Donnerstag, August 25, 2016

Vermischtes vom 25. August 2016

1. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, hat Alice Schwarzer auch das neue Enthüllungsbuch ihrer Ex-Geliebten Waltraud Schade per einstweiliger Verfügung verbieten lassen. In einem weiteren Artikel kommt der Tagesspiegel darauf zu sprechen, was Schades Darstellungen über Schwarzers privates Verhältnis zu der Maxime "Nein heißt nein" aussagen.

Der Rechtsanwalt Markus Kompa kommentiert diesen Vorgang:

Im Vorwort schildert Verleger Krischan Schöniger genüsslich, wie ihn die Abmahnung letztes Jahr zwar an den Rand des Ruins gebracht habe – er aufgrund der prekären Lage jedoch in den Genuss von Prozesskostenhilfe gekommen sei, was ihm den Kampf gegen Alice Schwarzer wirtschaftlich erst ermöglicht habe.

(...) Die jedoch beißende Ironie an der Sache ist, dass Schwarzer gegen Kolportage von offenbar zutreffender Information juristisch knallhart vorgeht, umgekehrt aber der überführten Lügnerin Lohfink das Recht zu falschen Verdächtigungen mit dem Risikio von Justizunrecht zugesteht. Dabei ist sich die gestählte Propagandistin auch für eigene Lügen nicht zu schade: Angeblich würde nur in einem Prozent aller Anzeigen wegen Vergewaltigung verurteilt. Tatschlich sind es 13,5 % - eine deutlich höhere Quote als bei Diebstahl oder Körperverletzung, obwohl in entsprechenden Fällen die Beweislage typischerweise schwierig bis subjektiv ist.




2. Schwarzers Polemik gegen Lohfinks Verurteilung vor Gericht als "Skandal" hat es in den letzten Tagen noch ins letzte Provinzblatt als Meldung gebracht. Weit weniger Aufmerksamkeit wird die Replik eines Mannes erhalten, der sich mit dem Sexualstrafrecht besser auskennt als die Verkörperung des deutschen Feminismus: Alice Schwarzer, Sie sind der Skandal stellt der Strafverteidiger Alxeander Stevens in der Legal Tribune fest. Er wirft Schwarzer eine "Bewertung auf Grundlage falscher Zahlen, ohne Aktenkenntnis und ohne Sachverstand" vor. Dabei weist er darauf hin, dass die Rate an Falschbeschuldigungen beim Vorwurf der Vergewaltigung auf etwa ein Drittel geschätzt wird, was behördlicherseits als Delikt aber bis heute kaum ernst genommen wird:

Fragen könnte man sich noch, ob es nicht ein Skandal ist, dass die Berliner Justiz Gina-Lisa Lohfink sogar noch mit einer milden Geldstrafe entgegenkam, die sie ihr zudem am liebsten ganz diskret mit einem postalisch zugestellten Strafbefehl auferlegen wollte. Wohlgemerkt für die falsche Verdächtigung wegen einer Straftat, für die im Falle einer Verurteilung die von ihr bezichtigten Männer bis zu fünfzehn Jahre Freiheitsstrafe erwartet hätten.


Auf die von Alexander Stevens zitierte Studie des Landeskriminalamts Bayern hatte Genderama die Öffentlichkeit vor neun Jahren aufmerksam gemacht.



3. Der Berliner "tageszeitung" (taz) zufolge taugt Gina-Lisa Lohfink jetzt doch nicht zur Galionsfigur des Feminismus:

Im Gegenteil: Sie hat mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen, die vom Gericht als falsch verurteilt wurden, allen Frauen und Männern geschadet, die tatsächlich Opfer von sexualisierter Gewalt werden.


Dass die Bundesminister Maas und Schwesig (beide SPD) diesen Fall ohne Aktenkenntnis dazu verwendeten, eine Verschärfung des Sexualstrafrechts zu fordern, bezeichnet der taz-Autor Paul Wrusch als "fatal".

Warum stellen sich eigentlich alle Vergewaltigungsfälle, die von Feministinnen unterstützt werden, als falsch heraus? ist heute Diskussionsthema des Blogs Alles Evolution.



4. Irgendwie sind die britischen Männerrechtler uns deutschen immer noch ein paar Schritte voraus: So hat die britische ManKind Initiative eine halbstündige Dokumentation über männliche Opfer häuslicher Gewalt erstellt, die man sich hier online anschauen kann. Hierzulande fehlen uns die Kapazitäten und die Manpower für die Erstellung eines solchen Films noch immer.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu einer aktuellen Meldung auf Genderama:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

Sie haben ja heute wieder den krassen Unterschied zwischen den Strafmaßen für männliche und weibliche Lehrer angesprochen, die Sex mit ihren Schülern haben.

Dies ist nicht nur für sexuelle Straftaten der Fall, sondern auch für andere. In einer Onlinediskussion bin ich letztens über eine amerikanische Kriminalstudie gestolpert, die sich damit auseinandersetzt, womit Strafmaße für Verbrechen mit Todesfolge begründet sein sollten, und wie sie wirklich zustande kommen.

Dabei wurde der sozioökonomische Status von Opfer und Täter mit einbezogen. Wenig überraschend ist, dass Täter/innen mit weiblichen und weißen Opfern stärker bestraft werden. Ebenso werden männliche Täter signifikant härter bestraft (schwarze Täter allerdings interessanterweise nicht). Interessant ist ebenfalls, dass das Alter des Opfers eine Rolle spielt. Je älter das Opfer, desto höher die Strafe. Interessanterweise zeigt eine Kontrolle auf Opfer und 12 Jahren keinen signifikanten Effekt, was etwas merkwürdig ist, da die Autoren davon ausgehen, dass die Strafen durch emotionale Wertschätzung von Opfer und Täter zustandekommen. Man sollte also eigentlich annehmen, dass Kindermörder am härtesten bestraft werden. Dies ist allerdings nicht der Fall. (Vielleicht ist die Operationalisierung schlecht, da auch trunkene Fahrten mit Todesfolge mit einbezogen werden, wo vielleicht bei Kindern davon ausgegangen wird, dass sie einfach nicht vorsichtig waren.)

Aus männerrechtlicher Perspektive würde ich das weniger mit emotionalem Wert der Opfer begründen, sondern mit systematischen Vorurteilen bei Richtern und Jurys. (Leider wurden die Richter nicht mit untersucht - ich würde vermuten, dass gerade weibliche Richter mit ihren Geschlechtsgenossinnen härter ins Gericht gehen.)

Man sieht klar:

Frauen > Männer

Weiß > Schwarz (Der mangelnde Tätereffekt liegt wahrscheinlich darin begründet, dass die Richter sich der Problematik bewusst sind, was für den Geschlechterkonflikt weniger der Fall ist.)

Alt > Jung

Männer sind selber Schuld/wahrscheinlich mitschuldig, Frauen hatten wahrscheinlich einen guten Grund. (Die Forscher haben versucht diese "Erklärungen" auszuschließen - aber das ist für Vorurteile bei Richtern ja egal.)

Schwarze sind selber Schuld./Zum Glück war's nur ein Schwarzer

Insgesamt meines Erachtens nach eine sehr interessante Studie, die man mal in Deutschland replizieren sollte. Ich würde ähnliche Ergebnisse erwarten. Anstatt Schwarze würde ich allerdings Osteuropäer (inklusive Deutsche mit Migrationshintergrund) und Muslime verwenden.

Als männerrechtliche Argumentationsgrundlage ist sie sehr gut geeignet, da sie wirklich deutlich zeigt, was Geschlecht für einen Effekt haben kann. Durchschnittlicher Gefängnisaufenthalt Mann Täter/Frau Opfer: 16 Jahre; dagegen Frau Täter/Mann Opfer: 5,7 Jahre.

Man könnte jetzt argumentieren, dass hier Äpfel und Birnen verglichen werden, falls es deutliche Geschlechterunterschiede in der Zusammensetzung der Verbrechensverhältnisse gibt. Aber selbst für besoffene Autofahrten mit Todesfolge zeigt sich, dass Frauen mit männlichen Opfern ein Drittel der Strafe von Männern mit weiblichen Opfern erhalten.

Systematische Diskriminierung ist selten so deutlich.


Erkenntnisse wie die hier zitierten sind Teil meines Buches Plädoyer für eine linke Männerpolitik.

Mittwoch, August 24, 2016

Vermischtes vom 24. August 2016

1. Das Gina-Lisa-Urteil ist richtig und gut und eine schallende Ohrfeige für die Bundesminister Schwesig und Maas befindet der auf Sexualstrafrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Alexander Stevens auf Cuncti.

Inzwischen hat auch der Deutsche Richterbund das Einmischen Manuela Schwesigs in einen laufenden Prozess gerügt.

Ähnlich sieht es der Berliner Tagesspiegel:

Politiker haben (...) eine andere Verantwortung als Journalisten, zu denen Schwarzer sich immer noch zählt. Auch eine andere als Blogger, Netztrolle, Busen-Aktivistinnen oder Twitterkunden, die im Hashtagfieber dem "teamginalisa" ihre Solidarität bekunden. Politiker sind, jedenfalls soweit sie Amt und/oder Mandat innehaben, Teil der Staatsgewalt. Das schreibt ihnen eine andere Rolle zu als den Bürgern, die ihr unterworfen sind. Sie haben die Institutionen der Demokratie zu schützen, zu denen sie selbst gehören.


Auf einmal schweigt die Politik zum Fall Lohfink betitelt die WELT einen Artikel Sabine Menkens. "Ist Frau Schwesig immer noch im Team #GinaLisa oder entschuldigt sie sich wenigstens für Einmischung in die Justiz?", hatte zuvor der CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich die Ministerin auf Twitter kritisiert. Und das Bundesjutizministerium musste inzwischen "ärgerlich" darauf hinweisen, dass Heiko Maas selbstverständlich nicht im "Team Gina-Lisa" gewesen sei.

Im Familienministerium will man das Urteil nicht kommentieren. Nur so viel ist Schwesigs Sprecherin zu entlocken: "Die Schutzlücken im Sexualstrafrecht mussten geschlossen werden. Die Reform des Sexualstrafrechts ist richtig."


Lucas Schoppe nimmt sich dem Skandal in seinem aktuellen Beitrag "Eine Ministerin unterstützt eine Straftat" an und fragt: Warum eigentlich muss Manuela Schwesig nicht zurücktreten? Dabei geht Schoppe auch auf das politische Totalversagen der Grünen ein. In dem Artikel heißt es:

Staatsanwaltschaften und Gerichte wissen nun aber in jedem Fall, dass sie massiv unter Druck geraten, dass sie sogar aus der Bundesregierung heraus öffentlich des Desinteresses an der Verfolgung von Vergewaltigungen beschuldigt werden können – wenn sie in solchen Fällen einfach nur sorgfältig ihre Arbeit machen. Der öffentliche Stimmung, die Schwesig und andere hier aufgebaut haben, war also ganz gewiss ein Versuch, die Justiz im Dienste eigener politischer Interessen einzuschüchtern.


Lohfinks Falschaussage sei

dazu geeignet, Misstrauen gegenüber Frauen zu schüren, die eine Vergewaltigung anzeigen: Wer in einer so offenen, lange durchgehaltenen Inszenierung den Vorwurf der Vergewaltigung für eigene Zwecke missbraucht, nimmt billigend in Kauf, damit auch die Glaubwürdigkeit anderer zu beschädigen, die ähnliche Vorwürfe erheben. Sie können dann froh sein über eine Justiz, die einen Fall gründlich untersucht, anstatt sich – wie die Familienministerin – einfach auf ihr Bauchgefühl und auf politische Überzeugungen zu verlassen.

Diese Bundesministerin wiederum hat, wie die gesamte Partei der Grünen, Lohfinks Straftat nicht aus Naivität unterstützt, sondern aus politischem Kalkül. Es ist auszuschließen, dass sie tatsächlich geglaubt hat, Ermittlungsbehörden und Justiz würden ganz ohne Grundlage und allein aus Frauenfeindlichkeit wegen falscher Verdächtigungen gegen Lohfink vorgehen.

Die Ministerin hat die Straftat auch nicht nur nachträglich legitimiert, verharmlost, erklärt oder relativiert, sondern sie hat das Begehen dieser Straftat – die fortgesetzte Falschaussage – unterstützt, und sie hat öffentlichen Druck auf die Justiz ausgeübt, Lohfink wegen dieser Straftat nicht zu belangen. Schwesig hat auch demonstriert, dass sie sich als Bundesministerin keineswegs für alle gleichermaßen verantwortlich fühlt. Der Schaden, der den der Vergewaltigung beschuldigten Männern hätte entstehen können, ist ihr demonstrativ gleichgültig.

Das ist kein Zufall, sondern passt sich ein in eine Politik, die auf Freund-Feind-Strukturen setzt. Auch die vom Familienministerium finanzierte No Hate Speech-Kampagne macht klare Unterschiede zwischen Gruppen, denen Schutz vor Gewalt und Aggressionen im Netz zusteht – und Gruppen, die diesen Schutz nicht verdient hätten. Eine Kampagne ihres Familienministeriums gegen häusliche Gewalt blendet ganz in diesem Sinn männliche Opfer ebenso aus wie weibliche Täterschaft.

Ähnlich die Grünen. Wer Männer ohnehin als "potenzielle Vergewaltiger" ansieht, dem liegt es eben nahe, Männer bis zum Beweis des Gegenteils auch tatsächlich als Vergewaltiger zu betrachten. Ein ganz besonders schlimmes Beispiel solcher grünen Geschlechter-Ressentiments: Die fortgesetzten und systematischen Vergewaltigungen von Kindern im Umfeld der Grünen waren für die Partei – so stellt es ihr eigener Bericht dazu fest – auch deswegen lange uninteressant, weil es Jungen waren, die vergewaltigt wurden.


Man kann nur hoffen, dass populistische Politker und Parteien, die mit ihrem irren Geschlechterhass keine Skrupel haben, sogar den Rechtsstaat zu tropedieren, dafür wenigstens von den Wählern bestraft werden. Eine feministische Gesinnungsjustiz hat in einer Demokratie nichts zu suchen. Wegen genau solcher Abenteuerlichkeiten sind SPD und Grüne auch für Linke mit moralischen Prinzipien unwählbar geworden.



2. Der Hamburger Rechtsanwalt Christian Nebgen widmet sich dem Irrsinn um den Lohfink-Prozess in seinem Blog:

Was soll man sagen? Die Angeklagte wird - allem Anschein nach zu Recht - wegen Falscher Verdächtigung verurteilt. Das Strafmaß kann man nur als milde bezeichnen. Was aber tut sie? Sie setzt sich bereits tags darauf ins Frühstücksfernsehen eines Privatsenders und wiederholt ihre Anschuldigungen. Damit läuft sie in Gefahr, sich gleich das nächste Strafverfahren zu fangen. Ja, wird die denn nicht anwaltlich beraten? Doch. Ihr Anwalt sitzt daneben.

Ist das kriminelle Energie? PR-Kalkül? Oder bloße Dummheit und Unbelehrbarkeit? - Man wird es nie erfahren. Eins aber kann man schon jetzt sagen: Es ist die ultimative Verleugnung des Rechtsstaats. Flankiert vom grölenden "Nein-heißt-Nein"-Mob, dem Recht und Gesetz längst egal geworden sind. Es geht nur noch um die Darstellung der Werte im eigenen, selbst-konstruierten Paralleluniversum.


Hier geht es weiter.



3. In seinem Beitrag "Team Zivilsation gegen Team Gina Lisa" versucht Bernhard Torsch seinen Glauben an den Feminismus und daran, dass "60 Prozent aller wahlberechtigten Männer rechtsextreme oder autoritäre Parteien wählen", mit den jüngsten Vorgängen um den Lohfink-Prozess zu vereinbaren:

Ein Feminismus, der zu einer barbarischen Regung verkommen ist, ist keiner mehr. Und es ist nichts anderes als Barbarei wenn man fordert, das Recht Banden zu überantworten, rechtsstaatliche Grundprinzipien über Bord zu werfen und auch Unschuldige einzusperren, solange das nur die eigene gesellschaftspolitische Agenda voranzubringen verspricht.


Offen gesagt finde ich diese Vorstellung, dass der Feminismus früher besser gewesen sei, etwas bizarr. So etwas kann eigentlich nur mangelnder Sachkenntnis über die Geschichte der feministischen Ideologie zu verschulden sein. Der Feminismus der siebziger Jahre war mit Bombenanschlägen und zum Teil offen faschistischen Inhalten deutlich destruktiver als der doch arg schwächelnde Feminismus der Gegenwart, der kaum noch Kriminelle anziehen kann und es in der Regel mit Geätze auf Twitter belässt. Der "Bildet-Banden"-Schwachsinn ist ein archaisches Überbleibsel früherer Jahrzehnte. Man kann allenfalls argumentieren, dass dieser Feminismus gerade durch seine Institutionalisierung in Ministerien noch bedrückender geworden ist.



4. Die nordrhein-westfälische Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) fordert mehr Schutz für Frauen vor Gewalt im Internet. Dabei phantasiert Steffens mit Verweis auf die in Geschlechterfragen bekanntlich völlig unparteiischen Gleichstellungsbeauftragten "90 Prozent der Täter, die Gewalt über das Netz ausüben", als Männer:

Viel Schikanöses, das Frauen zermürbe, bleibe nach jetzigem Recht unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit. Steffens will die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten verstärkt mit den Aktivitäten feministischer Bloggerinnen vernetzen. "Wir erreichen sonst viele nicht mit unseren Schutzangeboten."




5. Die Bundesregierung spielt in ihrem neuen Konzept zur zivilen Verteidigung auch Schritte für ein mögliches Wiederaufleben der vor fünf Jahren ausgesetzten Wehrpflicht durch. Dabei geht es vor allem um Fälle, bei denen die Außengrenzen der Nato verteidigt werden sollen. Da wir bekanntlich in einem Patriarchat leben, das Frauen unterdrückt, darf man heute wie vor hundert Jahren wohl davon ausgehen, dass allein Männer an die Front gezwungen werden. Dies dürfte immerhin wieder einige Inspiration für tiefschürfende Essays über soldatisch-faschistoide "Männerphantasien" (Theweleit) und "toxische Männlichkeit" (Connell) geben.



6. Ein US-amerikanischer Schüler, der laut FOCUS "Sex mit seiner Lehrerin" hatte und von ihr "verführt" wurde, was der FOCUS bei einem männlichen Täter mit Sicherheit genauso formulieren würde, bekam jetzt sechs Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen. Zahlen muss allerdings der zuständige Schulbezirk.

Mehrere Beamte der Schulbehörde sowie mindesten eine weitere Lehrerin sollen von der Beziehung der Lehrerin mit dem damals 16-Jährigen gewusst haben. (...) Trotzdem informierte niemand die Polizei oder die Familie des Jungen. Bei der Geburt des gemeinsamen Kindes im Juni 2013 war der Schüler dabei. (...) Einen Monat nach der Geburt wurde die heute 29-Jährige verhaftet und wegen verbotener sexueller Handlungen mit insgesamt drei Schülern in 41 Fällen angeklagt. Whitehurst drohten bis zu 29 Jahre Haft. (...) Verurteilt wurde sie zu einer einjährigen Gefängnisstrafe, kam aber bereits nach sechs Monaten auf Bewährung frei.


Mit einem männlichen Täter würde natürlich genauso milde umgegangen werden ...



7. Die Männerrechtlerin Karen McFly nennt vier Argumente für einen verpflichtenden Vaterschaftstest nach der Geburt.



8. Eine neue australische Stiftung sorgt beim Thema "häusliche Gewalt" für Aufmerksamkeit:

They call their group the Black Ribbon Foundation and their aim is to help victims of domestic violence who often are bloodied and ignored — men.

The aim is to counter the community jeers and disbelief aimed at men who claim they have been attacked by wives and partners.

Those disbelievers include some police and paramedics, but Black Ribbon’s chief executive John Paul Hirst says attitudes are changing. But the law isn’t.

"They still can only remove the male from the house, not the female," Mr Hirst told news.com.au. "The male has to be moved and arrested and charged at the police station and only gets legal counsel when he stands before a magistrate. All she has to say is, ‘He slapped me and I was only defending myself’."

The first major decision of the Black Ribbon board, which was formed Monday night, was to reach out to other family violence groups White Ribbon and the Luke Batty Foundation.

The objective is "to collaborate and work in unison in the area of domestic violence".

"The Black Ribbon Foundation of Australia seeks to eliminate any public perception towards the gender/sex bias (surrounding domestic violence)," the board said.

But make no mistake: Black Ribbon is putting men first in its work. Its Facebook cover photo is a drawing of a woman clouting a man.

And its full title is Black Ribbon — Awareness of Men Suffering Domestic Violence.

"Domestic Violence in Australia has been sold to us by mainstream media as something that only (affects) women and is only perpetrated by men," says the Black Ribbon Foundation Facebook page (...). "This false narrative goes against all viable research and is costing lives. This foundation has been created to help all victims of domestic violence equally … regardless of gender."

(...) "Our first focus is on shelters for men who are victims, so to try and take them off the street … to decrease the rate of hopelessness," Mr Hirst said.


Währenddessen berichtet Australiens Daily Liberal über zwei männliche Opfer häuslicher Gewalt, die sich darüber freuen, endlich mehr staatliche Unterstützung zu erhalten – wenn auch noch lange nicht so viel wie Frauen.



9. Auf der Website Fusion findet man einen ausführlichen Beitrag über die "Intaktivisten", die sich gegen Genitalverstümmelung auch bei Jungen und Männern engagieren.



10. An der Universität Wisconsin gilt es jetzt als "offensive" (beleidigend, anstößig), sich über eine ausufernde politische Korrektheit zu beklagen. "Mikroaggressionen" dieser Art sollen in Zukunft besser reguliert und unter Kontrolle gebracht werden.



11. Die Post. Unter meinen Lesern führt das Urteil gegen Gina-Lisa Lohfink und die Berichterstattung darüber zu starken Reaktionen. Einer schreibt mir dazu:

Ich kann den Jubel über die Verurteilung nicht wirklich genießen. Die Feministen haben ja ihr Ding (neues Sexualstrafrecht) schon durchgesetzt.

Es ist bezeichnend, wie die Medien vorgehen: Vor der Entscheidung im Bundestag haben sie allerlei Propaganda gemacht, wirklich alles genutzt, Köln oder Lohfink oder sonstwas. Jetzt, da das Ding durch ist, tut man so, als kümmere einen die Wahrheit. Das kann man bei Spiegel-Online am besten sehen.

Genau das Gleiche konnte man auch bei der Quote für Frauen beobachten. Sie wussten, dass sie mit demokratischen Mitteln keine Chance haben, also wurde viel Propaganda gemacht, indem man hanebüchene "Beweise" für die Diskriminierung von Frauen in Firmen präsentierte, die Erfolge von Firmen mit mehr Frauen an der Spitze erfand, oder dass all diejenigen, die gegen die Quote sind, als fiese Männer, die etwas gegen Frauen haben, vorstellte. Seit das Gesetz verabschiedet wurde, wird es nicht mal mehr erwähnt, sie wollen ja die Leser nicht weiter verärgern.

Tja, und so geht es Jahr um Jahr. Die Feministen machen, wir schauen zu. Es wird höchste Zeit sich auch politisch zu engagieren. Vielleicht könnte man ja im organisierten Stil anfangen, an bestimmte Abgeordnete Briefe etc. zu schreiben.


Wer sich für Männer engagieren und dabei z.B. mit Abgeordneten in Kontakt treten möchte, findet passende Anlaufstellen seit Jahren bei MANNdat und seit 2015 beim Forum Soziale Inklusion.

Ein anderer Leser merkt an:

Ist Dir mal aufgefallen, das all die Kämpferinnen für Opfer von sexueller Gewalt sich momentan selbst entlarven?

Die Lüge Lohfinks wird die Polizei in Zukunft evtl. noch misstrauischer machen. Somit wird es für echte Opfer schwerer. Was die Kämpferinnen ja nicht wollen. Also wen unterstützen sie? Weiterhin Lohfink, obwohl es offensichtlicher nicht geht.

Deutlicher zeigen, dass sie eben nicht für echte Opfer kämpfen, geht nicht. Wobei ich mir unsicher bin, wofür sie kämpfen. Vermutlich darum, schlicht laut sein zu dürfen und damit irgendwo Geld abzusahnen. Wie das Aufschrei-Mädel.


Mein Telepolis-Korrespondent macht mich auf Peter Nowaks Beitrag "Das Urteil im Fall Lohfink ist ein Rollback für die Rechte der Frauen" aufmerksam. Nowak missfällt dieses Urteil deshalb: "Es spricht einer Frau das Recht ab, selbst zu definieren, wann ein Sexualakt eine Vergewaltigung ist".

Mein Leser merkt zu diesem Artikel an:

Besonders irrwitzig wird es, als Nowak sich gegen Ende des Artikels bei einem Versuch, Männerrechtler als Nazis zu verleumden, sehr, sehr tief ins Reich der Phantasie begibt:

"Man stelle sich vor, nicht zwei semiprominente Deutsche, sondern Migranten wären von Lohfink der Vergewaltigung bezichtigt worden. Sie hätte sich von falschen Solidaritätsbekundungen all derer, die jetzt man wieder als strikte Männerrechtler auftreten, nicht retten können."

Die Pointe an Nowaks Argumentation ist, daß die von Lohfink falschbeschuldigten Männer eben tatsächlich einen Migrationshintergrund haben. Der eine heißt Sebastian Castillo Pinto, der andere Pardis F., wobei letzterer Medienberichten zufolge aus Aserbaidschan, also einem mehrheitlich islamisch geprägten Land stammen soll, was AfDlern und Pegidioten wohl kaum sympathisch sein dürfte.

Womit nachgewiesen wäre, daß Herr Nowak in seinem gerechten Zorn offenbar entweder zu faul oder zu dumm zum Recherchieren war. Ich jedenfalls brauchte keine zwei Minuten, um das zu googeln.

Im Kommentarbereich macht übrigens noch Markus Kompa, Telepolis-Autor wie Nowak und als Rechtsanwalt wesentlich besser mit der Materie vertraut, kurzen Prozeß mit dem Artikel:

"Ich habe nochmal den Versuch gemacht, dieses unfassbar dumme Traktat zu lesen. Wer eine politische Justiz fordert, die beliebig Straftatbestände nachträglich definieren kann, will den Polizeistaat und Gesinnungsjustiz. NEIN, DANKE."

Dienstag, August 23, 2016

Vermischtes vom 23. August 2016 (Special Gina-Lisa Lohfink)

1.
Ein letzter Auftritt, dann war die Show zu Ende. Schuldig. Buh-Rufe aus dem Publikum. Gina-Lisa Lohfink, steht auf, reckt den Hals, ihre Geste zeigt Abscheu. Sie will sich das nicht anhören und geht. Wütend ist sie, man sieht es. Zum ersten Mal in dem Prozess wirkt es, als spiele sie kein Theater.

(...) Dem Plädoyer von Staatsanwältin Corinna Gögge war anzumerken, wie sehr die Justiz sich grämt, wie dieser Fall von Politik und Medien verdreht wurde. Es komme häufiger vor, dass Frauen eine Vergewaltigung vortäuschen, als viele denken, sagt sie. Aus unterschiedlichsten Motiven. Rache, Wut, ein Streit ums Sorgerecht. Oder auch nur ein Aufmerksamkeitssyndrom. Einmal sei sogar ein Mann angezeigt worden, weil die Frau fand, er habe sich nicht genug um das gemeinsame Kind gekümmert.


So wie hier Jost Müller-Neuhof im Berliner Tagesspiegel berichten aktuell viele Medien, wie die Verleumderin Gina-Lisa Lohfink gestern zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde – auch wenn sie inzwischen erklärte, diese nicht zahlen zu wollen. (Lohfink gab bei RTL an, sie glaube, verurteilt worden zu sein, ""weil ich so aussehe, wie ich aussehe".) Zu der Geldstrafe kommen Gerichts- und Anwaltskosten. Insgesamt dürfte von den 150.000 Euro an Dschungelcamp-Gage, die Lohfink aufgrund ihres wegen ihrer Lügen gestiegenen Marktwerts aushandeln konnte, allerdings noch ein ordentlicher Batzen übrig bleiben.

Eine kleine Presseschau zu diesem Urteil:

In der Süddeutschen Zeitung erinnert Verena Mayer Lohfinks eilfertige und oft schwer ideologisierte Unterstützerinnen, die hoch bis zur SPD-Vizevorsitzenden Manuela Schwesig reichten, daran,

dass die Wahrheit oft länger ist als 28 Sekunden. Genauer gesagt: zehn Minuten. So lange sind die Filmaufnahmen tatsächlich, sie wurden in elf Teilen auf den Handys der Männer gefunden. Und auf denen sind noch ganz andere Dinge zu sehen, sagt die Staatsanwältin. Lohfink, wie sie tanzt, singt, knutscht, lacht, am Computer sitzt, ihre Kleider ordnet und lächelnd posiert. Wie sie in die Kamera schaut, die Männer zur Rede stellt, "Mach weg" sagt oder: "Brauchst du Geld, 500 Euro und dann Bild-Zeitung?"

(...) Vor allem habe Lohfink der Polizei erzählt, wie ihr Stück für Stück die Erinnerung wiedergekommen sei, als sie die 28 Sekunden im Netz sah; danach zeigte sie eine Vergewaltigung an, schilderte, sie sei festgehalten worden, habe geweint und Schmerzen erlitten. Unmöglich, sagt der Gutachter. Es gehöre zur Wirkung von K.o.-Tropfen, dass man sich an nichts erinnern könne, weil das Bewusstsein nicht mehr normal funktioniere: "Als würde man eine Videokamera laufen lassen, in der kein Film ist."

Zur Anklagebank gewandt, sagt [die Richterin], sie hätte gerne eine Aussage von Lohfink gehabt. Die aber schwieg vor Gericht. Ihre Version erzählte sie lieber der Presse. In jeder Prozesspause trat Lohfink vor die Kameras, selbst auf dem Weg zum Klo gab sie Interviews und ließ sich von Aktivistinnen beklatschen. Als sei ein Gerichtssaal eine andere Form von Frühstücksfernsehen.


Auch der Focus erwähnt, dass Lohfink sich vorher besser über die Wirkung von KO-Tropfen hätte informieren sollen:

Unter deren Wirkung könne man keine Pizza bestellen und mit der Managerin telefonieren, betonte [der Gerichtsgutachter].


Im schon durch den Brüderle-Nonsens ins Zwielicht geratenen STERN, der sich neben den noch offener feministischen Blättern wie dem "Missy Magazine" am entschiedensten auf Lohfinks Seite gestellt hatte, heißt es jetzt über den letzten Prozesstag:

"Wer meint, dass der Sex gegen den Willen passiert sei, belügt sich selbst", sagte die Staatsanwältin. "Es kommt mir vor, als würden sie an manchen Stellen des Videos posen", warf Gögge der Angeklagten sogar vor, worauf Lohfink ihr einen Vogel zeigte. Die Verteidigung hob darauf ab, dass der Fall zu einem Präzedenzfall geworden sei und eine Änderung des Sexualstrafrechts herbeigeführt habe. "Das ist ein riesengroßer Erfolg für Frau Lohfink", sagte Verteidiger Burkhard Benecken. Der Strafrechtler greift ins seinem Plädoyer die Staatsanwältin hart an. "Wenn das, was Sie Frau Lohfink angetan haben, Schule macht, dann gute Nacht für alle Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind."


In dem brillanten Artikel Verhöhnung aller, die tatsächlich Opfer geworden sind, erklärt Christine Kensche sehr ausführlich, wie Lohfink die Leichtgläubigen und die Ideologinnen unserer Gesellschaft manipuliert hatte.

Ein gutes Dutzend Unterstützer vom #TeamGinaLisa ist an diesem Tag wieder zum Amtsgericht Berlin gekommen. Sie haben Lautsprecher aufgebaut, durch die sie "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!" skandieren. Und sie haben ein Transparent aufgehängt: "Hass wie noch nie auf die deutsche Justiz!" Es wird wohl nicht mehr zu ihnen durchdringen, dass sie sich mit Gina-Lisa Lohfink, Schauspielerin, Model und angebliches Vergewaltigungsopfer, das falsche Gesicht für ihre Sache gesucht haben. Sie ist von ihren Verteidigern zum "Präzedenzfall" für die Reform des Sexualstrafrechts stilisiert worden, zur Galionsfigur der "Nein heißt Nein!"-Bewegung. Daran wird wohl auch das Urteil nichts mehr ändern. Denn die Interpretation der Geschichte wurde bereits geschrieben, bevor sie überhaupt endete.


Kensche erwähnt in diesem Zusammenhang die SPD-Größen Heiko Maas und Manuela Schwesig.

Daraufhin berichtet sie über Lohfinks Reaktion auf das Urteil:

Lohfink hält mit beinah tränenerstickter Stimme dagegen: Das, was "diese Jungen" ihr angetan haben, sagt sie, "werde ich bis an mein Lebensende in mir tragen." Es ist zugleich das erste und auch das letzte Mal, das sie sich im Gericht selbst äußert. Lohfink ist öfter im Sat.1-"Frühstückfernsehen" aufgetreten als vor der Richterbank, hat vor Kameras und in Mikros mehr gesprochen als in diesen letzten Minuten der Beweisaufnahme. Dabei, sagt Gögge, hätte es einige dringende Fragen an sie gegeben. Zu den vielen Widersprüchen, die sich in ihrer Version der Geschichte auftaten.


In den folgenden Absätzen fasst Kensche die wichtigsten Unstimmigkeiten in Lohfinks Aussage zusammen, darunter eine offenbar frei erfundene Reaktion von Lohfinks Frauenärztin, die angeblich entsetzt über deren Verletzungen gewesen sei.

Bemerkenswert ist auch eine besonders dreiste Vorgehensweise Lohfinks:

Richterin Antje Ebner fasst diese Strategie in ihrer Urteilsbegründung kurz zusammen: "Das ist eine juristische Finte". Nach dieser Logik nämlich habe es einen offiziellen Vorwurf der Vergewaltigung nie gegeben – und so könne Lohfink auch gar nicht wegen falscher Verdächtigung verurteilt werden.

Diese juristische Finte ist für Benecken offenbar kein Problem. "Das ist der Fall, der zur Änderung des Sexualstrafrechts geführt hat", sagt er. "Ob es der richtige oder der falsche ist, spielt gar keine Rolle." Mit anderen Worten: Ob Gina-Lisa Lohfink vergewaltigt wurde oder nicht, ist egal, sie hat einer größeren Sache gedient.


Die Mitteldeutsche Zeitung befindet:

Erst die Strafe, dann das Urteil, dann die Anklage und erst am Ende die Frage, ob das Verbrechen überhaupt begangen worden ist. Das ist pervers und totalitär, und doch hätte es sich im Fall Gina-Lisa Lohfink so abgespielt, wenn es nach dem Willen einiger Medien und Politikerinnen von SPD und Grünen gegangen wäre.


Der Focus zitiert in einer eigenen Presseschau unter anderem die Frankfurter Rundschau:

Dass Politikerinnen ausgerechnet den Fall Lohfink nutzten, um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts ('Nein heißt nein') zu verlangen, war Rechtsstaatlichkeit à la 'Alice hinter den Spiegeln', so berechtigt die Forderung selbst auch sein mag. Lohfink ist wegen falscher Verdächtigung verurteilt worden - das Urteil dürfen ihre Unterstützerinnen auch auf sich selbst beziehen.


Ebenfalls im Focus hält Laura Gaida am Märtyrerbild Lohfinks fest:

Doch was es bedeutet, in aller Öffentlichkeit zu leiden, schien heute niemand besser als Gina-Lisa zu wissen. Es war nicht der Schuldspruch, der die Blondine demütigte, sondern vielmehr der Hohn, der ihr von der Zuschauertribüne im Gerichtssaal entgegenschlug. (...) Es war das einzige Mal an diesem Prozesstag, dass sich die Blondine zur Wort meldete, und doch reichten diese Sätze aus, um zu offenbaren, worum es Gina-Lisa in dem gesamten Prozess ging: als Opfer sexueller Gewalt ernst genommen und anerkannt zu werden – von der Gesellschaft, der Politik und der Justiz. Doch als Richterin Antje Ebner dann um 14.30 Uhr das Urteil verkündete und sie der falschen Verdächtigung schuldig sprach, brach für Gina-Lisa die Welt zusammen – nämlich die, in der "Nein heißt Nein" gilt.


Außer dem Focus ist von den bekannteren Zeitschriften eigentlich nur noch Alice Schwarzers Emma auf diesem Kurs, wo es kurz vor der Urteilsverkündung allen Ernstes hieß:

Es ist schon skandalös, dass dieser Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink als "Falschbeschuldigerin" überhaupt stattfindet.


Gut, Schwarzers Vorstellungen vom Rechtsstaat kennen wir ja nun zur Genüge. Immer wenn ich einen von Schwarzers Artikeln gelesen habe, habe ich das dringende Bedürfnis zu duschen.

In einem Folgeartikel nach der Urteilsverkündung beklagt die EMMA, eine "extrem täterfreundliche Justiz" und empört sich über den SPIEGEL, der "bei Sexualverbrechen in der Regel immer schon vor dem Urteil [wisse], wie dieses ausfallen wird bzw. auszufallen hat" –

"Künftig werden Frauen weniger Vergewaltigungen anzeigen" erklärte Schwarzer der Osnabrücker Zeitung zufolge. Schwarzers Ansicht nach gebe es keinen Zweifel an der sexuellen Gewalt, die das Opfer erlitten habe.

(Natürlich sieht auch die feministische Mädchenmannschaft das Urteil als Beleg für eine "rape culture".)

Im Deutschlandradio spricht Peter Zudeick darüber,

dass der Prozess zusehends Gefahr lief, sich dem Niveau der Gerichtsshows im Schmuddelfernsehen zu nähern. Schreiende, pöbelnde Verteidiger, eine Angeklagte, die regelmäßig aus dem Saal rennt, die Verteidiger hinterher oder vorneweg, sich theatralisch ihrer Roben entledigend, grölende Feministinnen und andere Lohfink-Fans im Publikum - ein unwürdiges Affentheater, das die Richterin hätte unterbinden können. Aber wohl nicht wollte, um sich nicht noch mehr Anfeindungen des Boulevards einzuhandeln.

(...) Es war recht bald abzusehen, dass wir es hier mit einem billigen Sexfilmchen als Realityshow zu tun haben, mit willigen Darstellern und mindestens einem ekelhaften Macker, der das wilde Treiben im Internet zur Schau stellte. Dass daraus eine Pseudo-Rechtsdebatte werden konnte, daran haben Feministinnen, Politikerinnen und Politiker, auch seriöse Journalisten, vor allem aber die versammelte Schmierenpresse schuld. Das Niveau der gesellschaftlichen Debatte jedenfalls hat erheblichen Schaden genommen.


Wolfgang Janisch befindet in der Süddeutschen Zeitung:

Als Symbol taugt die Causa Lohfink gleichwohl. Sie steht für die Entgleisung des rechtspolitischen Diskurses. Die Reform des Vergewaltigungsparagrafen war eine komplizierte Sache: Es gab gute Gründe, das sexuelle Selbstbestimmungsrecht zu stärken, aber auch nachvollziehbare Bedenken, die auf Beweisprobleme hinwiesen oder darauf, dass die angebliche Schutzlücke vielleicht doch nicht so gewaltig war wie behauptet. Doch in der Debatte dominierten schrille Töne - wie etwa die unablässig wiederholte Falschbehauptung, Vergewaltigung setze die körperliche Gegenwehr der Frau voraus. Wer sich Lohfink als paradigmatisches Opfer ausgeguckt hat, kann hier Folgendes lernen. Wer Täter und wer Opfer war, steht nicht schon in der Phase des frühen Verdachts fest.


So ist es. Und es gehört zu den Aufgaben der Männerrechtsbewegung, darauf wieder und wieder aufmerksam zu machen. Sämtlichen bösartigen Anfeindungen ("Frauenfeinde!") zum Trotz.

Spiegel-Online schließlich berichtet, wie es unmittelbar nach dem Prozess weiterging:

Draußen warten die Unterstützerinnen vom #TeamGinaLisa, sie rufen: "Bildet Banden, macht sie platt, Macker gibt' s in jeder Stadt."




2. Jan Fleischhauer spricht auf Spiegel-Online über den diskriminierten Mann.



3. Die Vorsitzende eines FPÖ-Verbandes in Österreich argumentiert gegen Frauenhäuser:

Frauenhäuser seien ein "Unfug der abgestellt gehört", heißt es im Parteiblatt. Kashofer ortet eine Benachteiligung der Männer und eine Instrumentalisierung derartiger Einrichtungen. "Ich halte sie für notwendig, um Frauen in Not zu helfen. Frauenhäuser haben sich mittlerweile zu Selbstläufern entwickelt. Die Angestellten bestimmen darüber, wer dort aufgenommen wird. Sie haben ein Interesse daran, das Haus zu füllen", sagt Kashofer. Sie verlange daher einen Mediator, "der sich mit der Familie zusammensetzt und verhindert, dass hinter dem Rücken des Vaters die Familie ins Frauenhaus gebracht wird."




4. Der kanadische Psychologe Douglas Todd befindet in einem Offenen Brief an Christina Clark, Premierministerin von British Columbia, die aktuellen Programme zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt seien nutzlos, weil sie auf der falschen Theorie von männlichen Tätern und weiblichen Opfern beruhten:

The UBC psychologist, B.C. government officials and a group of therapists are engaged in a behind-the-scenes debate over the way the Liberals spend tens of millions of dollars earmarked for domestic violence programs and women’s shelters.

"Social science research contradicts the assumption the B.C. government is making," Dutton said in his letter to the premier.

Large peer-reviewed surveys have repeatedly found, he said, "the most common form of domestic violence, 50 per cent, is bilateral, matched for severity by each party (male and female)."

The author of Rethinking Domestic Violence and The Domestic Assault of Women (both published by UBC Press) told Clark the second most common form of domestic violence, accounting for 35 per cent of all cases, is perpetrated by women against non-violent men.

"The third-most common (15 per cent) is male violence against females."

Dutton and counsellors at Nanaimo’s Men’s Centre maintain the vast majority of the tens of millions of dollars the B.C. government spends on domestic violence goes to women, with little going to directly support males.

(...) In his letter to Clark, Dutton emphasized the research of Prof. Sara Desmarais, who has a PhD in psychology from Simon Fraser University.

Desmairais led the team that recently conducted a "meta-analysis" of 249 domestic-violence studies, which were based on personal interviews with men and women involved in more than 135,000 incidents.

Desmarais’ researchers confirmed that female domestic violence is more prevalent than male, Dutton told the premier. "Social science data does not get more persuasive than this."

(...) There are two reasons the B.C. government operates on the false assumption males are virtually always the perpetrators of domestic violence.

One, Dutton said, is gender politics.

On that score, Kim Bartholomew, an SFU professor emerita of psychology, is among those who admire Dutton for the way he is "courageous in maintaining his intellectual integrity in a field in which ideology is often more influential than data, and in which there are strong pressures against challenging the dominant ideology."

The second reason female-on-male domestic violence is under-reported relates to the way Statistics Canada normally collects data: Police reports.

Men are more reluctant than women to tell police they are victims of intimate-partner violence. Most men are ashamed to admit a woman has physically assaulted them. Many men also correctly fear, as shown in a study by Denise Hines, they will not believed by police and will be treated as the aggressors.




5. Im Kampf gegen die allgegenwärtige Rape Culture hat es eine US-amerikanische Universität jetzt fertiggebracht, einen Studenten rauszuwerfen, bevor die Verantwortlichen überhaupt nur mit den angeblichen Opfern gesprochen haben:

The University of Colorado-Boulder expelled a student for sexual assault—even though his alleged victims never accused him of anything.

Working off of an anonymous tip, a particularly vindictive Title IX administrator launched an investigation into the male student and concluded that he had raped two different female students — students who never filed complaints. The first victim, in fact, was initially unable to recall whether they had engaged in sexual activity at all.




6. Währenddessen zeigt sich, dass die University of California – San Diego Zeugen verbirgt, die Beschuldigte entlasten könnten. (Auch der Washington Examiner berichtet darüber.)



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zum Fall Lohfink und der Berichterstattung auf Spiegel-Online:

Die haben bis vorgestern die fälschlich Beschuldigten noch als "mutmaßliche Vergewaltiger" bezeichnet. Auch Hinweise im Forum, dass die Männer freigesprochen worden seien, haben das nicht geändert. Solche Forumsbeiträge wurden gar nicht erst [freigeschaltet], zu späteren Artikel über Gina-Lisa Lohfink [gab es auf Spiegel-Online] dann kein Forum mehr. Dass der Artikel jetzt hinter einer Paywall sitzt hat bei SPON Methode. Als Fleischhauer einen Artikel über Diskriminierung von Männern schrieb, verschwand der, und nur der, ebenfalls hinter der Paywall. Die feministischen Artikel blieben frei.

Ich hoffe, [Lohfinks] Opfer holen sich von ihr noch einen netten Schadensersatz. Zumindest der eine hat ja wegen ihrer Verleumdung den Job verloren. Andererseits ist sie dann noch für weitere Jahre in der Presse. Und Frauen- und Justizministerium ändern dann vielleicht auch noch den Täter/Opferausgleich zuungunsten falsch Beschuldigter. Begründung: Männer müssen so was doch aushalten können ...

Montag, August 22, 2016

Vermischtes vom 22. August 2016

1. Auch DER SPIEGEL rückt von jenen ab, die Gina-Lisa Lohfink als hilfloses Opfer einer Vergewaltigung und Märtyrerin für die Frauenrechte wahrnehmen: in einem kurzen Video und einem Artikel in der aktuellen Ausgabe, der gratis nur im Anriss online steht. (Den vollständigen Beitrag kann man für 39 Cent lesen.) Aber schon hier wird deutlich, wie geschickt Lohfink Ideologinnen für ihre Inszenierung ausnutzt.



2. Die Welt berichtet über eine Studie, die untersucht hat, was genau mit Kindern passiert, wenn der Vater auszieht.



3. Österreichs Standard schildert, wie Virtual-Reality-Pornos Männer zu besseren Liebhabern machen sollen.



4. Eric Shorey warnt vor sieben gefährlichen antifeministischen Gruppen, die Sie kennen sollten. Leider hat man den Eindruck, die Kommentatoren des Artikels nehmen die Bedrohung nicht ganz ernst.



5. Die Daily Mail führte ein soziales Experiment durch, indem ihre Mitarbeiter ein Mädchen, einen Jungen, eine Katze und einen Hund allein in einem Park aussetzten. Um wen würden sich Passanten als erstes kümmern und wen komplett ignorieren? Das Ergebnis ist wenig überraschend.

Sonntag, August 21, 2016

Vermischtes vom 21. August 2016

1. Die Versorgerrolle macht Männer krank und Frauen stolz berichtet die WELT über eine neue Studie.

Man sollte diese Untersuchung allerdings im Zusammenhang mit einer neue Studie lesen, auf die ich vor ein paar Tagen hingewiesen habe.



2. Der Publizist Hadmut Danisch berichtet, wie er das Opfer von Frauengewalt in der S-Bahn wurde.



3. Als in verschiedenen Städten der USA eine lebensgroße Nacktfigur des Präsidentschaftskandidatin Donald Trump aufgestellt wurde, taten viele so, als wäre dies das Geistreichste und Witzigste, was es in der politischen Auseinandersetzung seit langem gab. Wären die Reaktionen dieselben gewesen, wenn jemand dasselbe mit Hillary Clinton gemacht hätte? Eher nicht. Body Shaming ist grauenvoll – es sei denn, es trifft Männer kommentiert ein libertäres Blog.



4. Der Blogger "Man in the Middle" analysiert, wie die ZEIT Zerrbilder von Männlichkeit zeichnet.



5. Ahoi Polloi karikiert in drei Cartoons das neue Sexualstrafrecht.

Samstag, August 20, 2016

Vermischtes vom 20. August 2016

1. Der Versuch, mehr Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, scheitert trotz immensem Engagements von Politik und Wirtschaft seit Jahren. Jetzt wurde die Schuldige an dieser Misere gefunden: Heidi Klum.

Der Publizist Hadmut Danisch kommentiert:

Da haben sie überall Frauenbeauftragte, Gender-Lehrstühle, Frauenquoten, Zwangsstudienfächer, geben Milliarden aus. Und daran, dass das alles nicht läuft, ist nun eine schuld, die zehnmal im Jahr 2 Stunden im Fernsehen kommt und die kaum noch jemand guckt.




2. Der NDR berichtet über Sexismus-Vorwürfe gegen Youtube-Stars.



3. Der Doktorant beschäftigt sich mit dem Thema Sexismus in der Musikbranche.



4. Anfang des Jahres kündigte der konservativ-liberale Feminismuskritiker Milo Yiannopoulos an, eine Stiftung für weiße Jungen ins Leben zu rufen. Bislang fehlt davon jede Spur. Daher melden sich jetzt immer mehr Kritiker zur Wort.



5. Elena Rider schenkt es denjenigen ein, die den britischen Abgeordneten Philip Davies für seine Rede auf der Londoner Konferenz für Männerrechte unter Beschuss nahmen: ein gelungener Artikel.

Freitag, August 19, 2016

Vermischtes vom 19. August 2016

1. Das Missy-Magazin beschäftigt sich mit Hate Speech im Feminismus-Mantel. In dem Artikel heißt es zu Alice Schwarzers neustem Buch:

Das Perfide an dem Buch ist, dass es so viele Behauptungen aufstellt zu so vielen Themen, von denen so viele Menschen so wenig Ahnung haben, und deswegen so verunsichernd ist.


Da seht ihr mal, wie es uns Männern mit Schwarzer geht – und mit vieler ihrer Schwestern im Geiste. Denn der Großteil von Schwarzers Hatespeech richtet sich gegen uns.



2. Eine neue Studie, veröffentlicht im American Sociological Review, bestätigt alte Gewissheiten: Arbeitslosigkeit und Teilzeitbeschäftigung erhöhen das Scheidungsrisiko für Männer enorm:

Alexandra Killewald, a sociology professor at Harvard, examined 6,3000 heterosexual couples and discovered when all factors are equal, husbands not working full-time were 33% more likely to divorce in the following 12 months than men holding full-time jobs.

(...) The data fails to explain why jobs are so critical in maintaining marital stability, but it doesn’t have anything to do with the couple’s finances. Even after adjusting for income, the figures didn’t change.


Es ist das alte Spiel. Feministische Politik will uns Männer in die eine Richtung zerren, die Frauen in unserem Leben in die andere.

Umgekehrt gilt dies übrigens nicht. Wir Männer erlauben unserer Partnerin gerne, auch beruflich das Leben zu führen, das sie führen möchte:

Based on the findings of Killewald’s study, a wife’s risk of divorce is not affected when she chooses focus more on advancing her career.

While women’s rise in the labor force doesn’t seem to be negatively impacting the stability of their marriages, antiquated stereotypes about the role men should play in the family still remain.




3. Was College-Abschlüsse in den USA angeht, wird die Schere offenbar immer größer. Und unter britischen Akademikern sieht es nicht anders aus.

Insofern ist es nachvollziehbar, wenn der britische Daily Telegraph befindet: Women have won the fight for equality. Now they should use their power to help the boys. Der Verfasser des Artikels, Fraser Nelson, argumentiert:

Poor white children always fare worse under the state school system, but poor white boys do worst of all. It’s the inequality that dare not speak its name.

Fighting discrimination can be tough, if the cause is new and unfashionable. Even identifying prejudice can be hard, as history attests.

Many of those who devoted their lives to fighting for liberty can be blind to injustices that seem obvious in retrospect. Most of America’s founding fathers, who declared all men to be created equal, were slave owners.

The young Winston Churchill said that the colonial wars represented a battle of "the Aryan stock" against "barbaric" people. This is not to say that these men were bigots, just creatures of their time. As we are now.

It’s hard for anyone, in any age, to guess which of the commonplace views of their time will be regarded by subsequent generations as monstrous bigotry. In our case it could be meat eating, our tolerance of mass abortion, even the way we talk about gender. Or it could be our indifference to the plight of young men, and our stubborn refusal to recognise that the cause of feminism is becoming detached from the notion of equality.


Währenddessen streicht die Personalabteilung der amerikanischen Universität Princeton das Wort "Mann" aus ihrem Vokabular.



4. Christian Schmidt berichtet über einen Artikel des "Economist", der die feministische These vom Mansplaining zerpflückt. Der zentrale Satz lässt sich auch viele andere Fälle angeblicher Frauenunterdrückung anwenden:

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man die simple Erklärung "Das ist Sexismus" in etwas wesentlich Konstruktiveres umwandeln kann, wenn man bereit ist, nicht einfach einseitig die Schuld einer Seite zuzuweisen.




5. Derweil liegen Donald Trump und Hillary Clinton einer aktuellen Analyse zufolge inzwischen schon wieder fast gleichauf, was ihre Umfragewerte angeht. Das ist bemerkenswert nach einer Woche, in der immer wieder nahegelegt wurde, Trump sei politisch schon so gut wie tot.

Der in dem verlinkten Artikel erwähne libertäre Präsidentschaftskandidat Gary Johnson – der mit acht Prozent natürlich keine Siegeschancen hat – ist übrigens ein Vorkämpfer für Väterrechte.

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