Freitag, April 28, 2017

Gießener Allgemeine: Väterrechtler gefährden Leben von Kindern – News vom 28. April 2017

1. In der Gießener Allgemeinen zieht Karen Werner unter der Überschrift "Schutz statt Väterrechte" drastisch gegen Väterrechtler zu Felde. Ein Auszug:

Zwei Gesetzesänderungen zur "Stärkung der Väterrechte" hätten vielen Frauen das Leben schwerer gemacht und gefährdeten im Extremfall ihr Leben und das ihrer Kinder. In Kraft traten sie 1998 und 2009. Grundsätzlich gewünscht wird seitdem die "gemeinsame Elternverantwortung" und der Kontakt der Kinder mit beiden, erklärte die Familienrechts-Expertin Sander. (...) Durchgesetzt wurden die Gesetze laut der Referentin von Netzwerken wie dem "Väteraufbruch". Deren Verfechter säßen etwa in Beratergremien von Bundesministerien und hätten effektive Lobbyarbeit betrieben. Nun sei "Frauenpower" gefragt. "Wir alle sind aufgerufen mitzuwirken, dass dieser Wahnsinn aufhört."




2. Cassie Jayes Männerrechtler-Doku "The Red Pill" hat den ersten Platz beim Louisiana International Film Festival gemacht und erhielt einige ausgezeichnete Kritiken.

In der ersten verlinkten Kritik heißt es:

To my surprise, this was not the hate-filled film I had read about in the news at all instead I found myself watching a rather non-biased look into the similar and sometimes very different worlds of both Feminism and the Men's Right's Movement. I really believe this film could open the floor for some much-needed conversations between people and could help change the world to be a much more peaceful place someday.


In der zweiten kann man lesen:

Evidently these protesters never saw the film, and their aggressive campaign against its director Cassie Jaye succeeded in having the film pulled from cinemas and removed from festival programs. The simple fact that these people's ignorance and disregard for creative freedom has impeded other people's rights to engage in a discussion is outrageous and a blight on true democratic values. Shame on them, and shame on those cinema's who were too gutless to stand up to an angry minority.


Natürlich trifft dieses Problem die Männerrechtsbewegung insgesamt: Gerade die hohe Qualität unserer Argumente scheint eine besonders aggressive Dämonisierung anzufeuern.



3. Lucas Schoppes Offener Brief an die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine kleine Debatte angestoßen. So unterstützt das Blog "Fisch + Fleisch" Schoppes Vorschlag, mein "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" ins Programm der Bundeszentrale aufzunehmen. In der Kommentarspalte unter Schoppes Analyse spricht "ReVolte" für all diejenigen, die aufgrund langjähriger bitterer Erfahrungen skeptisch geworden sind, ob sich die gegenwärtigen repressiven Diskurse überhaupt noch mitgestalten lassen:

Ich bewundere deine analytische Beharrlichkeit, Lucas.

Aber m.E. läuft das uralte biologische Programm 'ein richtiger Mann hat Frau zu dienen'. Zuwiderhandlung sind frauenfeindlich (links) oder uncharmant (konservativ). Insofern win-win. Dagegen scheint kein Kraut gewachsen – links nicht und bei den Konservativen erst recht nicht.

Nicht, dass ich dich entmutigen will – ganz im Gegenteil. Vielmehr suche ich verzweifelt nach einer wirklich wirksamen Strategie. Freundlich sachliche Kritik üben wir jetzt seit Jahrzehnten, während der Ausbau weiblicher Vorzugsrechte munter voranschreitet und die seit ehedem disponiblen Männer sich das Leben nehmen. Tote Männer? Kranke Männer? Selber schuld. Dann sind's halt keine 'richtigen Männer'. Juckt niemanden – zu allerletzt Frauen. Der Mann ist nur Mann als opferbereite Verfügungsmasse – allen scheinheiligen Lippenbekenntnissen der Genderia zum Trotz. Uraltes Muster.

Benennst du feministische Doppelmoral, wirst du diffamiert, gelöscht, gesperrt, ignoriert – zigmal in allen möglichen Varianten erlebt. Und es war und ist wirklich unglaublich, welche Energie hierbei aufgewandt wird. Die Widerstände sind enorm und geradezu konzertiert.

Es ist biologisch.

Männer wie Kimmel, Gesterkamp, Rosowski usw. wissen das, haben – konfrontiert mit frauenbewegten Furor – resigniert und kollaborieren. Für mich bleibt bisher nurmehr: Verweigerung.


Dem hält "Djadmoros" entgegen, dass er nicht an eine biologische Vorbestimmtheit glaube:

Erstens, weil ich nicht glaube, dass sich das biologische Programm auf diese Formel bringen lässt. "Matriarchat" ist ebensowenig ein Naturzustand wie "Patriarchat". Wer wem "dient", ist eine Frage der individuellen Persönlichkeit und der Dominanzverhältnisse in Paarbeziehungen. Die fallen mal so, mal so aus.

Zweitens, weil ich eine "institutionengeschichtliche" Begründung hinreichend finde. Würden wir uns als Dissidenten in der Sowjetunion denn anders fühlen? Spätestens mit Anbruch des Stalinismus hätte sich eine grundsätzliche Opposition gegen die gesellschaftlichen Normen und Sichtweisen wohl genauso vergeblich angefühlt. Diese Normen und Sichtweisen waren bloß um die zwanzig Jahre alt, als sie flächendeckend verbindlich wurden, und als das System schließlich endete, hat es so etwas wie eine "Vergangenheitsbewältigung" kaum gegeben.

[Die Verweigerung] ist eine Strategie auf der persönlichen Ebene, die ich nachvollziehen kann und die verhindern helfen kann, sich selbst an den bestehenden Verhältnissen zu vergiften. In manchen Hinsichten folge ich ihr selbst. Aber das muss ja niemanden daran hindern, auf der kollektiven Ebene immer wieder heißes Wasser nachzugießen. Jeder so, wie er halt kann.

Als ich in den späten 80ern und frühen 90ern studiert habe, gab es "Männerthemen" ausschließlich in feministischen Geschmacksrichtungen. Mein damaliges Unbehagen an dieser Ideologie (ich gehörte knapp vor dem Mauerfall mal für kurze Zeit zu einer "Männer-gegen-Männergewalt"-Gruppierung) konnte ich damals in gar keiner Hinsicht produktiv verarbeiten und artikulieren. Ich konnte nur das Thema als ganzes verdrängen (und habe mich von dieser "Pudel"-Szene eben wieder gelöst, die damals natürlich niemand so genannt hat). Verglichen mit damals haben sich – beginnend mit Arnes Pionierarbeit – die Verhältnisse in meinen Augen dramatisch verbessert.

Wir können unsere Anliegen mittlerweile auf hohem Niveau artikulieren, weil wir uns eine Sprache und ein Theorienfeld geschaffen haben. Man tut so, als ob es uns nicht gäbe, weil wir der Elefant im Wohnzimmer des Feminismus sind. Jede Schimpftirade über "Masku-Trolle" ist ein angestrengter Versuch, an uns vorbeizuschauen und die Mücke an der Wand gegenüber interessanter zu finden als den Elefanten direkt vor der Nase. Wir könnten die – mittlerweile – in jeder einzelnen ihrer Talkshows argumentativ hochgehen lassen, als die ideologischen Scharlatane auffliegen lassen, die sie sind. Dieser öffentliche Diskurs ist daher der Schützengraben, den zu infiltrieren das Gebot der Stunde ist – zum Beispiel mit Aktionen wie denen von Lucas.


Lucas Schoppe selbst erklärt zu seiner Aktion::

Ich hoffe, dass auch noch andere zumindest mit einer kurzen Nachricht oder ähnlichem einsteigen werden. Und ich bin gar nicht so pessimistisch, das das nichts bringt. Es geht mir auch nicht einmal darum, Untätigkeit und Voreingenommenheit zu entlarven – ich fänd es wirklich wichtig, wenn Arnes Buch mindestens so zugänglich wäre wie das von Kimmel ...




4. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Auf Bento erklären vier Männer, warum sie sich als Feministen betrachten. Dabei schießt Jonas aus Gerolfingen mit folgender Aussage den Vogel ab:

"Und wenn mal jemand einen sexistischen Spruch von sich gibt, und zum Beispiel sagt, die Frauenquote ergebe doch gar keinen Sinn, dann frage ich nach: Wieso sagst du sowas?"

Die Sinnhaftigkeit der Frauenquote zu bestreiten, ist für Jonas also ein sexistischer Spruch. Er reagiert auch darauf, als hätte sein Gegenüber eine verletzende Bemerkung gemacht ("Warum sagst du so was?"). Ein weiterer Beweis, in was für einer patriarchalischen Gesellschaft wir leben: Bloße Kritik an Frauenförderung erscheint – einem Mann – als Sexismus, das heißt nicht nur als falsche Meinung, sondern als moralisch verwerflich. Ob wir Jonas mal erläutern sollten, warum manche Leute an der Frauenquote so ihre Zweifel haben? Etwa weil sie als Männer auch noch am eigenen beruflichen Fortkommen interessiert sind bzw. auch an dem ihrer Söhne und nicht nur an dem ihrer Töchter? Aber wie macht man das, ohne sexistisch zu sein?

Donnerstag, April 27, 2017

Ostdeutsche Männer fordern von Ministerin: "Integriert erst mal uns!" – News vom 27. April 2017

1. Bevor wir zur Presseschau kommen, verlinke ich erfreut auf Lucas Schoppes Offenen Brief an die Bundeszentrale für politische Bildung. Schoppe geht zunächst auf ein von der Bundeszentrale herausgegebenes Buch Michael Kimmels ein:

Kimmel spricht schulische Nachteile von Jungen an – und konzentriert sich dann auf Schulamokläufer. Er spricht die prekärer werdende berufliche Situation von Männern an – und konzentriert sich auf Amokläufer am Arbeitsplatz. Er spricht die prekäre familiäre Situation von Männern an – und konzentriert sich auf Männer, die Gewalt gegen Frauen ausüben. Er spricht die Abstiegsängste einer weißen amerikanischen Mittelklasse an – und konzentriert sich auf rassistische Nazis.

Allerdings sind diese Nazis in seinen Augen dann immer noch sympathischer als "Männerrechtler" (326) – was auch jemand absurd finden müsste, der ein Engagement für Männerrechte, was immer darunter zu verstehen ist, albern findet.

Was aber würden wir wohl von einem Wissenschaftler halten, der über die soziale Situation von Migranten schreibt – und der dabei durchgehend jedes Kapitel, wieder und wieder, auf Ausländerkriminalität und auf eine angeblich typische Gewalt von Migranten zuspitzt? Wir würden ihn mit guten Gründen nicht für einen Wissenschaftler, sondern für einen Hetzer halten.


Dass Kimmel in unserer feministischen Gesellschaft als "Männerexperte" gilt, sagt eigentlich schon alles darüber, was von dem augenblicklichen Zustand dieser Gesellschaft zu halten ist.

Schoppe schreibt weiter:

Daher möchte ich Ihnen vorschlagen, als eine solche andere Perspektive Arne Hoffmanns "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" in Ihr Sortiment aufzunehmen. Hoffmann setzt sich in diesem Plädoyer ein für die Rechte Homosexueller und die Rechte von Migranten, er kritisiert auch feministische Positionen aus einer links-liberalen Perspektive – und er setzt sich sehr intensiv, kenntnisreich und mit unzähligen Belegen eben mit den sozialen Problemen auseinander, die Kimmel nur streift.

Ein "integraler Antisexismus" (schon S. 7) würde geschlechterbedingte Nachteile von Frauen UND von Männern bekämpfen: Diese Kernposition Hoffmanns hat in meinen Augen den großen Vorteil, dass Männer und Frauen darüber wieder miteinander politisch ins Gespräch kommen können, anstatt zunehmend wütend übereinander zu reden. Auch die Texte von Kimmel und Karsch fördern leider eher dieses Reden über die Anderen als das Gespräch mit ihnen.

Hoffmanns Text bringt damit eine Perspektive hinzu, die gerade in heutigen Geschlechterdebatten oft fehlt. Dort reden Autoren wie Kimmel ebenso ressentimentgeladen über Männer, wie manche Kommentatoren in Internet-Foren über Frauen reden. Daher, und weil es sorgfältig belegt einen großen Reichtum an weithin unbekannten Informationen enthält, ist das Buch ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung.


Ganz herzlichen Dank für diese Empfehlung!

Ähnlich wie der erste Kommentator unter dem Beitrag bin auch ich auf die Begründung der Absage gespannt. Dass unser "patriarchaler" Staat ein Buch herausgeben wird, das sich ernsthaft für Männer engagiert, statt sie abzuwerten, halte ich für utopisch. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, solche Strukturen überhaupt erst einmal sichtbar zu machen.



Und jetzt zur Presseschau:

2. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping reist durch ihr Bundesland, um herauszufinden, warum sich dessen Männer abgehängt fühlen. "Stimmt es, dass es Sachsen besser gehen würde, wenn sich nur mal jemand die Sorgen der Männer anhört?" fragt Die Zeit:

Frau Köpping hat nichts dagegen, ihr Amt auch als das der Ministerin für zornige Männer zu begreifen. "Ich bin ja sowohl für Integration als auch für Gleichstellung zuständig", sagt sie. Und betreffe Gleichstellung nicht beide Geschlechter? Über Probleme von Frauen werde selbstverständlich gesprochen. Aber Männer? Die fielen in der Problemanalyse oft hinten runter.


Auch Männern zuhören – ein völlig neuartiges und unerprobtes Konzept in der Geschlechterpolitik. Ob es wohl eine Zukunft hat?



3. Unter der Schlagzeile Kein Geld mehr für "Gender" berichtet die FAZ, wo die Frankfurter AfD Möglichkeiten sieht, öffentliche Ausgaben einzusparen:

Etwa ein Drittel davon soll verhindern, dass Gender-Projekte wie "Infrau" (118.000 Euro im Jahr) und "Fim – Frauenrecht ist Menschenrecht" (175.000 Euro) fortgesetzt werden. Auch eine eigene Online-Beratung für Mädchen (103.860 Euro) sei ersatzlos zu streichen. Dasselbe gelte für entsprechende reine Jungen-Programme – "falls vorhanden".




4. Bei der "taz" macht man sich Sorgen, dass die Zahlen der aktuellen Kriminalstatistik auf fremdenfeindliche Gleise führen könnten. Männerfeindliche Gleise lägen doch viel näher, schließlich seien die meisten Tatverdächtigen männlich. Aber eine Männerfeindlichkeit gebe es nicht, seufzt Maike Brülls, die die letzten 200 Jahre männerfeindlicher Agitation offenbar nicht mitbekommen hat, auch wenn sie problemlos einsteigt: "Es scheint nicht zu überraschen, dass Männer kriminell und gewaltbereit sind."

Die Rhetorik der Fremdenfeinde nicht zu kontern, sondern nur für das eigene liebste Feindbild zu verwenden – sowas schafft wohl nur die "taz".

Maike Brülls führt weiter aus:

Die Zahlen können als ein Rückschluss auf das Wort mit P verstanden werden, welches erklärt, dass und wie Männer das soziale System maßgeblich prägen.


Bei "Wort mit P" kann in einer feministischen Gazette nur "Patriarchat" gemeint sein. Die Logik Maike Brülls wäre dann: "Dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Tatverdächtigen männlich ist, belegt, dass wir unter einer Männerherrschaft leben." Diese Logik macht aber nur Sinn, wenn man gleichzeitig behauptet: "Dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Tatverdächtigen ausländischer Herkunft ist, belegt, dass wir unter einer Ausländerherrschaft leben."

Nee? Macht keinen Sinn? Kriminologen behaupten sogar, es würden auch deshalb viele Zuwanderer zu Kriminellen, weil sie besonders häufig geschädigt wurden oder weil sie besonders schlechte Chancen in unserer Gesellschaft haben? Was über Männer im Analogischluss genau das Gegenteil von dem belegen würde, was Maike Brülls herbeifabuliert?

Vergesst die Logik. Es ist Feminismus. Es ist die "taz". Die, wenn es um Geschlechterfragen geht, genauso gut aufgestellt ist wie Bernd Höcke & Co., sobald von Zuwanderern die Rede ist. Die Mischung aus Ressentiment und Populismus gibt in beiden Fällen keinen gedeihlichen Boden ab.



5. Feminismus bis zum Kommunismus und noch viel weiter! fordert die Linksjugend Solid. Viele andere denken dasselbe, sagen es aber nicht so klar.



6. Der Berliner Tagesspiegel fleht die Bundeskanzlerin an:

Verdammt, Frau Merkel, sagen Sie’s einfach: Ich bin Feministin! Wir brauchen den Feminismus!


Ähnlich sieht es die Stuttgarter Zeitung und haut die geforderte Parole gleich in den Titel: "Lang lebe der Feminismus".

Übrigens verkauft jetzt Dior Shirts um 550 Euro mit einem Zitat der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie: "WE SHOULD ALL BE FEMINISTS". Und die Modezeitschrift "Elle" urteilt: "ein Shirt, das alle Modefrauen tragen sollten". Vielleicht finden zwischen totalitärem Anspruch und kompletter Vermarktung hier Kapitalismus und Sozialismus endlich zueinander.



7. Ein Mann und eine Frau gehen miteinander ins Bett. Für ihn ist es wilder Sex, sie verklagt ihn danach wegen Vergewaltigung. Die zuständige Richterin spricht den Beschuldigten frei:

Laut der Pressesprecherin des Amtsgerichts Brandenburg an der Havel war für das Urteil vor allem ausschlaggebend, dass das Opfer selbst aussagte, dass der Täter das Geschehen als einvernehmlich wahrgenommen haben könnte. "Somit konnte man nicht ausschließen, dass es sich um einen Irrtum gehandelt hat", so die Pressesprecherin gegenüber VICE. Für die Richterin und die Staatsanwaltschaft war kein Vergewaltigungsvorsatz nachweisbar.


Der auf diese Passage folgende Satz des zitierten Artikels der VICE lautet allen Ernstes:

Nur etwa acht Prozent aller Vergewaltigungen in Deutschland führen zu einer Verurteilung.


Im Weltbild der VICE-Macher liegt eine Vergewaltigung also nicht dann vor, wenn es zu einem entsprechenden Urteil gekommen ist – sondern automatisch ab Anklage. Dementsprechend empört sich VICE über dieses Urteil als einen unfassbaren Skandal.

Gottseidank gibt es als Antwort auf derartige Produkte der Qualitätsmedien inzwischen die "Kloake des Internets". Die Bloggerin Miria etwa gibt unseren Journalisten solcher Artikel gerne die offenbar dringend benötigte Nachhilfe: Was ist eigentlich dieser Rechtsstaat?

Dabei ärgern Miria vor allem die brülldämlichen Reaktionen von Leserinnen solcher feministischen Artikel – Leserinnen, die sich davon jedesmal wie auf Knopfdruck aufhetzen lassen:

Mich machen diese öffentlichen Reaktionen wütend! Wie kann es sein, dass Menschen ernsthaft der Meinung sind, da hätte ein anderes Urteil gefällt werden müssen? Wie kann es sein, dass Menschen öffentlich hier Richterin und Beteiligte beleidigen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Wie kann es sein, dass genau solche Kommentare auch noch die größte Unterstützung erfahren?


Meiner Einschätzung nach liegt das daran, dass sich VICE gezielt an die dümmstmöglichen LeserInnen wendet, weil die Redaktion offenbar annimmt, dass sie die Blöden eher für sich gewinnen kann als die Nachdenklichen.

Allerdings findet man dieselbe Idiotie auch auf Spiegel-Online.



8. Im Raum Rosenheim hat die Polizei mit einer Welle von Fake News über angebliche Vergewaltigungen durch Flüchtlinge zu kämpfen.



9. Das bekannte linke US-Blog "The Daily Beast" berichtet über einen der vielen Studenten, die ihre ehemalige Uni verklagen: Notre Dame Expelled Me Because I'm Male.

In the filing, John alleges the university ignored video evidence of the "vindictive" motives of his ex-girlfriend. (John’s complaint alleges an acquaintance filmed Jane saying, "I want to fuck up [John’s] reputation; I want to make sure he never has a girlfriend ... here or anywhere ... and I want him never to be able to have a social life.") Further, John says the university allowed Jane to "cherry pick" text messages used as evidence, failed to contact witnesses supplied by John, and refused to consider the expert opinion of his therapist who, he claims, would have reported progress in John’s mental health and a complete severing of ties between him and his ex-girlfriend. (...) John’s expulsion and lawsuit is only the most recent in a growing body of complaints from students alleging their schools’ investigations have been actively anti-male and have violated Title IX, the federal law that prohibits sex discrimination in education. In 2016, at least 47 students or their representatives sued schools alleging such violations, according to a database maintained by the men’s rights advocacy group Title IX For All (previously known as Boys & Men in Education and before that, A Voice for Male Students). In 2017, the University of Miami, Cornell, the University of Texas, Clemson, and Purdue University have all faced similar lawsuits. The cases are all pending.




10. Ein Büro der US-Universität Harvard erklärt in einem Studentenführer, dass sich das Geschlecht mancher Menschen mitunter von Tag zu Tag ändere. Wer das anders sehe, sei ein Gewalttäter.

"Transphobic misinformation is a form of systemic violence," the document goes on to state. "Fixed binaries and biological essentialism, manifest in gendered language, misgendering someone, and the policing of trans bodies, threaten the lives of trans people."




11. "The Hindu" stellt den indischen Biker Ameer Shareef vor, der durch die 29 Bundesstaaten seines Landes braust, um Aufmerksamkeit für häusliche Gewalt gegen Männer zu wecken. (Anders als in der deutschen ist es in der indischen Presse durchaus üblich, über maskulistische Aktionen zu berichten, ohne zwischen den Zeilen Kotzgeräusche anzudeuten.)



12. Die Post. Einer meiner Leser freut sich über die Verlinkung des New-York-Times-Artikels, in dem eine Einschränkung der Meinungsfreiheit an Universitäten als Verteidigung der Demokratie gepriesen wird, und merkt dazu an:

Die Reaktion auf diesen Artikel scheint in den USA ziemlich lebhaft zu werden. Auch Fox News berichtet begeistert und genüsslich über diese Steilvorlage seitens der "Autoritären Linken".


In Deutschland schreibt Hadmut Danisch über den Artikel und seine personellen Hintergründe: "Die Sippe Baer und die Grundrechte". Dabei spekuliert Danisch auch darüber, warum der Holocaust als Rechtfertigung dafür verwendet wird, Menschen mit unliebsamer Meinung durch Gewalt am Reden zu hindern.

Passend dazu veröffentlichte jetzt der Psychologieprofessor Jonathan Haidt einen Artikel im Chronicle of Higher Education: Intimidation Is the New Normal on Campus:

Anyone offended by the speaker can put out a call on Facebook to bring together students and locals, including "antifa" (antifascist) and black-bloc activists who explicitly endorse the use of violence against racists and fascists. Because of flagrant "concept creep," however, almost anyone who is politically right of center can be labeled a racist or a fascist, and the promiscuous use of such labels is now part of the standard operating procedure. The call to shut down Mac Donald’s talk asserted, without evidence, that her agenda is "racist, anti-Black, capitalist, imperialist, [and] fascist." As with accusations of witchcraft in earlier centuries, once such labels are attached to someone, few will dare to challenge their accuracy, lest they be accused of the same crimes. (...) From now on, any campus speaker who arouses a protest is at risk of a beating. Can this really be the future of American higher education?


Ein anderer Leser schreibt mir:

Beim heutigen sad desk lunch bin ich über diesen Artikel gestolpert, der vielleicht auch für Genderama von Interesse sein könnte. Bei golem.de wurde er offensichtlich mit einem Zitat aus der Microsoft-Pressemitteilung überschrieben: "Es gilt, die Potenziale von Mädchen zu fördern".

Hier der Link zur originalen Microsoft-Studie. Viel braucht man eigentlich nicht dazu zu schreiben, die Studie berührt ganz sicher einige wichtige Punkte, z.B. die Problematik positiver Rollenmodelle und der Mangel an praktischer Anleitung. Allerdings liegt der Fokus natürlich ganz klar auf Mädchen:

"It’s really important that men and women think about that when they speak to girls, because often, boys are automatically encouraged in STEM-related subjects and girls are automatically discouraged."

Es wird z.B. beschrieben das über 50% der deutschen STEM-Lehrer männlich wären, so als wäre das ein Problem. Über die Gründe dafür wird scheinbar aber nicht nachgedacht. Warum ist das so? Hat das internationale Patriarchat wieder zugeschlagen? Oder vielleicht handelt es sich, zumindest zu einem Teil, um einen Ausdruck biologisch bedingter unterschiedlicher Interessen? Wenn freie Gesellschaften, und um die handelt es sich im Großen und Ganzen bei Zentral- und Nordeuropa, auch eine freie Entfaltung erlauben, warum ist dann das Interesse so gering? In allen untersuchten Ländern ist das Interesse in den "humanities" bei Mädchen und Frauen höher als STEM. Ist das ein Frage der Rollenmodelle und anderer "softer" Faktoren oder vielleicht doch der Biologie geschuldet, zumindest im statistischen Mittel? Die Frage stellt sich offensichtlich nicht einmal.

Oder vielleicht liegt es auch an der beständigen Beschreibung der weiblichen Opferrolle? Folgende Zitate legen das zumindest nahe:

"60% admitted they would feel more confident pursuing a career in STEM fields if they knew men and women were equally employed in those professions"

Ich kann nicht für alle STEM-Bereiche sprechen, aber im akademischen Bereich, speziell in Deutschland, gibt es die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes, welche per definitionem keine Ungleichbehandlung qua Geschlecht erlauben.

Die folgende Aussage eines befragten Mädchen gibt vielleicht einen weiteren Hinweis:

"Sometimes when teachers explain [science] it’s not really fun, but my mum, because she knows a lot about it, she explains it more thoroughly and more interestingly"

Nun, nach meiner persönlichen Erfahrung besteht (Natur)Wissenschaft im Mittelbau aus einem Gutteil harter Arbeit, einem gerüttelt Maß Selbstausbeutung kombiniert mit Frustration und Planungsunsicherheit. Ich persönlich tendiere zur Vermutung, dass eine akkurate Beschreibung dessen, was die Arbeit in den Naturwissenschaften für den "normalen" Wissenschaftler bedeutet, noch mehr Jugendliche davon abbringen würde.

Auch wenn die Studie sich keine groben ideologischen Exkurse erlaubt, so passt meine Interpretation doch gut zum heutigen Tenor auf Genderama, nämlich: Wenn die Frauen nicht so wollen, wie sich das eine Minderheit wünscht, so muss man sie eben zwingen.

Auch wenn Jungen natürlich nicht das Thema der Studie waren, so halte ich persönlich eine weitere Feminisierung der Schule, was sich ja deutlich aus dieser Studie ergibt, nicht für zielführend.

Wie üblich herzliche Grüße aus London!

Mittwoch, April 26, 2017

Tagesordnung Deutscher Genderkongress 2017 liegt vor

Vorbehaltlich kleiner Änderungen steht inzwischen die Tagesordnung des Zweiten ganzheitlichen Gender-Kongresses, der am 13. Mai 2017 in Nürnberg stattfinden wird. Der Veranstalter dieses Kongresses hat es mir als, wie er schreibt, "Sprachrohr für die Gleichberechtigung von Jungen, Männern und Vätern" überlassen, die vollständige Tagesordnung mitsamt den Namen der Akteure auf Genderama exklusiv vorzustellen. Die folgende Tagesordnung ging mir heute zu, etwaige Nachfragen bitte ich an den Veranstalter zu richten:



09:00 Empfang und Begrüßung

Jörg Langanke – Vorsitzender, Väter-Netzwerk e.V.

Moderation: Klaus John – Presse, Väter-Netzwerk e.V.



09:10 Grußworte aus der Politik von Vertretern (m/w) der CDU, CSU, SPD, FDP, LINKE



09:30 Für ein gerechtes Familienrecht: André Rossnagel – 2. Vorsitzender, Väter-Netzwerk e.V.



10:00 Defizite in der Geschlechterpolitik: Werden Jungen und Männer ignoriert?

Dr. Bruno Köhler – Vorstand, Manndat e.V.



10:30 Networking Kaffeepause



11:00 Kurzpräsentation der Verbände – Referenten und Leiter (m/w) der Arbeitsgruppen



11:30 Arbeitsgruppen I

I. Kampagne. Eine Brille für Ministerin Schwesig?

Thomas Walter – Vorsitzender, Manndat e.V.

II. Sorgerecht. Einfluss auf das Grundgesetz?

André Rossnagel – 2. Vorsitzender, Väter-Netzwerk e.V.

III. Diskriminierung. Wurden früher nur Frauen diskriminiert?

Karen Mc Fly – Männerrechtlerin mit internationalem Ansatz

IV. Kinderarmut. Existenzsicherung bei Trennungskindern?

Michael Stiefel – Vorstand, Familieninfotreff e.V., Berlin, Vaeterland e.G., Umgangskosten.de

V. Gleichstellung. Verwechslung mit Gleichberechtigung?

Johannes Resch – Vorstand, Verband für Familienarbeit e.V.

VI. Jugendamt. Entspricht Vaterausgrenzung dem Kindeswohl?

Torsten Sommer – Ziegelsteiner Deklaration, Nürnberg

Yvonne Dahl – Leiterin des Jugendamtes

VII. ParentalAlienationSyndrome. Wie verhindert man die Eltern-Kind-Entfremdung?

Horst Schmeil – Vorsitzender, Gleichmass Güstrow e.V.

VIII. Schulbildung. Gibt es eine Jungenabwertung?

Dr. Bruno Köhler – Vorstand, Manndat e.V.

IX. Adoptionsrecht – Warum nicht auch für gleichgeschlechtliche Paare?

Marietta Barthel – SPD, Landesliste Bayern



12:30 Mittagessen



13:30 Notwendige Reformen im Familienrecht

Reinhard Pelzgen – Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht, Senat für Familiensachen



14:00 Arbeitsgruppen II

X. Unterhalt. Rosenheimer vs. Düsseldorfer Tabelle?

Michael Baleanu

XI. Häusliche Gewalt. Beschränkt sich Gewalt auf ein Geschlecht?

Torsten Sommer – Ziegelsteiner Deklaration, Nürnberg

Arne Hoffmann – Schriftsteller und Sachbuchautor

XII. Eltern. Wie erreicht man Konsens?

Sabine Rupp – ISUV e.V. Arbeitskreis Kinderrechte, Nürnberg

XIII. Zwangsvaterschaft. Haben Männer reproduktive Rechte?

Elmar Diederichs – Gründer, JungsUndMaedchen.wordpress.com

XIV. Medien. Geschlechtsneutrale Berichterstattung in Print, TV und Audio?

Gunnar Kunz – Autor, Cuncti.de (Lesung)

XV. Sprache. Ist geschlechtergerechte Sprache möglich?

Bernhard Lassahn – Schriftsteller und Kinderbuchautor, Berlin

XVI. Frauen- und Männer-Emanzipation. Geschichte, Gegenwart, Zukunft nach der Club of Vienna-Studie?

Johannes Meiners – Politologe und Geschlechterforscher, Verfasser der Club of Vienna-Studie

XVII. Männerpartei. Darf das sein?

Hannes Hausbichler – Männerservice e.V.

XVIII. Gender. Bedeutung und Auswirkung?

Thomas Fügner – Gründer Männerschmie.de



15:00 Networking Kaffeepause mit Tombola



15:30 PRESSEKONFERENZ – Abschluss-Communiqué

Mit Vorstellung der Wahlprüfsteine, Forderungskatalog an die Parteien zur Bundestagswahl



16:00 Ausstrahlung des Kinofilms "The Red Pill" mit deutschem Untertitel



17:30 PODIUMSDISKUSSION – Geschlechterpolitik 2020

Moderation: Klaus John – Väter-Netzwerk e.V.



18:00 Ausblick Kongress 2019 und Verabschiedung



19:00 Abendessen



20:00 Gründungsversammlung des Bundesverbands Jungen, Männer & Väter e.V., Berlin




Mir ist klar, dass man vor allem in Ministerin Schwesigs "Bundesforum gegen Männer" darauf gewartet hat, diese Liste endlich vorliegen zu haben, so dass man einzelne Teilnehmer anschreiben und vor dieser offenkundig rechtsradikalen Veranstaltung warnen kann – so wie vor dem Genderkongress im November 2015.

Was das kongressbegleitende Unterhaltungsprogramm angeht: Weiß jemand, ob wir die feministischen Randaliererinnen, die das Foyer verwüsten und Exemplare meiner Bücher stehlen, selbst informieren müssen oder ob man die dafür notwendige Vorab-Hetze gegen den Kongress den üblichen Leuten überlassen kann?

Angela Merkel kommt ins Stottern: "Sind Sie eine Feministin?" – News vom 26. April 2017

1.
Diese Frage einer Moderatorin bei der W20-Frauenkonferenz brachte die Bundeskanzlerin hörbar aus dem Konzept. Sie setzte an, geriet ins Stocken, brach ab. Dann rang sie sich doch zu einer Antwort durch.


"Die Welt" berichtet, was die Bundeskanzlerin auf die Frage, ob sie eine Feministin sei, geantwortet hat – nach einigem Stottern, das gar nicht nötig gewesen wäre: Denn bei dem Gipfeltreffen sprach sie sich sehr deutlich etwa für die Frauenquote in Unternehmen aus. Donald Trumps Tochter Ivanka und IWF-Chefin Christine Lagarde, mit Merkel auf dem Podium, bezeichneten sich ganz offen als Feministin. (Und wie nennt man eine Gesellschaft, in der die Herrschftsclique der feministischen Ideologie anhängt? Genau: Frauen unterdrückendes Patriarchat.)

Mehrere Zeitungen berichten allerdings eine weitere bemerkenswerte Äußerung, die auf dem Gipfel getätigt wurde:

Es sei auch sehr schwierig, Frauen zu motivieren, sagt Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH. "Wir müssen die Frauen zwingen, Führungspositionen zu nehmen", sagt sie mit Erfahrung aus der Praxis. Es liege nicht nur an den Umständen.


Diese Logik, der zufolge man Frauen dazu zwingen muss, sich so zu verhalten, wie es die feministische Ideologie von ihnen verlangt, kennen wir schon von anderen Anhängerinnen dieser Ideologie. Recht bekannt ist beispielsweise folgendes Statement Simone de Beauvoirs: "Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden."

Man kann sich der Feststellung kaum entziehen, dass der Feminismus mit all seinen Elementen die Nachfolge des real existierenden Sozialismus angetreten hat: die Vorstellung, dass man Menschen zu ihrem Glück zwingen müsse, die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf diese Ideologie, die staatlich geleitete Umverteilung von Geldern, die faktische Gleichschaltung großer Teile der Leitmedien, der totalitäre Umgang mit Kritikern und Dissidenten und manches andere mehr. Auch dass sämtliche im Bundestag sitzende Parteien feministisch ausgerichtet sind – zwischen Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz besteht bei diesem Thema ja keinerlei Kontroverse –, erinnert an die gute alte Blockflöten-Zeit der DDR.



2. Apropos: Eine beliebte feministische These lautete, dass viele Frauen sich nicht etwa deshalb Vollzeitarbeit entziehen, weil sie sich das mit einem männlichen Partner als Ernährer schlicht leisten können, sondern weil sie durch die Betreuung ihrer Kinder daran gehindert würden. Prompt wurden von staatlicher Seite Ganztagsschulen eingerichtet, die die armen Frauen entlasten sollten. Hat das nun zu vermehrter weiblicher Vollzeitarbeit geführt? Na raten Sie mal.

Individuen dahin zu steuern, wo sie die Machthaber gerne hätten, scheint mehrheitlich nur bei Journalisten, Politikern und Studenten zu funktionieren.



3. Wie es aussieht, wenn man Menschen frei darüber entscheiden lässt, ob sie eine bestimmte Weltsicht annehmen möchten oder nicht, zeigte sich zuletzt beim Einbruch der Verkaufszahlen von Marvel-Comics und aktuell im Spielwarenbereich: Die Diversity-Barbie wird nicht gekauft. Herrgöttin, kann man die Leute nicht irgendwie ... zwingen?



4. Gestern war der internationale Tag der Eltern-Kind-Entfremdung, was die meisten Leitmedien geflisstentlich ignorierten: Schließlich gehört er nicht zu den vielen feministischen Jubeltagen vom Frauentag bis zum Equal-Pay-Day, für die im Patriarchat ein riesiges Medien-Bohei verpflichtend ist. Ausgerechnet die "Bild"-Zeitung allerdings hat das gestrige Datum und das Leiden der Väter zum Thema eines Artikels mit ganz konkretem Ratgeber-Ansatz gemacht: Was sind meine Umgangsrechte?



5. Das ist kein Witz! Die UN wählt Saudi Arabien in die Kommission für Frauenrechte titeln die "Netzfrauen", und weil die "Netzfrauen" die zuverlässigste Quelle für Clickbait und Fake News sind, schwappt seitdem eine neue Welle der Empörung und Hysterie durch Facebook. Warum glauben etliche Mitglieder des weiblichen Geschlechts eigentlich ALLES, solange es nur den Unterdrückungs-Mythos stützt? Das Bildblog klärt auf, was tatsächlich Sache ist.



6. Schwarze Bürgerrechtler, die sich für Gleichberechtigung engagierten, wurden von Rassisten als "angry black men" diskreditiert. Aktuell geschieht weißen Männern mit der Keule "angry white men" dasselbe. Lucas Schoppe hat sich anhand des männerfeindlichen Demagogen Michael Kimmel, der diese Keule erfunden hat, genauer angeschaut, wie hier die Klischees eines rechten Populismus wiederholt werden:

Wie aber soll eine demokratische Linke Perspektiven gegen politische Gegner wie Trump, die Front National oder die AfD entwickeln, wenn sie deren Ressentiments schlicht übernimmt, sie lediglich umwertet und sie dann ausgerechnet gegen eben die Menschen richtet, die einmal Träger linker Politik waren?

Wenn eine seriöse Wochenzeitung wie Die Zeit Todeswünsche gegen alte weiße Männer als Clickbait veröffentlicht und wenn sie damit den Eindruck erweckt, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sei eigentlich ganz in Ordnung, sobald sie sich nur gegen die richtigen Gruppen richte – dann ist das kein Missbrauch von Kimmels Text, sondern sein konsequenter Gebrauch.

(...) Warum aber veröffentlicht die Bundeszentrale für politische Bildung [Michael Kimmels] Text? Warum nicht lieber ein Buch wie, zum Beispiel, das so viel sorgfältiger recherchierte und so viel weniger feindselig geschriebene Plädoyer für eine linke Männerpolitik von Arne Hoffmann?

Das werde ich in dieser Woche dort einmal nachfragen.


Ich bin gespannt auf die Antwort.



7. In einem Gastbeitrag für RP-Online warnt der Düsseldorfer Psychotherapeut Matthias Franz vor den verheerenden gesundheitlichen Folgen, die Genitalverstümmelung auch bei Jungen und Männern haben kann: Beschneidung ist ein Akt der Gewalt. (Trotzdem gab es auch dafür in Deutschland natürlich überparteilichen Konsens, da sich diese Gewalt nur gegen Jungen und Männer richtet.)



8. "Die Welt" berichtet über einige Hintergründe von Hillary Clintons Scheitern – Hintergründe, die erstaunlich wenig mit "Frauenhass" zu tun haben: Wie Obama Clinton zwang, bei Trump anzurufen.



9. Der Blogger "Graublau" setzt seine Kritik an Genderkritik, hinter der sich nichts anderes als religiöser Fundamentalismus verbirgt, fort. Genau so etwas macht es dem Gender-Lager leicht, auch wesentlich fundiertere Kritik in Bausch und Bogen mit zu verurteilen.



10. Bei meiner täglichen Lektüre der "Firefighting News" bin ich auf eine interessante Meldung gestoßen: Ein australischer Feuerwehrmann hat kürzlich wegen Männerdiskriminierung geklagt.

Dienstag, April 25, 2017

"17 Richterinnen zur selben Zeit im Mutterschutz" – News vom 25. April 2017

1. Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich damit, wie Männer in der Justiz zur Minderheit geworden sind:

Beispiel Wuppertal: Wenn dort im Bergischen Land einer dabei ist, verbreitet sich die Botschaft "wie ein Lauffeuer". Die Sensation ist, so der Autor, "das Thema in der Kantine". (...) Joachim Wagner: "Alle sind sich einig, dass der Zustrom von Frauen die Justiz bereichert hat. Sie gelten als besser organisiert, effizienter und haben das Diskussionsklima in Kammern und Senaten verbessert."


Klar, das ist die beliebte Vorstellung von Frauen als besseren Menschen. Irgendwer hat darüber vor sechzehn Jahren mal ein Buch geschrieben. Aber die Realität ist von den damit verbundenen Paradies- und Erlösungsvisionen ein gutes Stück entfernt:

Sensible Beobachter sehen eine Veränderung des Richterprofils am Horizont: durch mangelnden Ehrgeiz und fehlendes Engagement bei Kolleginnen, die ihr Amt als "Zweitberuf" betrachten, neben dem der Mutter und Ehefrau, mit dem Hauptverdiener Mann im Hintergrund. (...) Wie soll zum Beispiel ein Gerichtspräsident gegensteuern, wenn sich in seinem Bezirk "17 Richterinnen zur selben Zeit im Mutterschutz" befinden? (...) Sie haben gleichzeitig ihre Kinder und ihr Amt zu versorgen, der Staat wiederum muss seiner Fürsorgepflicht genügen und einen ordentlichen Gerichtsablauf gewährleisten.


Normalerweise werden solche Einwände als "frauenfeindlich" abgetan. Dass sich jetzt sogar die Süddeutsche Zeitung mit ihnen beschäftigt, zeigt, dass hier ebenso wie im medizinischen Bereich ein echtes Problem auf uns zukommt.



2. In Österreichs "die Standard" erklärt eine Männerforscherin, warum männliche Opfer sexueller Gewalt schweigen.



3. Der Blogger "Graublau" legt dar, warum er ein schauerliches Interview mit dem Gender-Kritiker Ulrich Kutschera schauerlich findet.



4. Der einzige britische Parlamentsabgeordnete, der sich bei Geschlechterthemen auch für Männer eisnetzt, Philip Davies, gerät immer stärker unter Beschuss und soll schnellstmöglich entfernt werden. Zahlreiche Leitmedien, so der Independent, der Guardian und die BBC geben Sophie Walker, Führerin der "Women's Equality Platform", die ein parteiübergreifendes Bündnis gegen Davies schnürt, eine Plattform, ihn als Sexisten zu verunglimpfen:

The leader of the Women’s Equality Party is gaining cross-party support to replace a male Yorkshire MP who fought a law protecting women against violence and who wanted to remove the word "women" from the Women and Equalities Committee.

Sophie Walker, the pro-equal pay politician who became leader of WEP in 2015, has likely gained enough support from local Green Party and Liberal Democrat candidates to get a free run for Philip Davies’ seat in Shipley, West Yorkshire.

Mr Davies has long been a controversial backbencher in Parliament, and a fan of filibustering. He was criticised for telling a men’s rights conference last year that "feminist zealots really do want women to have their cake and eat it", prompting hundreds of women to eat cake and post the pictures online.

He was also condemned for his 91-minute speech to block an anti-domestic violence bill – the bill had a landslide victory of 138 votes to one.

"Philip Davies’s track record of misogyny should have no place in Parliament," Ms Walker, a former journalist, said in a statement.

"It is a national embarrassment that he sits on the Women and Equalities Committee. Shipley deserves an MP that will represent the needs and interests of all its constituents, instead of one who spends constituency time on a self-indulgent anti-women campaign."


Davies hatte gefordert, nicht nur weibliche, sondern auch männliche Opfer vor häuslicher Gewalt zu schützen und das Geschlechterthema generell nicht auf Frauenanliegen zu verkürzen – ein Standpunkt, der vielen heute als "frauenfeindlich" gilt.

Philip Davies verteidigt sich gegen die Anfeindungen:

On hearing that Ms Walker would be standing against him in his West Yorkshire constituency, and that she had told the Guardian he was "basically a sexist misogynist who puts his own ego ahead of his constituents", Mr Davies told the i: "I have asked Sophie Walker on multiple occasions to give one quote from my 12 years as an MP where I have asked for women to be treated less favourably than men and she hasn’t been able to come up with one. All I have ever said – as people can see from my speeches - is that all legislation should apply equally to men and women. How that can be sexist is beyond me. It is Ms Walker who is a politically correct sexist as she clearly opposes legislation treating men and women equally and she also believes in positive discrimination. The Women’s Equality Party clearly doesn’t believe in true equality between men and women".


Natürlich haben aber die Leitmedien in unserem Frauen unterdrückenden Patriarchat nicht die geringste Lust, Davies sich seiner Verdammung entziehen zu lassen, sondern führen aus:

Ms Walker said at the time Philip Davies tried to block the women’s rights bill, known as the Istanbul Convention, that it was "deeply concerning that some MPs still consider women’s equality a threat to men".

Ms Walker added: "Male survivors need appropriate services to rebuild their lives, but that does not mean that men’s needs should be at the centre of services for women who have survived male violence. Violence against women and girls is not gender neutral – and as long as we fail to understand this we cannot hope to bring an end to it."

The survivors of rape and sexual assault who attended the debate also expressed anger over Mr Davies’ "idiotic" stunt.

WE now has more than 65,000 registered members and supporters, and one overarching goal: achieving total gender equality.


Es ist die altbekannte demagoische Alice-im-Wunderland-Logik, vor der unsere Leitmedien fast durchgehend auf die Knie fallen: Geschelchtergerechtigkeit kann nur durchgesetzt werden, wenn man sich auf die Nöte eines Geschlechts alleine fokussiert. Jeder, der beide Geschlechter in den Blick nimmt, wird öffentlich als ein Gegner der Gleichberechtigung und "Idiot" angefeindet, von dem unsere Gesellschaft befreit werden muss. Bestrafe einen, erziehe tausende.



5. "Heute ist das Ziel des Feminismus nicht mehr Gleichberechtigung mit Männern, sondern Schutz vor ihnen" erklärt die feministische Dissidentin Christina Hoff Sommers in einem Interview.



6. "Der Krieg gegen junge Männer an unseren Colleges muss jetzt enden" fordert die New York Post. Wenn man in dieser Forderung die Einschränkungen "junge" und "an unseren Colleges" herausnimmt, kommen wir ins Gespräch.



7. In der Debatte um die Meinungsfreiheit an Universitäten vergleicht die New York Times jetzt Gegner dieser Meinungsfreiheit mit Überlebenden des Holocaust und bezeichnet sie als Verteidiger der Demokratie:

The idea of freedom of speech does not mean a blanket permission to say anything anybody thinks. It means balancing the inherent value of a given view with the obligation to ensure that other members of a given community can participate in discourse as fully recognized members of that community. (...) As a scholar of literature, history and politics, I am especially attuned to the next generation’s demands to revise existing definitions of free speech to accommodate previously delegitimized experiences. Freedom of expression is not an unchanging absolute. When its proponents forget that it requires the vigilant and continuing examination of its parameters, and instead invoke a pure model of free speech that has never existed, the dangers to our democracy are clear and present.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Wussten Sie, dass der französische Präsidentschaftsbewerber Emmanuel Macron (*1977) mit einer Frau verheiretet ist, die 24 Jahre älter ist als er? Brigitte Macron (*1953) war seine Französischlehrerin. Er war 15 und seine Lehrerin 39, als sie sich "ineinander verliebten", wie die Wikipedia euphemistisch schreibt:

"Dort lernte sie den damals 15-jährigen Schüler Emmanuel Macron bei der Mitwirkung in einer Theatergruppe kennen, einen Klassenkameraden ihrer Tochter Laurence. Auzière und Macron verliebten sich ineinander."

Wäre mir eigentlich egal, wenn es dieses Doppeldenk nicht gäbe. Gestern wieder vorgeführt von Rolf-Dieter Krause, den ich sonst sehr schätze. Aber in der Phoenix-Sendung "Unter den Linden" vom 24.04.2017 gab es etwa folgenden Dialog zwischen Anne Maillet (France 24) und dem Ex-ARD-Korrespondenten:

Anne Maillet sagt etwa, dass Herr Macron mit einer 20 Jahre älteren Frau verheiratet sei, die einmal seine Französichlehrerin war. Darauf Rolf-Dieter Krause: "Wäre es anders herum, würde das niemanden interessieren."

Thema der Sendung war "Frankreich wählt – wankt Europa?" Es hatte also mit dem Thema nichts zu tun. Aber die feministische Anklage lautet ja, es sei sowas von ungerecht, daß älterer Mann und jüngere Frau gesellschaftlich akzepiert sei, umgekehrt aber nicht. Das hat sich so in die Gehirne eingefressen, dass es selbst bei jeder unpassenden Gelegenheit rezitiert werden muss.

Die eigentliche Konsequenz wird mit dieser Floskel jedoch zugedeckt, denn: Hätte Macron als 39-jähriger Lehrer sich auf eine 15-jährige Schülerin eingelassen, dann wäre seine politische Karriere von Stund der Kenntnis an beendet. Er wäre ein Pädophiler, der seine Schülerin missbraucht hatte.

Sonntag, April 23, 2017

Huffington Post: Chefredakteurin tritt wegen Männerhass zurück - News vom 23. April 2017

1. Zum vermutlich ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wird von verantwortlicher Seite Hate Speech sanktioniert, die nicht gegen Frauen, sondern gegen Männer gerichtet ist.

Genderama-Leser konnten in den letzten Wochen ja den Konflikt um einen Artikel der südafrikanischen Huffington Post mitverfolgen, in dem gefordert wurde, weißen Männern das Wahlrecht zu entziehen. Normalerweise werden solche und schlimmere Entgleisungen mit großer Heiterkeit aufgenommen, und öffentlich niedergemacht werden nicht die HetzerInnen, sondern diejenigen, die diese Leute als "Feminazis" oder "Femifaschistinnen" titulieren. In diesem Fall trifft die Sanktion erstmals eine Täterin:

A blog calling for white men to be disenfranchised‚ published by news website The Huffington Post SA‚ was discriminatory and constituted hate speech‚ press ombudsman Johan Retief found on Saturday.

The publication was ordered to publish an unreserved apology for its "serious misconduct" – the most serious breach of the press code of ethics.

"Let me be short and sweet: If disenfranchisement of anybody (whether white males or black females for that matter) is not discriminatory‚ the meaning of discrimination should be redefined‚" Retief wrote in a hard-hitting 14-page finding.


Sexismus gegen weiße Männer wird von verantwortlicher Stelle als genauso übel bezeichnet wie Sexismus gegen schwarze Frauen! Das ist ein Novum und läuft der feministischen Ideologie, die in der westlichen Gesellschaft sonst durchgehend herrscht, komplett entgegen. Normalerweise wird diese Auffassung nur von uns Männerrechtlern vertreten, und es sind wir, die dafür als schräge Sonderlinge gelten.

In dem von mir zitierten Artikel heißt es weiter über den Tadel, der etwa seitens des Deutschen Presserates unvorstellbar wäre:

"I do not believe for one moment that such discriminatory and denigratory opinions can be described as being in the public interest – especially given this country's history of its struggle for liberation. To disenfranchise a section of the population once again would indeed represent a huge step backwards – one that may have some serious unforeseen consequences."

(...) Retief rebuked Huffington Post SA editor-in-chief Verashni Pillay for initially defending the blog following the public outcry. Pillay claimed the blog was "pretty standard for feminist theory" and that there was "nothing in the article that should have shocked or surprised anybody".


Die Ironie an der Sache: Pillay hat mit ihrer Einschätzung durchaus Recht, was die feministische Theorie angeht.

However Retief's ruling means the publication must also publish an unreserved apology which points out that the published text was malicious‚ inaccurate‚ against the public interest‚ discriminatory and denigratory‚ amounted to hate speech‚ and "impaired the dignity of reputation of many people".

Retief criticised Pillay's handling of the matter‚ and said her online comments had created the impression that she (and the publication) had "no serious problems with the content of the blog" and that the major error had been Roodt concealing his true identity.

"The main problem with the blog was 'internal'‚ not 'external' – it was not a fault in the system‚ as Pillay alleges (as a decision was made to publish the blog – it did not just slip in by itself); if was not an accident‚ it was a mistake made by the editor and her editorial team‚" Retief said.

(...) Horn said the company regretted the incident: "A number of in-depth interventions will be‚ and in some instances‚ have already been‚ implemented to address processes and attitudes that caused this situation. The investigation into the incident is at an advanced stage and will be concluded early next week."


Dieser Tadel hat für die verantwortliche Redakteurin Verashni Pillay weitergehende Konsequenzen:

Andreij Horn, head of 24.com, announced that the company has accepted the resignation of Verashni Pillay from her position as editor-in-chief of The Huffington Post SA.

Her resignation followed immediately on the release earlier today of the findings of the press ombudsman that a blog published on the site was "malicious" and "discriminatory".

Horn said editorial control over the site has been reassigned: "With immediate effect, Ferial Haffajee, The Huffington Post SA’s editor-at-large, and Pieter du Toit, the site’s deputy editor, will take over the editorial management of the site until we have appointed a new editor. We have the utmost faith in their ability to lead the site through both the changes we are making to address the internal issues that made this situation possible in the first place, and the impact it had on society at large, the company, and its staff."


In Deutschland hingegen wird zum Beispiel Dreck, in dem Mirna Funk dazu auffordert, "eine feministische Terrorgruppe zu gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg zu schaffen", von der "Zeit" übernommen. (Geht man in den Kommentarbereich unter der Hetze heißt es in dem ersten Text, auf den man stößt, übrigen allen Ernstes: "Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion.") Kann sich jemand auch nur vorstellen, dass der Deutsche Presserat die "Zeit" wegen diesem Artikel scharf rügen würde? In vielen deutschen Leitmedien gelten Feministinnen als Heilige, an denen sich jede Kritik verbietet. Und eine Radikalfeministin wie Anne Wizorek landet in einem Gleichstellungsteam von Frauenministerin Schwesig. Bei uns wird Hass auf soziale Gruppen belohnt, so wie seit jeher, solange es nur die "richtige" soziale Gruppe trifft.

Die Schrecken der deutschen Geschichten haben uns im Gefolge der 68er Bewegung mit Büchern wie Theweleits "Männerphantasien" zu der Auffassung verholfen, dass Männer nun mal scheiße sind. Die Schrecken der südafrikanischen Geschichte scheinen zumindest in diesem einen Fall zu der Auffassung geführt zu haben, dass das Schüren von Hass gegen Menschengruppen generell falsch ist. Letzere Auffassung wird von uns Maskulisten vertreten, und die Anfeindungen, die wir dafür erhalten, sind bekannt.



2. "Feminism Is Now Toxic" lautet die Überschrift eines aktuellen Artikels auf der Online-Plattform "Splice Today". Aufhänger ist die in feministischen Kreisen beliebte These einer "vergifteten Männlichkeit":

Proponents of the toxic masculinity theory have been successful on college campuses at spreading the message that young men carry a demon seed within them that only feminists know how to remove. Educational programs are aimed at telling half of the students they have a chromosomal, poisonous rage within them that must be expunged before it inevitably explodes and hurts someone. Many men who’ve never manifested any symptoms of this malaise are resentful that there’s an implied connection between themselves and savage men like Stephens.

Toxic masculinity doesn’t have a formal, academic definition. It’s more of a catch-all term that can be applied to anything that’s identified as male-related rage. It’s a concept that men’s advocacy groups have used to describe a single-mother family situation that might produce a mental image of exaggerated masculinity in boys. Now, feminists are using it to suggest all males were born with this "original sin."

(...) Men do commit most crimes, but most men aren’t criminals, so the toxic masculinity theory falls short as an explanation. Forcing it on college men isn’t going to stop any of these murders, although it does provide an opportunity for feminists to achieve power. While they’d never admit it, insisting every man has a toxic masculinity provides an opportunity to denigrate them. Teaching it to college students as if it’s established fact supported by research, rather than a trendy theory being pushed due to campus politics, is problematic as well.

Assigning a negative trait broadly across a gender is stereotyping, usually abhorred by liberals, but liberals are always willing to make exceptions to their creed when it suits their agenda. Try to imagine negative traits that some ascribe to females (watch reruns of the Real Housewives of New Jersey), labeling them toxic, and then lecturing 18-year-old women about them at a freshman orientation. Does anyone think that they’d react well to it, or that it would improve relations between the sexes?

It’s no secret that many feminists in academia don’t like men. Then how can it be a good idea to put them in charge of educating men in a belittling manner in which only the negatives of a gender are discussed? It’s acceptable due to the feminist worldview of the dominant patriarchy that makes men the victimizers and women the helpless victims. Feminism is what’s now toxic, which is a major reason only one in four women want to be known as feminists. Perhaps college men should be taught this.




3. Wie es an US-amerikanischen Universitäten mitlerweile zugeht, berichtet aktuell auch die Nachrichten-Website Heatstreet:

A feminist professor said she was so triggered by a male student’s paper that “I began to have trouble distinguishing him from the man that [raped me].”

Writing anonymously in Inside Higher Ed, the professor described a lesson on rape culture she included in her gender class, saying she was frustrated with male students skeptical that it exists.

But one male student’s paper left her "thrown back into a pit of traumatic, fragmented memories," she wrote.

The student cited a men’s rights advocacy group, referenced a case where a woman raped a man, questioned whether feminism was relevant, and said that concerns about gender inequality were overblown.

The professor thought the paper was not well sourced, and that the argument wasn’t sufficiently supported. But that wasn’t all.

"As I went over his paper," she wrote, "I realized that I was reading a paper that sounded word for word like something the man who raped me would say. And not only did this sound like something my rapist would say, this student fit the same demographic profile as him: white, college male, between the ages of 18 and 22."

She said she was so upset that she could no longer grade papers or read.

"Although I knew it was unlikely that this student would literally try to rape me, his words felt so familiar that I began having trouble distinguishing him from the man that did. Their words were so frighteningly similar that the rational-instructor side of my brain could not overpower the trauma-survivor side," the professor wrote.

She recounts screaming "Zero! You get a f*cking zero!" at the computer screen as she graded the student’s two-page paper, saying that she also felt that simply by writing the paper, he had undermined her authority as an instructor.

"I imagined him sitting on the other side of his computer screen laughing at my pain, joking about my distress," she wrote. "I imagined him being friends with my rapist (though the man who raped me is now significantly older than this student, he is frozen in the 18-22 age bracket in my mind)."

She says never received any training to guide her through "how to grade a paper that sounds like something my rapist would say," speculating that other professors who survived rape might also be similarly triggered.

"How, I wondered, could I possibly evaluate this student’s work in an ‘unbiased’ fashion?" she asked. "Such a request would involve me living an entirely different life than the one that I have had."


Unter dem Artikel findet man eine Online-Umfrage zu dem Thema "diskriminieren amerikanische Colleges männliche Studenten?" Derzeit 92 Prozent antworteten darauf mit "Ja". Hier kann man nur zustimmen. Statt dass jungen Menschen beigebracht wird, verschiedene Seiten einer Debatte zu sehen und sich selbst ein begründetes Urteil zu bilden, wird ihnen von traumatisierten und/oder ideologisierten Lehrerinnen eine bestimmte Weltsicht in den Kopf gehämmert.

In dem von "Heatstreet" zitierten Originalartikel der Dozentin, grotesk betitelt mit "How to Survive Rape Apologists in the Classroom", schreibt diese:

Many feminist instructors, especially those who are women, know all too well what it is like to navigate the "mansplaining" of a few men students who would like to ardently deny that rape culture exists.


Eine Auffassung zu haben, die von der verschrobenen Ideologie solcher DozentInnen abweicht, erscheint hier bereits als sexistisch etikettierte Zumutung, die man eben irgendwie in den Griff bekommen muss. Das Ziel dieser Erziehung ist nicht mehr der eigenständig denkende Mensch, sondern der im Gleichschritt mitmarschierende Zombie. Man braucht sich nicht zu wundern, dass amerikanische Hochschulen derart in Verruf geraten sind.

Samstag, April 22, 2017

FAZ: "Wenn Frauen zuschlagen – Zehntausende Männer leiden darunter" – News vom 22. April 2017

1. Ein aktueller Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Woche offenbart die üblichen Schwächen beim Thema "häusliche Gewalt gegen Männer" (Ignorieren des Dunkelfeldes, eine entschuldende Psychologisierung der "überforderten" Täterinnen, was es bei Männern so nie gäbe), aber auch Stärken, so etwa den Verweis auf die komplett unzureichende Hilfstruktur für männliche Opfer und eindringlich geschilderte Fallgeschichten. Vorgestellt werden der Paartherapeut Peter Thiel, der sich um geprügelte Männer kümmert, und die Sozialpädagogin Anja Pfettscher, die gewalttätige Frauen berät. Schön geschildert wird auch die übliche Psychodynamik in unserer Gesellschaft, sobald es um Frauengewalt geht:

Auch Martin Krüger fand sich regelmäßig in solchen Situationen wieder, in denen andere davon ausgingen, sie müssten seiner Partnerin helfen. Manchmal, erinnert er sich mit leiser Stimme, wurde seine damalige Freundin im Café oder Restaurant wütend – und kippte ihm ihr Getränk über den Kopf. Die anderen Frauen im Raum schauten daraufhin verächtlich: Was er wohl Böses getan hatte, um das zu verdienen? Die Männer schauten so, als machten sie sich bereit, die zierliche Frau jeden Moment gegen ihren Begleiter verteidigen zu müssen.


Leider versaut das die FAZ-Autorin Leonie Feuerbach sofort durch die nächste Passage:

Als Mann, der Gewalt erlebt, kämpfe man mit dem Klischee und mit der Statistik. Das Klischee ist das von der Nudelholz schwingenden Hausfrau. Es ist eines, das viele eher zum Schmunzeln als zur Sorge anregt. Und statistisch gesehen, ist es eben einfach wahrscheinlicher, dass der Mann gewalttätig ist. Deshalb nimmt die Polizei im Zweifelsfall ihn mit, selbst wenn er sie gerufen und blaue Flecken hat.


Das Problem ist hier weniger "die Statistik" als Journalistinnen, die offenkundig nicht die geringste Lust haben, sich die hunderte vorliegender Statistiken, die das Gegenteil belegen, anzuschauen, um stattdessen am vertrauten Vorurteil festzuhalten. Wobei Feuerbach ungerührt einige Absätze später folgendes schreibt:

In der Pilotstudie "Gewalt an Männern" von 2004 gaben 25 Prozent der befragten Männer an, körperliche Gewalt durch eine Partnerin erfahren zu haben.


Was identisch war mit der Prozentzahl an Frauen, die 2004 von körperlicher Gewalt durch ihren Partner berichteten! Wie man solche Befunde einerseits referieren und andererseits am vertrauten Denken festhalten kann, ist mir unbegreiflich.

Andere aktuelle Artikel zu diesem Thema waren mutiger. Die Chemnitzer "Freie Presse" etwa berichtete im Juni 2014, dass es Experten zufolge bundesweit eine Million Männer gibt, die regelmäßig (!) häusliche Gewalt erleiden. Und in der "Welt" schrieb Annette Dowideit "Fast jedes dritte Prügel-Opfer im Haushalt ist ein Mann", wobei sie deutlich machte, dass es sich um HELLFELD-Zahlen handelte.

Leonie Feuerbach ist im Vergleich damit noch sehr zurückhaltend. Kaum hat man sich darüber geärgert, zieht sie in ihrem Artikel aber immerhin eine treffende Analogie:

Es ist dasselbe wie früher mit den Frauenhäusern. Mal heißt es, so viele Fälle gebe es doch gar nicht, mal, es sei kein Geld da. So habe man in den siebziger Jahren auch bezüglich der Frauenhäuser argumentiert. Weil es wenige Anzeigen gab, dachte man, es gebe auch wenige Fälle. Doch oft trauten sich Frauen damals schlicht nicht zu Polizeistellen, in denen nur Männer saßen. Genauso trauten sich Männer heute nicht zu Beratungsstellen, die sich vor allem an Frauen richteten und von Frauen betrieben würden.


Trotz meinen punktuellen Beanstandungen ist jeder Artikel in einem Leitmedium, der über eine große Zahl von Opfern, die unseren Politkern wegen ihrer Geschlechtszugehörgkeit egal sind, ein Gewinn. Ich schätze, wir sind momentan einfach in der Phase, in der wir JournalistInnen noch beim Denken zusehen, das die neuen Informationen bei ihnen auslöst. So ganz eingeordnet sind diese Erkenntnisse noch nicht, dafür sitzen die vertrauten Vorurteile zu fest, aber die Leitmedien sind auf dem richtigen Weg. Toll wäre es, wenn es bei allen anderen Themen der Männerbewegung, ähnlich aussähe.

Seit einigen Wochen kann man übrigens online eine Bundestags-Petition mitzeichnen, endlich ein Hilfetelefon sogar für männliche Gewaltopfer einzurichten.



2. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier berichtet, wie Jörg Kachelmann in einer Meldung der Nachrichtenangentur epd erneut nachverurteilt wurde: "Auch fast sechs Jahre, nachdem der Wetterexperte und Moderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, fällt es deutschen Medien schwer, dieses Urteil zu akzeptieren." Die von Niggemeier beanstandete verleumderische Formulierung findet sich in zahlreichen Leitmedien wie dem Hamburger Abendblatt, der Berliner Zeitung, dem Kölner Stadt-Anzeiger und Welt Online. Kachelmann hat juristische Schritte angekündigt. Anders lernen es unsere Fake-News-Produzenten offenbar nicht.



3. Die Grünen mögen sich der Fünf-Prozent-Hürde annähern (aus der falschen Richtung), aber sie geben nicht auf! Für den 6. Mai etwa hat die Partei ein Frauenfrühstück angesagt, auf dem jene Probleme diskutiert werden sollen, die zahllosen Menschen auf den Nägeln brennen:

Rund um den Beckenboden - ein "pipi"-feiner Vormittag

Wir beleuchten Theorie und Praxis (!!!) der Beckenboden-Übungen.

- was sie können, was nicht

- was fühlt sich wie an

- urinieren im Stehen für Frauen:

beim Sport, statt versiffter öffentlicher WCs beim Festival, aber auch in der Pflege ...

- Produkte, die es schon gibt + solche, die wir selber machen können :-) zB: Pibella, Urinella,

- falls noch Zeit ist: Menstruationstassen für Frauen


Dem braucht man eigentlich nur noch all die Themen der Männerbewegung gegenüberzustellen, die den grünen Damen scheißegal sind, und man kann nachvollziehen, warum diese Partei gerade dermaßen abkackt.



4. Der Abschied von den Grünen ist heute auch Thema bei Lucas Schoppe. Ein Auszug:

Zum Frauentag zelebrierten die Grünen Weiblichkeit als Zukunft, Männlichkeit als Vergangenheit: "Männer haben Denkmäler, Frauen haben Zukunft."

Das bündelt gleich mehrere Ressentiments. Männer erscheinen hier als Machthaber, die dafür gesorgt haben, dass ihnen reihenweise Denkmäler gebaut werden – aber auch als erstarrt, bewegungslos. Dass Frauen im Unterschied dazu eine Zukunft haben, spielt auf den Topos vom "Ende der Männer" an, der durchaus genüsslich von Hanna Rosin berühmt gemacht wurde.

Das sind, ebenso wenig wie die Assoziation von Männern mit einem Pissoir, keine Entgleisungen, sondern überlegte Werbekampagnen. Frauen und Männer werden hier auf eine Weise dargestellt, als ginge es nicht um reale Menschen, sondern um allgemeine Ideen – und so lässt sich die kaum unterschwellige Gewaltsamkeit der Darstellung auch übersehen.

Frauen stehen hier für das, womit sich die Grünen seit Beginn ihrer Partei identifizieren möchten: für eine irgendwie andere, menschlichere und eben dadurch zukunftsträchtigere Politik. Männer hingegen stehen für das Traditionelle, Erstarrte, für Machtfixiertheit. Dass sich die humane Kraft des Weiblichen noch nicht überall zeigen konnte, lässt sich dann auch leicht erklären: Sie wird eben von den Bedingungen einer Männerherrschaft – noch – verdeckt.

Mit dieser politischen Geschlechtermystik fangen die Grünen den gigantischen Widerspruch zwischen dem Selbstbild einer anderen, humaneren politischen Kraft und den realen Konsequenzen ihrer realen Politik ein. Männlichkeit steht dabei immer für die Strukturen, die überwunden werden sollen. Selbst für die 62% der männlichen grünen Parteimitglieder repräsentiert sie das Andere, das, wovon sich die Partei abgrenzt, um ihr positives Selbstbild bewahren zu können.

(...) Interessen von Männern und Frauen sind aneinander gekoppelt, und wer die Interessen der einen grundsätzlich verletzt, verletzt auch die Interessen der anderen. Vor allem verletzt er die Interessen der Kinder. Das aber sind Überlegungen, die viel zu realitätsbezogen sind, als dass sie in der grünen Geschlechtermystik einen Platz finden könnten.




5. Die Bloggerin Anna Elizabeth berichtet über The Horrifying Side of Feminism.



6. Eine andere Bloggerin sieht sich selbst als Feministin – bis zu dem Tag, an dem sie ein schwerer Schicksalsschlag ereilt:

Before that day, I identified without question as a feminist. As a woman of color, I aligned myself with the womanist principles of Alice Walker and Delores Williams. I was part of the Women’s Law Center’s campaign for equal pay in 2010. I supported, marched with, and donated to the Planned Parenthood Action Fund in New York. I worked for an organization that provided shelter to displaced and homeless women with children. I was also one of two girls in my family. We were the daughters of a single working mother who was the daughter of a single working mother. My focus was firmly planted on Venus.

And then I gave birth to a boy.


Dieses unvorhersehbare Ereignis bedeutet für die betreffende Bloggerin einen Bruch, was ihre Wahrnehmung der Welt betrifft:

I used to imagine having a boy would be an opportunity to raise a young man to respect women, to understand how vital women are to the global equation. I thought my focus would be to make sure my son grew up to understand the beauty and magic of women so that he would be a strong man who would contribute to equality. What I didn’t realize is that boys have to be reminded of their own magic, of their rights purely to exist, and they too have to defend their right to equality. It was in facing these realities that my feminism was challenged, broken down, and ultimately redefined.

This all hit me one day while I was browsing the shelves at my neighborhood Target (my happy place). My son was 3 years old, and I was looking for his first batch of "big boy underwear." I looked through the selection and realized that there wasn’t a single option available in his size. Puzzled, I stepped back a bit. And then a bit more. And then I realized something I never noticed before: The boys’ section of Target was about a third the size of the girls’ section.


Wie schon Warren Farrell vor über zwanzig Jahren anmerkte, trifft das für die Verkaufsflächen der Kaufhäuser insgesamt zu, was die Mitglieder des vermeintlich diskriminierten Geschlechts normalerweise nicht dazu bringt, ihre Privilegien und ihr Weltbild zu hinterfragen – solange sie keine überraschenden Entwicklungen dort hinstoßen (und oft nicht mal dann).

In dem Bericht der jungen Mutter heißt es weiter:

Every area of the boys’ department was ransacked, depleted, and understocked, while the girls’ section was full, every size properly represented. Rainbows abound and cartoon birds aflutter — it was a goddamn utopia. The boys’ section was small, brief, and they were always out of rain boots. It reminded me of something.

I wondered if perhaps the resistance against overbearing white men who felt entitled to make decisions about vaginas they’ve never had and babies they could never carry or give birth to was actually leaving out the rest of the men in the world. I wondered if maybe feminism had to include the miseducation of masculinity and the importance of male emotional security. After all, the real oppressor to women is not men in general, it is men who have been misguided about what it means to be real men. In the defense of women everywhere, I realized I now had to defend boys too — starting with my own.

Boys suffers from eating disorders too — 25% of anorexia and bulimia diagnoses occur in males. Boys and men are more likely to successfully commit suicide. Boys have a higher rate of dropping out of high school and college. They also have a higher rate for drug abuse and alcoholism. Somehow, my mind had normalized these facts. I shrugged them off, thinking, well, there’s more men in the world, so that makes sense. But when one of those men is represented by this small, wide-eyed, chubby-cheek-faced boy who loves singing Beatles songs and lives in my house, these things begin to feel more problematic and less acceptable.

I found myself having conversations with men I never imagined I would ever have. I asked some of my closest male friends if they had ever been sexually assaulted or raped. Out of about 10 guys only 2 said they had not. I suddenly realized that so many of the concepts of self-love, consent, personal space, physical self-ownership, and community awareness were missing or understated for men. This was especially an issue for men who were raised by single working mothers (like myself). Paying attention to the development of our sons is as vital to the health of our society as paying attention to the welfare of our daughters.


Vereinzelt sind offenbar selbst Feministinnen lernfähig.



7. Das zunehmend totalitäre Klima an amerikanischen Universitäten wird von den Leitmedien des Landes immer stärker thematisiert. "If US campuses can’t protect free speech, they need new management" titelt die New York Post. Berkeley Campus On Lockdown After Loose Pages From ‘Wall Street Journal’ Found On Park Bench ulkt das Satiremagazin "The Onion". Und Those ‘Snowflakes’ Have Chilling Effects Even Beyond the Campus lautet eine Schlagzeile des Wall Street Journal. In letzerem Artikel befindet Heather MacDonald:

This soft totalitarianism is routinely misdiagnosed as primarily a psychological disorder. Young "snowflakes," the thinking goes, have been overprotected by helicopter parents, and now are unprepared for the trivial conflicts of ordinary life.

(...) But if risk-averse child-rearing is the source of the problem, why aren’t heterosexual white male students demanding "safe spaces"? They had the same kind of parents as the outraged young women who claim to be under lethal assault from the patriarchy. And they are the targets of a pervasive discourse that portrays them as the root of all evil. Unlike any other group on a college campus, they are stigmatized with impunity, blamed for everything from "rape culture" to racial oppression.

Campus intolerance is at root not a psychological phenomenon but an ideological one. At its center is a worldview that sees Western culture as endemically racist and sexist. The overriding goal of the educational establishment is to teach young people within the ever-growing list of official victim classifications to view themselves as existentially oppressed. One outcome of that teaching is the forceful silencing of contrarian speech.

(...) Many observers dismiss such ignorant tantrums as a phase that will end once the "snowflakes" encounter the real world. But the graduates of the academic victimology complex are remaking the world in their image.


Immerhin gibt es erste Ansätze einer Gegenbewegung. So hat sich eine Gruppe von Harvard-Studenten gebildet, die gezielt besonders umstrittene Sprecher auf den Campus einlädt.



8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Mir kam gerade beim Lesen Deines Artikel über die Schließung des Männerhauses die Idee, ob Männerrechtler sich für Männerhäuser möglicherweise eine feministengerechtere Argumentation ausdenken sollten. Vielleicht überzeugt es Feministinnen ja, wenn man ihnen klar macht, dass Frauen von Männerhäusern profitieren. Ja, Männerhäuser schützen Frauen, weil sie verhindern, dass Männer sich in den Momenten, in denen sie von ihren Frauen vermöbelt werden, irgendwann vielleicht doch mal wehren könnten. Es gilt ganz klar, zu verhindern, dass Schlägerinnen unnötigerweise verletzt werden.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Folgendes Thema kam grad im FanChat von HoneyBadgerRadio auf: In Spanien wurde ein (schwuler) Mann ohne Motorrad und ohne Motorradführerschein verurteilt, weil Frau von einem Motorradfahrer während der Fahrt "begrapscht" wurde, und den Betreffenden erkannt haben will. Sein eindeutiges Alibi und Widersprüche (beispielsweise passte der Mann nicht auf die Beschreibung der Frau) wurden vom Richter nicht beachtet. Der Mann muss drei Jahre ins Gefängnis.

... und das in Europa. Und dann wundern sich die Politiker, dass die Bevölkerungen nichts mehr von der EU wissen wollen; denn was in einem EU-Staat möglich ist, wird bald in der ganzen EU möglich.

Freitag, April 21, 2017

Männerhaus, Grüne, Menschenhandel – News vom 21. April 2017

1. Das Männerhaus in Osterode schließt im Mai. Bis dahin bestand es lediglich drei Jahre. Ähnlich wie bei der Gewaltschutzwohnung in Thüringen und anders als bei den 400 Frauenhäusern der Republik liegt der Grund hier in mangelnder staatlicher Unterstützung.

Der zuständige Kreisausschuss für Personal und Gleichstellung zweifelt offenbar am Konzept der Einrichtung. Männer seien als Opfer häuslicher Gewalt nicht so schutzbedürftig wie Frauen in ähnlicher Lage, hieß es aus dem Kreisausschuss.


Irritierend allerdings ist auch, dass sogar der Leiter dieses Männerhauses, Ralf Milnikel, ein Mitglied des Männerberatungsnetzwerks, entgegen der vorliegenden Forschung erklärt, Gewalt gegen Männer sei meist psychischer Natur. So ungefähr würde ich argumentieren, wenn ich sicherstellen möchte, dass meinem Männerhaus Zuwendung aus öffentlicher Hand versagt bleibt.

Dieter Thriene (CDU), Vorsitzender des zuständigen Kreisausschusses, kritisierte übrigens, dass auch Flüchtlinge in dem Männerhaus Hilfe bekommen und bezeichnete das als "schwer nachzuvollziehen".



2. Immer fraglicher wird, ob es die Grünen bei der Bundestagswahl im September noch über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen werden – was für eine Partei, die nicht nur in der Geschlechterdebatte allein ihre Position als die richtige erklärt, hochironisch ist. Die Welt berichtet:

Die Grünen (...) kommen nur noch auf sechs Prozent, wie zwei am Mittwoch veröffentlichte Umfragen ergeben. Wie beim "Stern"-RTL-Wahltrend hervorgeht, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhebt, ist es sogar der schlechteste Wert seit August 2002. Einer Insa/YouGov-Befragung für die "Bild"-Zeitung zufolge liegen sie damit sogar noch hinter der FDP, die auf 6,5 Prozent kommt.




3. #Aufschrei der Woche: Eine Wäschefirma bewirbt Höschen für Frauen, und ein Shitstorm bricht aus, bei dem sich zwei Kritiker durch das Reklamefoto sogar an "Menschenhandel" erinnert fühlen. Die Psychotherapeutin Nadja Hermann kommentiert diese Debatte in ihrem Beitrag "Bodyshaming für das Gute".



4. Jungen Männern in den USA geht es immer schlechter:

"In 1975, only 25 percent of men aged 25 to 34 had incomes of less than $30,000 per year. By 2016, that share rose to 41 percent of young men," according to the report.




5. Der Mann, der mit einem gefaketen Artikel aufdeckte, dass die Huffington Post sexistischen und rassistischen Dreck veröffentlicht, solange er nur als "feministisch" etikettiert ist, hat jetzt seinen Job verloren, nachdem es der Huffington Post gelungen war, ihn bei seinem Arbeitgeber aufzuspüren:

Roodt admitted his role in the hoax when confronted by HuffPost reporters and was forced to submit his resignation from his job at the CDE (the resignation was accepted). The organization stated: "This kind of activity contradicts everything we stand for, is completely contrary to CDE’s media policy and our ethos as an organization."

(...) Roodt told the publication that he sought to prove a point about the lack of fact-checking in South African journalism. "I thought, would it work? And it worked. In hindsight I wouldn’t have done it, I didn’t think it would get this big," he said.

(...) Curiously, the Huffington Post’s exposé of Roodt delved deep into his entire history as a person, including his educational credentials, work records, personal hobbies (he likes Star Trek), and online activities. Hell hath no fury like a journalist scorned.


Vor dem Hintergrund solcher Geschehnisse wird offensichtlich, warum mich die Zuschriften von Lesern, die den Hurra-Feminismus in Politik und Medien hinterfragen, meist nur mit der Bitte erreichen, ihren Namen nicht zu veröffentlichen. Man kritisiert dieses herrschende System nicht ungestraft. Und schon gar nicht macht man deutlich, dass die Versuche, "Fake News" allein den bösen Internet-Publizisten in die Schuhe zu schieben, nichts weiter als Propaganda einer selbsterklärten Herrschaftselite gegen die von ihnen regierte Bevölkerung ist.



6. In Australien genügt noch immer eine Handvoll von Ideologen, um ein Kino dazu zu bringen, die geplante Vorführung der Männerrechtler-Doku "The Red Pill" abzusagen:

Fewer than 20 online crusaders had signed a petition against Dendy Cinemas’ proposed screening of men’s issues documentary The Red Pill before the chain cancelled the show.


Jetzt müssen kleinere Kinos einspringen:

Avoca Beach cinema proprietor Norman Hunter agreed to show the film at his NSW central coast theatre after watching it with his wife. Mr Hunter said although their ­cinema was strongly dedicated to celebrating International Women’s Day and previously had shown films dealing with women’s issues, the documentary was a conversation starter for important issues such as the male suicide rate.

"Obviously there are very significant issues in our society pertaining to men and those things need to be openly dis­cussed," he said, adding people should see the movie before criticising. "Are we not a nation which believes in freedom of speech?"

He said the film did not contain subversive ideas; simply facts and figures that it was prepared to address.


Der letzte Satz ist allerdings auch etwas schräg: Wäre es gerechtfertigt, einen Film nicht zu zeigen, wenn er tatsächlich "subversive Gedanken" enthält? Darf man "The Red Pill" nur aufführen, weil der Film verhältnismäßig harmlos ist?

Matilda Bawden has arranged a screening in Adelaide after hearing about the film on social media. She said the filmmaker Cassie Jaye’s learning about male inequality was the same journey she went on as a social worker 30 years ago.

She said she was unaware of any backlash against the film in Adelaide: "The scales are coming off people’s eyes and maybe Adelaide is ready for (the debate)".




7. Häufig argumentieren Feminismuskritiker nach dem Motto, der aktuelle Feminismus der "dritten Welle" sei wirklich bedenklich, aber die früheren Phasen seien einwandfrei gewesen. Über all den feministischen Irrsinn ab den siebziger Jahren mit Terroristinnen wie jenen der "Roten Zora" und Phantasien, die Männer zum Großteil auszurotten, haben ich und andere allerdings auch schon einiges Ernüchterndes geschrieben. Für viele bleibt dann der Feminismus vor hundert Jahren zur Idealisierung und Verklärung übrig, weil wegen der zeitlichen Distanz viele kaum etwas anderes darüber wissen, als dass diese Frauen sich das Wahlrecht erkämpft hätten, woran natürlich nur vereinzelte Zausel etwas Schlechtes finden können. Manch einer allerdings schaut genauer hin und schreibt dann Artikel wie diesen: "Top 10 Reasons The Suffragettes Were Actually Terrorists".

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