorstellungen kennzeichneten.

Was ist eigentlich aus dem guten alten "Fascho" und "Nazi" geworden, mit dem radikale Linke sonst gerne Leute mit abweichenden Meinungen etikettieren?



2. Spiegel Online hat den schwarzen Schauspieler Denzel Washington interviewt:

Soiegel Online: Halten Sie die Diskussion über die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten bei den Oscars grundsätzlich für übertrieben?

Washington: Sie ist unvermeidlich. Irgendwer wird sich immer diskriminiert fühlen. Wer sagt schon, ich wurde nicht nominiert oder ich habe nicht gewonnen, weil mein Film nicht gut genug war?




3. Einer OECD-Studie verdienen Frauen in Deutschland deshalb so wenig, weil sie durch starre Öffnungszeiten von Schulen und Kindergärten in die Teilzeitarbeit gedrängt würden. Bedeutet das, die beste Maßnahme gegen den Gender Pay Gap wäre, alles zurückzufahren, was Frauen die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit erleichtert, fragt provokativ das Blog Scheidende Geister?



4. Auch in London kämpfen Männerrechtler für eine Gewaltschutzwohnung für Männer.

Freitag, Februar 17, 2017

FDP scheitert mit Vorstoß gegen Männerdiskriminierung – News vom 17. Februar 2017

1. Wer immer das Vernügen hatte, Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags live zu erleben (ich hatte es), wird nicht überrascht darüber sein, wie der von den Freidemokraten angestoßene Antrag auf eine Verfassungsklage gegen eine schlechtere Behandlung von Männern im Öffentlichen Dienst ausging:

Weil die Abgeordneten aller anderen Fraktionen mehrheitlich dagegen stimmten oder sich enthielten, verfehlte die FDP das nötige 30-Prozent-Quorum deutlich. Die CDU bezeichnete den FDP-Vorstoß als "Symbolantrag", weil es vor der Landtagswahl im Mai keine Chance auf ein Urteil gebe.

(...) Nach Zahlen der FDP haben bereits 85 Beamte Klage vor den Verwaltungsgerichten eingereicht. In allen bisherigen Entscheidungen sei den Klägern recht gegeben worden. Hunderte Beamte steckten im "Beförderungsstau". Am Oberlandesgericht Münster werden in diesem Monat erste Entscheidungen in Eilverfahren erwartet.


Davon abgesehen haben die Bürgerinnen und Bürger natürlich auch die Möglichkeit, den männerfeindlichen Parteien die Quittung per Wahlzettel auszustellen.



2. "Man tut den Frauen mit der Quote nichts Gutes" erklärt die Unternehmensrechtlerin Elisabeth Stichmann in einem Interview, das fairerweise als "Streitgespräch" überschrieben ist. Wenigstens tut die zuständige Journalistn hier nicht so, als würde sie unparteiisch sein.



3. Ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen erklingt diesmal der #Aufschrei der Woche: Sexismus-Vorwürfe gibt es nämlich gegen den nordrheinwestfälischen Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD), der die CDU-Politikerin Serap Güler als "gut aussehende schwarzhaarige Dame" bezeichnete. Prompt brandet Empörung und mit ihr eine neue Debatte auf: Darf der das?

Regina van Dinther, frauenpolitische Sprecherin der Union, glaubt nicht, dass der das darf. Sie stellte eine Kleine Anfrage an die NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft: "Toleriert die Ministerpräsidentin das sexistische Verhalten ihres Ministers?" Die Bewertung der äußeren Erscheinung von Serap Güler sei unerträglich. "Diese sexistische Rhetorik ist keine Bagatelle, sondern inakzeptabel", so van Dinther. Anstatt Sexismus gesellschaftsfähig zu machen, müsse die Politik als Vorbild dienen.

Schmeltzer reagierte mit einem öffentlichen Brief an Güler: "Zu meiner inhaltlichen Aussage stehe ich nach wie vor. Fühlen Sie sich jedoch durch meine Beschreibung Ihrer Person herabgewürdigt, entschuldige ich mich dafür in aller Form bei Ihnen." Güler erklärte, sie nehme die Entschuldigung nicht an.

Auch die nordrhein-westfälische Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) und Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) hatten gegen Schmeltzers angeblichen Sexismus protestiert. Die nordrhein-westfälische FDP-Politikerin Susanne Schneider hingegen kommentierte die Show auf Facebook so: "Wenn das sexistisch sein soll, ist das ein Schlag ins Gesicht aller tatsächlichen #Sexismus-Opfer. Der weiblichen und der männlichen!"



4. Die maskulistische Website "The Male Factor" zeigt sich durchaus angetan von dem feministischen Film "Hidden Figures". Der Film, der den Kampf auch von Feministinnen in den sechziger Jahren für die Gleichberechtigung von Farbigen zeige, veranschauliche damit auch den Kontrast zum Feminismus der Gegenwart, der fehlende echte Anliegen mit Männerfeindlichkeit und Egozentrik überdecke.

(Es handelt sich hier um eine Website der indischen Männerbewegung, aber der Film läuft derzeit auch in deutschen Kinos.)



5. Thomas Eppinger sieht den Staatsbesuch der "ersten feministischen Regierung der Welt" (Selbstbezeichnung) in Teheran als "Verrat", nachdem die Feministinnen dort brav Kopftücher getragen hatten:

Züchtig verhüllt und dabei noch grinsend traten die Schwedinnen zum Defilee vor den iranischen Würdenträgern an. Mit dieser Geste der Unterwerfung haben sie nicht nur jeglichen Begriff von "Feminismus" ad absurdum geführt und sind ihren iranischen Schwestern in den Rücken gefallen. Sie haben auch alle Werte verraten, die sich Europa so gern auf seine Fahnen heftet, solange es wohlfeil ist. Was sind schon Frauenrechte, wenn es darum geht, einen Deal an Land zu ziehen?

Wenn es darauf ankommt, verblassen die europäischen Werte zu hohlen Phrase. Menschenrechte? Gleichberechtigung von Mann und Frau? Wozu dafür einstehen, wenn es vielleicht mit einem, wenn auch noch so kleinen, Nachteil verbunden sein könnte. Die eigene moralische Überlegenheit kann man schliesslich auch bei der Kritik an Trump oder beim Einsatz für gendergerechte Toiletten zur Schau stellen.




6. Report München beschäftigt sich mit der Ausbeutung und dem gefährlichen Leben osteuropäischer LKW-Fahrer.



7.
Branding men with undesirable character traits has turned into a popular sport. Men are considered by some — a vocal few, at least — to be competitive, aggressive, and violent, while women are thought of as passive and more inclined to collaboration. As an unrepentant male, I take umbrage at the increasing references to "toxic masculinity." There are two reasons. First, I believe this is pure sexism driven by a small but angry cadre of power-hungry radical feminists. I can see no earthly reason that would require me to defend the values and behavior of my sex. Second, my basic sense of fairness resents the fact that men are often demonized while women get a free pass. If we are going to have a conversation about toxic masculinity, equal time should be devoted to "toxic femininity."

(...) Here are ten characteristics of toxic femininity:


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8. US-amerikanische Buchverlage engagieren aus Angst vor Social Justice Warriors inzwischen "feinfühlige Vorab-Leser", die darauf spezialisiert sind, rassistische, sexistische oder anderweitig problematische Inhalte aufzuspüren.



9.
In November 2016, a male Cornell University student filed a complaint against the university for refusing to immediately investigate his claim of gender bias. Now a judge has ruled that Cornell acted in an "arbitrary and capricious" manner by refusing to follow its own anti-discrimination policy, which caused the male accused student "actual harm."


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10. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

ich habe hier mal etwas Interessantes und absolut Positives für Väter, die allzuoft die zweiten Sieger darstellen.

Ein Familienvater hat das Aufenthaltbestimmungsrecht für die Kinder erhalten, obwohl seine Frau ihn aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hatte. Die Ehefrau hatte in seiner Abwesenheit die Türschlösser schon ändern lassen. Somit stand er vor der Wohnung und kam gar nicht mehr hinein. Die Voraussetzungen also für einen Streit über Jahre vor Gerichten, Jugendämtern usw. und auch mit hohen Kosten. Ende offen, meistens aber doch zu Lasten des Mannes.

Diesmal hatte ein Mann jedoch das Glück, den richtigen Berater zu finden. Manfred Herrmann, Jurist, war selber in der Vergangenheit in seinem "ersten Leben" (vor seinem Studium), betroffener Familienvater. Seither ist er aktiv in der Selbsthilfegruppe EfKiR e.V. Essen tätig (Eltern für Kinder im Revier). Er kennt die Probleme der gesetzlichen und behördlichen Handhabung von Konflikten in Familien. Er rät nur immer wieder: Männer sucht euch rechtzeitig die richtigen Leute zum Gespräch!

Hier hat er wieder einmal den Beweis: Die Ehefrau mit ihrem neuen Freund, die gemeinsam das Leid des Ehemannes und leiblichen Vaters der Kinder nutzen wollten, haben das Gesetz mal nach Paragraphen erklärt bekommen. Und zwar so, wie es neutral angesetzt werden sollte. Die Kinder bleiben hier beim Vater in der ehemals gemeinsamen Wohnung der Eltern der Kinder.

Das Gericht hat entschieden - die Ehefrau und ihr Freund ziehen aus - Vater und Kinder bleiben in der Wohnung - die Schlüssel bekommt der Ehemann - und das alles nach einer Woche.

Ich könnte mir vorstellen, das diese Nachricht viele "arme'' Väter erreichen sollte und es durch eine Veröffentlichung im Gederama-Blogspot möglich wäre. Manfred Herrmann bietet zudem seit Jahren Schulungen an, um Vätern Grundlagenwissen zu vermitteln.


(Die Einverständnis von Manfred Hermann, dass ich hier auf ihn hinweise, liegt natürlich vor.)

Nachtrag: Inzwischen wurde mir zu diesem Leserbrief eine kleine Korrektur zugeschickt: "Es gab lediglich einen familiengerichtlichen Beschluß, daß der Vater und Ehemann das Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine Kinder bekommt. Die Mutter hat mit ihrem neuen Freund schon vor Erlaß des Beschlusses, also ohne Gerichtsbeschluß die Wohnung verlassen, und der Vater ist wieder in sein Eigentum, in sein Wohnung mit seinen Kindern gegangen, und wohnt da weiter." (A.H., Samstagabend, 18.02.)

Donnerstag, Februar 16, 2017

FDP-Brandbrief gegen Männerdiskriminierung – News vom 16. Februar 2017

1. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner setzt mit einem Brandbrief gegen die Diskriminierung von Männern in Nordrhein-Westfalen vor allem die CDU unter Druck:

In einem persönlichen Brief an alle 237 Abgeordneten des Landtags wirbt Lindner für eine gemeinsame Verfassungsklage aller Parlamentarier gegen die Vorgaben, denen zufolge Frauen auch bei schlechterer Qualifikation gegenüber Männern bevorzugt befördert werden müssen.

Auf den ersten Blick ist sein Versuch, Mitglieder der Regierungsparteien gegen das neue rot-grüne Dienstrecht aufbringen zu wollen, aussichtslos. Auf den zweiten Blick nicht: Der FDP-Chef verweist auf die zahlreichen Klagen betroffener Männer gegen das neue Dienstrecht, die zu einem umfassenden Beförderungsstopp in großen Teilen der NRW-Verwaltung geführt haben.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Der Gymasiallehrer und Blogger Schoppe schildert in einem lesenswerten Artikel seine Erfahrungen mit Beratungsstellen für Eltern: Wie man Väter rausberät.



3. Die Sächsische Zeitung hat zur Eröffnung der ersten Männerschutzwohnung in Dresden zwei Mitglieder des Dresdner Männernetzwerks interviewt.



4. Gleichzeitig steht, wie die Ostthüringer Zeitung berichtet, die Gewaltschutzwohnung in Gera vor dem Aus. Thüringens Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke) lehnte eine Finanzierung ab. In dem hier verlinkten Artikel interviewt die Ostthüringer Zeitung Tristan Rosenkranz von der Initiative Gleichmaß e.V., die von Genderama unterstützt wird. Rosenkranz berichtet:

Vor der Landtagswahl in Thüringen gab es zahlreiche Gespräche mit Fraktionsvertretern der Linken, Grünen, SPD und CDU. Dabei sicherten explizit Vertreter sowohl der Linken als auch der SPD zu, das Finanzierungsproblem in den Ausschüssen zur Diskussion für den Landeshaushalt zu stellen. Dies erfolgte in beiden Fällen nicht.

(...) Fundraising als Option beispielsweise ist sehr aufwendig und ehrenamtlich nicht leistbar. Die WBG Aufbau zwar äußerte ausdrücklich den Wunsch, das Projekt auch künftig zu unterstützen. Sollte jedoch mit der Finanzierung Schluss sein, wird die Wohnung im Juli aufgelöst. Als Projektverantwortlicher bin ich müde geworden, habe mir viel zu viele Zusagen angehört, die nicht eingehalten wurden. Von Gewalt betroffene Männer werden sich künftig selbst kümmern und privat irgendwo unterkommen müssen. Wir können dann für sie weder eine Wohnung noch Ämtergänge noch eine therapeutische Hilfe organisieren. Natürlich wird unser Verein sie darauf hinweisen, wo die Ursache dafür liegt.


Man muss hier unbedingt noch einmal daran erinnern, dass wir Männer der herrschenden feministischen Lehre zufolge über den Reichtum der Welt verfügen und nur aufbegehren, weil wir Angst vor dem Verlust unserer Privilegien haben. In Wirklichkeit können wir natürlich nicht einmal verhindern, in einer Situation häuslicher Gewalt gefangen zu sein, während eine linke Gleichstellungsbeauftragte untätig dabei zusieht.



5. In der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Katharina Fontana mit "Feminismus in Zeiten Trumps". Im Teaser des Artikels heißt es:

Frauen sollen sich gegen die Trumps dieser Welt selbstbewusst zur Wehr setzen. Doch ein Feminismus, der einzig gegen rechte Feindbilder austeilt und unbequemen Themen ausweicht, ist unehrlich.


Was sind diese unbequemen Themen? Zum Beispiel, dass der Kampf um "Gleichberechtigung" immer fragwürdiger klingt, je offenkundiger wird, dass es Frauen in unserer Gesellschaft besser geht als Männern:

Schweizerinnen sind heute in mehreren Bereichen bessergestellt als Schweizer, das reicht vom Militärdienst über das Rentenalter bis zur Absicherung im Todesfall. Auch was die Lebensgestaltung angeht, verfügen Frauen heute über so viel (finanzielle) Freiheit und Selbstbestimmung wie Männer. Gesellschaftliche Zwänge gibt es kaum, und wenn doch, scheinen sie heute mehr die Männer einzuschränken. Eine Frau darf immer noch ganz in der Mutterrolle aufgehen, sie kann neben Kindern und Familie ein Bein im Berufsleben behalten oder sich voll der Karriere widmen. Diese Vielfalt an Lebensstilen scheint für Männer und namentlich für Väter heute noch nicht derart selbstverständlich umsetzbar zu sein.


Diese Einsichten klingen so, als wären sie direkten Weges übernommen aus dem Standardwerk der internationalen Männerrechtsbewegung, Warren Farrells "Mythos Männermacht" aus dem Jahr 1995. Es sind seit über 20 Jahren offenkundige Wahrheiten, und trotzdem klingen sie heute noch gewöhnungsbedürftig, heute noch als ein Verstoß gegen die politische Korrektheit vom Opfergeschlecht Frau.

Der Rest des Artikels spult die Standards der Feminismuskritik aus der konservativen Ecke ab: Während lächerliche Kodizes für eine geschlechtergerechte Sprache und eine "Lohnpolizei" gefordert würden, blieben die wahren Skandale selbst dann im Schatten, wenn frauliche Empörung bitter nötig wäre: etwa wenn ein Moslem einer Frau aus religiösen Gründen nicht die Hand geben wolle. Der Slogan "my body, my choice" gilt in Fontanas Augen offenbar nicht für Männer. Auch den Vorwurf, dass Feministinnen mit zweierlei Maß messen, wenn es um Einwanderer gehe, haben wir im letzten Jahr schon etliche Male gelesen (unter anderem von Birgit Kelle und "Don Alphonso"), er trifft allerdings noch immer:

Wenn praktisch jede dumme Anzüglichkeit von Männern, jede deplacierte Bemerkung über Dirndls und Décolletés zu öffentlichen Aufschreien führt, sollte es doch mindestens ebenso viel Furor auslösen, wenn ein Mann in aller Seelenruhe dafür eintritt, die Ehefrau mit Schlägen zum Sex zu bewegen – so geschehen in einem Dokumentarfilm über einen Basler Muslim am Schweizer Fernsehen.


Solche Vorwürfe dürften mit Sicherheit noch etliche weitere Male wiederholt werden. Bis jetzt tun sich Feministinnen beim Thema "muslimische Zuwanderer" noch immer schwer und schwanken zwischen der Trivialisierung damit einhergehender Probleme (Wizorek) und einer Dämonisierung von Zuwanderern (Schwarzer).



6.
"Erst durch Mord wird mein Projekt wieder ein Teil von mir", erklärte Aurora Rodriguez im Gerichtssaal den Mord an ihrer Tochter Hildegart. Hildegart sollte die größte Feministin ihrer Zeit werden, doch als sie den Ansprüchen der Mutter nicht mehr genügt, musste sie sterben. Die Geschichte von Aurora und Hildegart Rodriguez scheint auf den ersten Blick fiktiv zu sein, ist sie doch in ihrer Abstrusität kaum zu übertreffen: Im Jahr 1914 wird das Lebensprojekt von Aurora Rodriguez geboren: Hildegart. Die radikale Feministin Aurora, die in einer Welt aufwuchs, in der kein Platz für die Bildung von Frauen war, will eine Superfrau erziehen. In Anlehnung an Nietzsches Übermenschen soll diese Frau die Urmutter aller Feministinnen sein, um so die Welt vom Patriarchat zu befreien. Deshalb wird Auroras Tochter mit unglaublich viel Bildung versorgt – nur Liebe gibt es keine, würde Liebe die kleine Hildegart doch nur verweichlichen. Diese strenge Erziehung trägt auch Früchte: Hildegart legt eine unglaubliche akademische Bildung hin, schreibt mit 13 Jahren bereits sozialistische Pamphlete über eine neue sexuelle Moral und der Freiheit der Frau. Doch es kommt, wie es kommen musste: Die Tochter will sich aus dem goldenen Käfig der Mutter befreien. Auroras Lebenswerk gilt als ruiniert, was für sie nur einen Ausweg bedeutet: Die Zerstörung des Projekts.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Greta Stampfer. Nicht weniger faszinierend ist der Wikipedia-Eintrag zu Hildegart Rodriguez. Vielleicht ist die Männerbewegung in 80 Jahren stark genug, um auch den heute idealisierten frühen Feminismus kritisch zu erforschen und zu untersuchen, ob nicht schon damals einige fatale Verirrungen in die Wege geleitet wurden.



7. Die Grünen sind in Meinungsumfragen inzwischen auf sieben Prozent abgesackt, dem niedrigsten Wert seit 2008. Kein Mensch weiß, warum.



8. Das Datum für den weltweiten Streik der Frauen gegen Donald Trump steht: Es ist wie erwartet der achte März, der internationale Tag der Frau.



9. Nachdem in einer britischen Umfrage 23 Prozent der Befragten angaben, sie glaubten, dass eine Mutter ihren Nachwuchs mehr liebe als ein Vater, haben die "Fathers 4 Justice" eine neue Kampagne zum Valentinstag gestartet:

"Nine men die every week from suicide in Scotland and dads are three times more likely to die after separation than mothers. We want MSPs to deal with this as a public-health issue and look at the role of fathers and ask why Scotland doesn’t have parental equality."




10. Die Schauspielerin Emma Watson berichtet, sie habe es tagelang nicht mehr aus dem Bett heraus geschafft, nachdem ihr Konzept von Feminismus, das sie vor den Vereinten Nationen ausbreiten durfte, auf Kritik gestoßen war. (Watson befürwortete unter der Parole "He for She" einen Damsel-in-Distress-Feminismus, bei dem starke Männer schwachen Frauen in den Sattel helfen sollen.) Check your fucking privileges, girl: Kein Mensch fragt, wie wir Männerrechtler es aus dem Bett schaffen, während wir von einem Auftritt vor den Vereinten Nationen weit entfernt sind, sondern stattdessen entweder ignoriert oder als verkappte Nazis dargestellt werden.



11. In einem aktuellen Artikel beleuchtet Helen Pluckrose The Problem With Intersectional Feminism. Ein Auszug:

The problem with positioning an ideology on the far-Left and claiming it to represent women, people of color, LGBTs and disabled people is that this requires all members of those groups to be far-Left which they simply aren’t. (...) Only 20% of American women are feminists with 29% regarding it as ethically neutral and 30% as mostly negative. Only 9% of British women are feminists and similarly indifferent or negative views are expressed. This appears to be consistent across races. Of the minority who are feminist, it is unclear how many are intersectional feminists, how many are radical feminists (opposed by intersectional feminists), how many are non-intersectional liberal feminists (opposed by intersectional feminists) and how many have no ideology of feminism but simply consider it the name for the gender equality supported by the vast majority of the population.


Pluckrose belegt diese Zahlen in ihrem Artikel durch eine Verlinkung der Quellen. Es ist bemerkenswert, wie wenig diese tatsächliche Verteilung in der Bevölkerung von Politik und Leitmedien widergespiegelt wird.

It is clearly misguided to assume that by listening to intersectionals, we are listening to women, people of color, LGBTs and the disabled. We are, in fact, listening to a minority ideological view dominated by people from an economically privileged class who have had a university education in the social sciences and/or the necessary leisure time and education to study intersectionality, critical race theory, queer theory and critical analyses of ableism.

It is, of course, perfectly possible to support the rights of marginalized groups and campaign for their greater representation whilst accepting that they have a range of political views including those which contradict yours. However, this is not what intersectional feminists do. We are told repeatedly that intersectionality is the only way and that it is not optional.

(...) Non-intersectional feminists are labelled "White feminists" and vilified furiously. It is important to note that not all "White feminists" are White. The term refers to any non-intersectional feminist.

(...) As a White, mostly heterosexual woman with a disability, I have had some experience of these expectations when entering political debate. I am frequently condemned as a "White feminist" and when I point out that I am not a feminist at all, it is demanded that I explain how this is possible if I am woman who believes in gender equality. My ideological differences are not accepted. Instead I am informed that I am pandering to men and am a gender traitor, a fascist and a misogynist.


Willkommen im Club. Hierzulande wird man sogar vom Vorsitzenden des staatlichen Bundesforums Männer als "Frauenfeind" verleumdet, wenn man nicht seiner persönlichen Auffassung von Feminismus anhängt.

The question of whether or not I should identify as “bisexual” has been of far more interest to intersectional feminists than to me. Both have been argued in the service of showing me to have failed ethically following my expression of non-intersectional views. If I don’t identify as bisexual despite having had a couple of female short-term partners, I am contributing to the erasure of bisexual women. If I do identify as bisexual, despite having always wanted a long-term relationship with a man, and having been in one for 18 years, I am claiming a marginalized identity I have no right to because I do not experience the struggles of bisexual women. If I don’t identify by my disability (which I don’t), I have no right to an opinion on discourses around ableism and if I do, my opinion is perpetuating ableism for people with more severe disabilities. I will usually be reminded that I still have White privilege, class privilege and cisgender privilege and should be quiet and listen.


Pluckrose gelangt zu einem Fazit, das meiner eigenen Position in Büchern wie "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" entspricht:

Focus on group identity and experience should not come at the cost of respect for the whole world of human ideas and experience and every individual’s right to access and subscribe to any part of it. Until intersectionality respects diversity of ideas as well as of identity and supports every individual’s right to hold any of them regardless of their group identity, it cannot be said to represent anything except its own ideology.




12. Wenn Sie an ein durch einen Säure-Anschlag verätztes Gesicht denken – denken Sie dann spontan eher an eine Frau oder an einen Mann? Ich würde behaupten, dass wir durch unsere Medien so konditioniert sind, dass wir ausschließlich weibliche Opfer vor Augen haben. Einer indischen NGO zufolge unterschätzen wir die Zahl männlicher Opfer solcher Attentate dramatisch, berichtet DNA India. Gleichzeitig werden solche männlichen Opfer vom herrschenden System benachteiligt:

35% of all acid attack victims are men, according to Acid Survivors Foundation India (ASFI). As in the case of women, soured relationships seem to be the most common reason for acid attacks on men. (...) Acid attacks on men are also results of professional jealousy, land dispute, business rivalry, settling scores in personal feuds and political wrestling.

(...) Making matters worse are the institutions and processes that fail male survivors of acid attacks. Barik, who was attacked in December 2013, was able to apply for compensation in November 2014. When he didn't receive the compensation for months, he was forced to approach the Calcutta High Court in August 2016. In November 2016, the high court ordered the authorities to compensate Barik within four months. It has been more than two months since the order, but he hasn't received a penny.

Whereas Mishra had to rope in a lawyer. "When I went to the Chief Medical Officer and to the District Magistrate of Meerut for compensation, they refused, saying only women are to be compensated," says Mishra, who was attacked in 2011. His compensation was held up because authorities in his district were unaware that men too come under the ambit of the compensation law. Jain points out that the problem is with implementing bodies like District Legal Services Authority, who are reluctant to help survivors with legal aid despite instructions coming directly from the central government. Laxmi, an acid attack survivor and social activist from Delhi, points to another dismal reality: "It is difficult to raise funds for men (acid attack survivors)."

(...) "While women have the option of covering their face, men don't," says Dr Johar, pointing out that acid attack survivors often require the assistance of a psychologist or a psychotherapist. Dr Srivastava concurs and adds that male acid attack survivors often become objects of curiosity and ridicule. "It is common for them to go through depression, insomnia, nightmares and anxiety about another attack, which instills a fear of the outside world. Confidence and self-esteem take a hit."


Der "Gender Empathy Gap" zu Lasten von Männern und wie er in sozialen Systemen zur Diskriminierung führt bleibt ein internationales Problem - von Indien bis Thüringen.

Mittwoch, Februar 15, 2017

"Männer-Massen, die die Stadt unsicher machen": Der erfundene Sexmob – News vom 15. Februar 2017

1. Viel ist derzeit von einem Kampf gegen sogenannte "Fake News" die Rede. Warum fängt man da nicht bei einem der Leitmedien an? fragt das Bildblog mit Bezug auf die Berichterstattung über einen angeblichen "Sexmob":

Diesen "Sex-Mob" dürfte es, so der aktuelle Kenntnisstand, nie gegeben haben. Er könnte die Erfindung einer einzelnen Person oder einer kleinen Gruppe sein, gut möglich, dass sie damit Stimmung gegen Flüchtlinge machen wollte. Die "Bild"-Medien haben die Geschichte jedenfalls dankbar aufgegriffen, haben sie verbreitet, ohne sie ausreichend zu überprüfen, haben sie selber sogar noch zugespitzt und sie haben mit ihrer Reichweite aus ihr eine Story gemacht, die von Rechten und Nochrechteren in Sozialen Netzwerken rumgereicht wurde, die von anderen Medien aufgegriffen wurde, die es sogar bis nach Großbritannien und zu "Breitbart" schaffte.


Die Geschichte von den 900 sexuell übergriffigen Flüchtlingen beziehungsweise "Männer-Massen", "die die Stadt unsicher machen", wird bald auch von Sat1, natürlich der "Jungen Freiheit" und der "Epoch Times" sowie anderen Plattformen aus dem rechten Spektrum übernommen. Menschen, die sich noch an die alten journalistischen Tugenden erinnerten, recherchierten hingegen erst mal und fanden so beispielsweise heraus, dass es zu diesem vermeintlichen Massenverbrechen keine einzige Strafanzeige gab. Die Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Geschichte mehrten sich. Inzwischen berichtet die Hessenschau über die jüngsten Entwicklungen:

Irina A., die angegeben hatte in Frankfurt in der Silvesternacht sexuell belästigt worden zu sein, hat zugegeben, dass sie in der fraglichen Nacht gar nicht in Frankfurt war. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit, nachdem sie gemeinsam mit der Polizei die Wohnung der 27-Jährigen durchsucht hatte.

(...) Ebenfalls in Zweifel gezogen wurde schnell die Glaubwürdigkeit des Gastwirtes. So wurden Facebook-Einträge entdeckt, in denen eine Nähe Mais zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und zur AfD deutlich wurde. Zudem soll er Verbindungen zu den in Frankfurt verbotenen Hells Angels haben. Die angebliche Hauptzeugin Irina A. wollte sich schon bald nicht mehr zu den Vorwürfen äußern.


Die "Bild" und die "Junge Freiheit" haben inzwischen in einem Artikel erklärt, einer Falschmeldung aufgesessen zu sein.



2. Apropos "Kampf gegen Fake News" – die ehemalige Frauenministerin Kristina Schröder stellt in einem aktuellen Beitrag noch einmal klar: Der Beweis für einen Gender-Pay-Gap ist nicht erbracht.



3. Die Deutsche Telekom erklärt im Zusammenhang mit einer aktuellen Reklame Väter "für eine Familie irrelevant", was die AfD-Politikerin Beatrix von Storch erbost. Die Huffington Post ist natürlich aufseiten der Telekom. (Einen neutralen Artikel, der wertungsfrei einfach nur die Kontroverse schildert, konnte ich bei meiner Recherche nicht finden.)



4. Eine feministische Kellnerin in den USA wurde wegen ihrer männerfeindlichen Sprüche gefeuert. Der Stern ist empört.



5. Gestern war bekanntlich Valentinstag. In dem Artikel "They Even Hate Love" schildert der konservativ-libertäre "American Spectator", wie sehr dieser Tag von Feministinnen kritisiert wird. Das ist allerdings nur der Aufhänger für eine umfassende Ideologiekritik – einschließlich etwa Jessica Valentis bekanntes Statement "I Bathe in Male Tears" – bis der Autor dieses Artikels zu dem Fazit gelangt, dass es sich beim Feminismus um eine "Hassbewegung" handele.



6. Bundesrichter Thomas Fischer widmet sich in seiner Artikelreihe in der "Zeit" unter der Überschrift "Lügen nach Zahlen" Alice Schwarzers von Jörg Kachelmann besuchten Vortrag an der Universität Köln. Auch Fischer zerpflückt, wie schon andere Juristen vor ihm, ausführlich Schwarzers abenteuerliche Argumentation, um dann zu jener Passage zu gelangen:

Mir scheint in diesem Fall aber noch etwas anderes wichtig: Kachelmann ist rechtskräftig freigesprochen. Seine berufliche Existenz wurde durch das Verfahren vernichtet, sein privatester Lebensbereich Gegenstand öffentlicher Diskussion und Häme. Er ist, nach rechtskräftigen Entscheidungen unabhängiger Gerichte, nicht Täter, sondern Opfer von Kriminalität (hier: einer Falschbeschuldigung). Ob er ein netter Mensch ist oder nicht, ist in diesem Zusammenhang ohne Belang.

Kachelmann beschwerte sich in der Kölner Veranstaltung darüber, als "Täter" insinuiert zu sein. Schwarzer, die ihn in ihrer Rede zum "idealtypischen" (armer Max Weber!) Täter stilisiert hatte, fiel zu seinem Auftritt nichts ein – außer der Aufforderung, das Licht heller zu drehen. Das Publikum buhte Kachelmann sogar aus, die ersichtlich überforderte Moderatorin strafte ihn, wie man auf den im Netz stehenden Live-Mitschnitten sehen kann, wie einen lästigen Querulanten mit Nichtachtung, sein wahrheitsgemäßer Hinweis auf Schwarzers Vorstrafe veranlasste höhnische Lacher im Auditorium. Erst nach langem Staunen erwachte Alice Schwarzer wieder zum Leben. "So tief sitzt das?", fragte sie Jörg Kachelmann nach übereinstimmenden Medienberichten. Sie sei "gerührt", dass er den weiten Weg auf sich genommen habe, um sich in ihrer Veranstaltung zu Wort zu melden. Das Publikum zeigte sich begeistert über dieses Ausmaß an Humor.

Darf Frau Schwarzer den rechtskräftig Freigesprochenen mit der Herablassung der Tribunal-Vorsitzenden behandeln? Was wäre wohl geschehen, wenn die Anzeigeerstatterin im Fall Kachelmann sich im Kölner Hörsaal zu Wort gemeldet und der Verteidiger des Freigesprochenen sie daraufhin hämisch gefragt hätte: "Ach, so tief sitzt das? Dafür sind Sie extra angereist? Da bin ich ja geradezu gerührt!" Hätten die Mädels (und Jungs) im Saal dann auch gejauchzt? Und sollten sich die tausend ZuschauerInnen, die in Einfalt jubelten, nicht in Wahrheit schämen? Unterscheiden sie sich moralisch und intellektuell von Dresdner Höcke-Jublern und Frauenkirche-Krakeelern, denen sie sich so überlegen fühlen? Ja, manchmal ist es gar nicht so einfach, zu erkennen, ob man auf der guten und richtigen Seite steht oder mitten drin in der johlenden Masse, die dem Störenfried "das Mikro wegnehmen" will und sich an seiner Demütigung ergötzt.


Das Problem des Feminismus ist eben genausowenig eine einzelne Alice Schwarzer, wie das Problem des rechten Randes ein einzelner Björn Höcke ist. Das Problem ist die von demagogischen Vorträgen aufgepeitschte Masse, deren Mitglieder derart blind vor Ideologie geworden sind, dass sie nicht nur kritisches Denken, sondern auch die Regeln des gesellschaftlichen Anstands vergessen - wobei sie sich einbilden, die "wahren Verhältnisse" durchschaut zu haben und sich als Verkörperung des Volkswillens und Widerständler gegen eine tyrannische Herrschaft zugleich wähnen. Im Gegensatz zu Björn Höcke erhält Alice Schwarzer in unseren Leitmedien allerdings wochenlange Huldigungen für ihre Hetze (zuletzt für "40 Jahre EMMA").



7. Was das Problem verschlimmert, ist, dass es der Kerngedanke des radikalen Feminismus – die sexistische Reduzierung von Geschlechterpolitik allein auf Frauenanliegen – im Gegensatz zur Ideologie des rechten Randes weltweit in die Regierungsparlamente geschafft hat. Aus Großbritannien berichtet der einzige maskulistische Abgeordnete des dortigen Parlaments, Philip Davies, was sich dort bei einer aktuellen Debatte abspielte:

The House of Commons was packed for the impending start of the debate on the Brexit Bill – even the Prime Minister had arrived early – when my Conservative colleague Nusrat Ghani introduced her 10 minute rule Bill.

These are Bills where, as the name suggests, an MP is given 10 minutes to seek permission to introduce a Bill, and one other MP is given the right to speak for 10 minutes in opposition to it. Often they are unopposed at this very early stage in their life.

Nusrat brought forward a Bill to try to tackle the scourge of so-called honour-based crimes.

She wanted to prohibit the term "honour killing", to pay for the repatriation of bodies of UK citizens who are the victims of these crimes, and to allow the prosecution of someone in a third country by British courts when the victim is a UK citizen.

You might think all of this is, on the face of it, worthy of support. So did I, until I noticed that these provisions only applied if the victim was a woman. If the victim was a man then, as far as the Bill was concerned, we shouldn’t care.

So I stood up in front of the packed House to say that I opposed the Bill on the grounds that it discriminated against one gender, and that the provisions should apply to all victims of "honour" crimes regardless of their gender.

So what was the reaction of those MPs who are always the most sanctimonious when it comes to promoting gender equality? Did they welcome my stand for gender equality? No, they jeered and shouted me down!

That’s right. I was jeered and heckled for arguing that men and women should be treated equally. I always thought that was what the equality agenda was all about – but clearly not.

(...) The most amazing part of this was the number of colleagues who came up to me afterwards to tell me that a) of course I was right in what I was saying and b) that I was incredibly brave to have stood up and said it.

I asked them all "Why is it brave to stand up and argue that men and women should be treated equally"?




8. Ja, warum gehört heute Mut dazu, gleiche Rechte für BEIDE Geschlechter zu fordern? Zu dieser Frage passt ein aktueller Leserbrief:

Sehr geehrter Herr Hoffmann, lieber Arne,

ich war bislang der Meinung, Dir vor langer Zeit – vor ca. 5 Jahren? – schon ein Mal ein E-Mail geschrieben zu haben. Allein, ich kann es nicht mehr finden. Daher werde ich so tun, als kontaktierte ich Dich zum ersten Mal. Trotzdem werde ich Dich einfach duzen, so als kennten wir uns bereits. Ich hoffe, Du bist damit einverstanden.

Tatsächlich habe ich inzwischen das Gefühl, wir kennen uns. Denn schon seit Jahren bin auch ich ein treuer Leser Deines Blogs. Ehrlich: ORF, FAZ und Genderama – meine tägliche Zeitungslektüre. Manchmal auch noch die Deutsche Welle, Deutschlandfunk, hier mal was Französisches, da mal was Englisches … Seit einigen Monaten abends auch wieder die Tagesschau, das sogenannte "Flaggschiff"! Die ZEIT eher nur auf Papier. Und anderweitige Informationsquellen wie YouTube oder Blogs.

Und besonders in letzter Zeit habe ich beim Durchlesen Deines Blogs das Gefühl, Du schreibst nicht nur ins weite leere Netz hinaus, sondern Du meinst mich. Sprichst mich – auch mit Deiner Auswahl der Themen – direkt an. So wie letztens, als Du den Blogger Crumar in Deinem Blog mit den Worten zitierst "Komm ins Offene, Freund!", um Deine Einschätzung der Relevanz der Väter- und Männerrechtsbewegung zu unterstreichen: Wir seien viele und werden immer mehr. Aber zu viele schwiegen. Noch.

Ich habe mich nun entschieden, aus der schweigenden Mehrheit herauszutreten und Dir zu sagen, dass ich nicht mehr schweige und dass "wir" tatsächlich immer mehr werden. Langsam, ruhig, aber sicher. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Ich erhebe meine Stimme, nicht weil man mich dazu auffordert, sondern weil es sich schlicht so ergeben hat. Privat habe ich schon vor langer Zeit begonnen, meine Stimme gegen die feministische Vereinnahmung der Gedankengeschichte der Menschheit und ihrer verschiedenen Lebenswelten zu erheben und den feministischen Versuch, alles in eine große, patriarchale Monstrosität umzudichten, aus der uns nur der allem (und vor allem natürlich allem Männlichen) überlegene Feminismus herausholen könne. Schon als ich noch Ethnologie studiert habe, erhob ich meine Stimme. Damals war meine Stimme aber sehr zart und furchtsam (weil ich Frauen ja nicht bekämpfen wollte, sondern sie lieben). Über die Jahre hat sich aber vor allem durch persönliche Erfahrungen mit Frauen ein enormer Widerspruchsgeist entwickelt, der sich nun tatsächlich auch in den Beruf hineingetragen hat. Und deshalb habe ich mich nun endlich auch öffentlich als Antifeminist geoutet. Mein ganz persönliches Coming Out (sic!).


In den folgenden Passagen seines Briefes schildert mir mein Leser, wie er sich in beruflichem Bereich einer wachsenden Dominanz der feministischen Ideologie in seinen Tätigkeitsbereich widersetzt habe. Da er mich zum Ende seines Briefes aber bittet, im Falle einer Veröffentlichung alles zu tilgen, was ihn als Verfasser kenntlich machen könnte, werde ich diese Passagen auslassen. (So weit ist das Coming Out meines Lesers noch nicht gediehen, dass er Firmeninterna öffentlich und sich dabei identifizierbar macht.) Der Schutz meiner Leser hat gegenüber einem ungewollten Outing immer Vorrang.

Und siehe da, plötzlich habe ich unter den Kollegen sogar Unterstützer, von denen manch einer mit einer Feministin verheiratet ist. Sie wagen sich aus der Deckung, weil es eben immer jemanden braucht, der die Stimme öffentlich erhebt.

Fürs Erste war's das von mir. Ich wollte Dich, Arne, meiner ideellen Unterstützung versichern und Dir meine Beweggründe schildern. Bevor ich Dich aber wieder Deinen Recherchen nachgehen lasse, ein kleiner feiner Fund von mir :) Ein sehr amüsanter Beitrag der Deutschen Welle zum Thema Sexismus, und das auch noch beim Thema Kochen! Ganz besonders lustig finde ich die Stelle, an der eine der beiden Feministinnen den Safe Space der Männer zum sexistischen Machtkomplex erklärt. Und ich kann mich irren, aber ich glaube fast, der Sprecher/Autor des Beitrags amüsiert sich auch ein wenig ob der Verrücktheiten unserer Zeit.

Und bevor ich es vergesse, will ich jetzt und hier endlich einmal sagen: Danke! Für Deinen politischen Einsatz, Deine unermüdliche Recherche, Deine Tätigkeit für Betroffene, die im Stillen auf die Stimme derer hoffen, die sie erheben. Zu erheben wagen. Dieser Dank geht tatsächlich stellvertretend an Dich für all jene in der Väter- und Männerrechtsbewegung, die sich seit Jahrzehnten unermüdlich mit den negativen Entwicklungen der feministischen Theorie und Praxis auseinandersetzen, von Warren Farrell bis Cassie Jaye, von MANNdat bis Jörg Kachelmann. Ich habe allen so viele gute Argumente zu verdanken – und das Gefühl, nicht allein, verrückt oder weinerlich zu sein. Vor allem dieses Gefühl. Zunächst nur das Gefühl, dann aber auch wieder Vertrauen in die eigene Denkweise. DANKE!

In der Tat bin ich kein Väter- und Männerrechtler, sondern sympathisiere mit den universalen Menschenrechten. Ich will nicht allein für Väter und Männer eintreten, so wenig wie ich einer Bewegung angehören möchte, die schon im Namen die Apartheid trägt, die sie propagiert. Ich will eintreten für den Respekt vor der Würde eines jeden einzelnen Menschen. Ich bin Antifeminist, weil ich mit den Grundüberzeugungen des Feminismus, wo Sexismus zu finden und was dagegen zu tun sei (bisschen dramatischer: wie er zu bekämpfen sei), absolut nicht mehr übereinstimme. Er hat nämlich nicht Recht. Nicht mehr.

Dienstag, Februar 14, 2017

Ehrenmorde, Mansplaining, Chaosgender – News vom 14. Februar 2017

1. Das Blog Scheidende Geister hat in einer Studie des Max-Planck-Instituts etwas Interessantes entdeckt:

Fast die Hälfte der Opfer von Ehrenmorden sind Männer. Das Bild in der Öffentlichkeit hingegen ist geprägt von weiblichen Opfern. Woran liegt das? Ich glaube, es sind die Auswirkungen des Gender-Empathy-Gap, welches männliche Opfer unsichtbar macht. Im Wortsinn unsichtbar: Eine Google-Bilder-Suche zeigt im Wesentlichen weibliche Opfer und männliche Täter.




2. In der Basler Zeitung kritisiert Eugen Sorg eine der Rednerinnen beim "Frauenmarsch gegen Trump".

Eine der Hauptveranstalterinnen des Pussy-Hat-Marsches wiederum war Linda Sarsour. (...) Sie rief 2015 zur Solidarität mit dem in Israel gefangenen Palästinenser Muhammad Allan auf, einem Mitglied des terroristischen Islamischen Jihad, verantwortlich für die Rekrutierung von jugendlichen Selbstmordattentätern und Anhänger des genozidalen Islamischen Staates. Dagegen verweigerte sie den Opfern des Charly-Hebdo-Massakers ihr Mitgefühl. Denn diese hätten mit ihren Cartoons den Islam, "meinen Glauben geschmäht". Auch verhöhnte sie jene, die das Autofahrverbot für Frauen in Saudi- Arabien kritisierten. "Zehn Wochen BEZAHLTER Mutterschaftsurlaub in Saudiarabien", twitterte sie, "Jawohl, BEZAHLT. Und du sorgst dich um autofahrende Frauen. Du beschämst uns."

(...) Dass eine fanatische Kopftuchgläubige wie Linda Sarsour als eine der beklatschten Hauptrednerinnen an einer feministischen Massenveranstaltung, deren Symbol eine gestrickte rosarote Muschimütze ist, auftreten durfte, klingt wie ein zynischer Witz. Und dass die meisten Medien nichts von all dem berichteten, verweist auf ein bedenkliches Ausmass an intellektueller und moralischer Verwahrlosung.


Bemerkenswerter noch als solche fragwürdigen Stars der feministischen Bewegung ist, dass sie über keinerlei funktionierende Selbstreinigungskräfte mehr verfügt, weil jegliche Kritik am Feminismus von vorneherein als "frauenfeindlich" und "rechts" abgewatscht wird. Und solange es dabei von den Leitmedien bedenkenlos volle Rückendeckung gibt, haben Frauen wie Linda Sarsour freie Bahn.



3. Die "Welt" hat eine News aufgegriffen, die ich gestern auf Genderama verlinkt hatte: Schwedens "feministische Regierung" entsetzt mit Kopftüchern.



4. In dem Beitrag "Wenn das die Richterinnen von morgen sind ..." kommentiert auch Strafverteidiger Mirko Laundon Kachelmanns Auftritt bei einer Veranstaltung von Alice Schwarzer. Der Beitrag enthält ein knapp viertelstündiges Video der Kontroverse (also ein deutlich längeres Video als das zuvor auf Genderama verlinkte). Laundon gruselt sich – ähnlich wie ich – vor allem angesichts der beängstigenden intellektuellen Schwächen von Schwarzers Zuhörerinnen, die einen für die Zukunft noch schwarzer sehen lassen:

Ein halbwegs kritisches Publikum mit angehenden Juristen hätte freilich darüber nachdenken können, ob eine Dunkelziffer nicht vielleicht deshalb so heiße, weil eben die genauen Zahlen nicht bekannt sind, sondern im Dunkeln bleiben – übrigens auch für Alice Schwarzer. Es fragt auch niemand nach, ob man dieses Problem dadurch beheben könnte, indem man einfach ein paar Unschuldige einsperrt. (...) Es bleibt zu hoffen, dass an diesem Abend viele fachfremde Studierende die Aula füllten und die an den juristischen Fakultäten heranwachsenden RichterInnen nicht diese Art des radikalen Feminismus annehmen. Denn wer (Sexual)Gewalt nur auf die gegen Frauen verengt, sollte besser nicht eines Tages über Recht und Gerechtigkeit urteilen und Menschen verurteilen dürfen.


Und das, liebe Jungen und Mädchen, ist einer der Gründe, weshalb man den radikalen Feminismus nicht einfach in der Hoffnung ignorieren kann, dass sich das alles schon irgendwie von alleine gibt. Menschen wie Alice Schwarzer manipulieren unseren Nachwuchs auf gefährliche Weise.



5. Der Rechtsanwalt Ralf Möbius gratuliert Gina-Lisa Lohfink sarkastisch zu ihrem gelungenen Coup und führt aus, dass Ministerin Schwesig ihre Solidarität mit der Straftäterin kaum politisch schaden dürfte: "Schwamm drüber, die Diäten fließen auch ohne Durchblick."

Die Vizefraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katja Dörner, hatte gegenüber SPIEGEL ONLINE gar vor der ersten Verurteilung Recht gesprochen: "Der Umgang mit Gina-Lisa Lohfink ist erschreckend. Ein Opfer wird zur Täterin gemacht, öffentlich bloßgestellt, es wird ihr nicht geglaubt. Das nimmt anderen Frauen den Mut, eine Vergewaltigung anzuzeigen". Und jetzt? Letztlich ein schönes Fällchen, das keine Verlierer kennt. Die Beteiligten scheffeln Kohle, die Justiz hat ihre Unabhängigkeit bewahrt, das Volk hatte seinen Spaß und Berufspolitiker können schon prinzipiell nicht wirklich verlieren.




6.Der Beitrag von Deutschlandradio Kultur über Falschbeschuldigungen und die Folgen steht inzwischen verschriftlicht online.



7. Immer wieder stolpert man in englischen Texten über aktuelle Modewörter, Jargonbegriffe und Slangausdrücke, deren Bedeutung man nicht sofort erfasst. Für solche Fragen gibt es im Internet schon seit einiger Zeit das Urban Dictionary. Praktisches Beispiel: Was bedeutet eigentlich "Mansplain"? Und was bezeichnet der Ausdruck "Manspreading"?

Man sieht sofort den Vorzug dieses Lexikons: Die Mehrheit der Benutzer und nicht eine Handvoll ideologisierter Journalisten entscheidet, welche Definition die passende ist.



8. Neues vom bekanntlich skandalös frauenfeindlichen Präsidenten der USA:

Prime Minister Justin Trudeau and President Donald Trump are teaming up to boost women in the workforce, calling female participation a key to economic growth.

"In order to create economic growth and lots of very good well-paying jobs, we must ensure that our economy is a place where women can work and thrive," Trump said Monday during roundtable talks with Trudeau and women business leaders.

The pair announced the creation of a Canada-United States Council for Advancement of Women Entrepreneurs and Business Leaders, a joint initiative meant to help businesses owned by women as a way to contribute to economic growth, competitiveness and the integration of the two economies.

(...) "We need policies that help keep women in the workforce and to address the unique barriers faced by female entrepreneurs — and they are unique," said Trump, who opened the meeting by noting that he had employed several women as executives in his companies prior to becoming president.

"We need to make it easier for women to manage the demands of having both a job and a family and we also need to make it easier for women entrepreneurs to get access to capital."


Hier findet man den vollständigen Artikel.



9. Der australische "Spectator" beschäftigt sich mit dem Mythos von der Herrschaft des weißen Mannes. Ein Auszug:

The contemporary Left has often embraced morally repugnant policies that are not truly socially inclusive, but that embrace a collection of separate identity politics which are socially divisive and legally discriminatory. Such policies are disruptive of the classical liberal message that everyone should be treated equally before the law.

(...) Arguably, the principal victims of identity politics are white working-class men. The main culprits for the terrible plight faced by this unfairly targeted group are the radical feminists. Unfortunately, today’s feminist jurisprudence goes far beyond the original and widely supported goal of equal treatment amongst the genders. The new agenda is positively illiberal and hopelessly sexist, in the sense that its primary objective is no longer the achievement of true equality. Instead, it seeks to bring about the radical redistribution of power from the allegedly ‘dominant class’ (specifically white men) to the allegedly ‘subordinate class’ (women).

(...) To be sure, it is fair to assume that economically disadvantaged white males are the main victims of ‘positive discrimination’ policies that are racially motivated and that make white males pay for ‘past injustices’ that they themselves have personally not committed.

The assumption that white males necessarily acquire a more privileged socio-economic status simply because they were born white and male reflects a disturbing form of determinism that denigrates a group that contains all sorts of social classes and people: rich, poor, middling, left, right, good, bad, happy, sad, etc.

Such a gross generalisation is not simply fallacious; it is as racist as saying that all black men are criminals.


In den folgenden Absätzen greift der ausführliche Artikel viele Argumente der Männerrechtsbewegung auf, bevor er zu folgendem Fazit gelangt:

And yet, railing against ‘white male oppression’ continues to be the rallying cry of feminist theory and its fellow travellers who occupy positions of power in the legal and political professions. Of course, to sustain that our legal system supports and validates white male oppression (and that white males are necessarily more privileged than individuals belonging to any other racial-gender group) is utterly ludicrous, especially in countries like the United Kingdom where it has been fully demonstrated that white men are actually less legally protected and less socially successful than almost every other social group.

It is Orwellian to note so many members of the political-academic elite denouncing the alleged privileges of some of the most disadvantaged members of our society. Such affluent elitists may write inflammatory articles and books decrying so-called ‘while male privilege’, but they are infinitely more privileged than the white males who they like so much criticise, particularly those who empty their bins or sweep their roads.


Es bleibt faszinierend, dass im angelsächsischen Sprachraum Artikel erscheinen dürfen, die in Deutschland undenkbar wären.



10. Japanern wird Sex immer lästiger.



11. Es sieht so aus, als wäre Facebook mit seiner Entscheidung für lediglich 60 verschiedene Geschlechter aus heutiger Sicht schon wieder hoffnungslos reaktionär:

Jenny Crofton explains that there’s "an infinite diversity of genders in the world" and "at least as many genders as there have been humans who lived. I say ‘at least’ because as it turns out, people can embody more than one gender in their lifetime," Crofton writes. "We can even embody more than one gender at once. We can experience them as full and independent, or as partial and mixed," Crofton continues. A few examples of possible gender identities offered in Crofton’s article include "amorgender," which is "gender that changes in response to a romantic partners," "mirrorgender," which is "gender that changes to reflect those around you," "chaosgender," which is "gender that is highly unpredictable," and "gendervex," which is "having multiple genders, each of which is unidentifiable." Genders can also be negative instead of positive — something Crofton calls "antigender." For example, some people might identify as "antigirl," and that’s not to be confused with identifying as "male."


Der Artikel ist in Gänze lesenswert.

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